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Cyber-Kriminalität

Gefährliche Schadsoftware Emotet zerstört - Erste Festnahmen in der Ukraine

Ein internationales Ermittlerteam hat die kriminelle Software Emotet unschädlich gemacht. Opfer müssen nun mithelfen, um ihre Computer wieder sicher zu machen.

  • Europol berichtet von der Zerstörung der Schadsoftware Emotet.
  • In der Ukraine soll es erste Festnahmen gegeben haben.
  • Wenn private Nutzer von dem Trojaner befallen gewesen sind, sind sie trotzdem noch nicht sicher.

Den Haag - Unter der Leitung von deutschen und niederländischen Ermittlern konnte die kriminelle Software Emotet zerstört werden. Der Einsatz wurde von Europol und Eurojust organisiert und hat laut den Behörden insgesamt zwei Jahre gedauert. Neben Deutschland und den Niederlanden waren auch die Strafverfolgungsbehörden aus der Ukraine, Litauen, Frankreich, Großbritannien, Kanada und den USA beteiligt. Die erfolgreiche Aktion – in Deutschland wurden 17 Server beschlagnahmt – bewirke „eine wesentliche Verbesserung“ der Cybersicherheit, erklärten die Strafverfolger.

Die Zerschlagung der Infrastruktur von Emotet, die seit 2018 vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als gefährlichste Schadsoftware eingestuft wird, sei am Dienstag (26.01.2021) erfolgreich gewesen, teilen die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt (BKA) am Mittwoch (27.01.2021) mit. Dabei sei die Infrastruktur auf hunderten von Computern auf der ganzen Welt erkannt und ausgelöscht worden, berichtet die Polizeibehörde Europol in Den Haag.

Schadsoftware Emotet: Festnahmen in der Ukraine nach internationaler Aktion

Emotet wurde von Kriminellen entwickelt, um Unternehmen, Behörden oder Privatleute mit ihren eigenen Daten zu erpressen. Der Trojaner wird in Anhängen von E-Mails versteckt oder als Link getarnt in die Systeme der Opfer eingeschleust. BSI-Präsident Arne Schönbohm sagt gegenüber der Agentur AFP: „Krankenhäuser mussten ihren medizinischen Betrieb einstellen, Gerichte und Stadtverwaltungen wurden lahmgelegt, unzählige Unternehmen hatten keinen Zugriff auf ihre wichtigen Geschäftsdaten und digitalen Prozesse.“ Betroffen waren unter anderem das Kammergericht Berlin, die Stadtverwaltung Frankfurt am Main und das Klinikum Fürth. Der Schaden durch Emotet belaufe sich in Deutschland laut BKA insgesamt auf 14,5 Millionen Euro.

Die kriminelle Schadsoftware Emotet wurde von einem internationalen Ermittlerteam unschädlich gemacht.

Die ukrainische Staatsanwaltschaft in Kiew meldet, dass dort mehrere Personen festgenommen worden seien. Europol will sich zu möglichen Festnahmen im Fall von laufenden Ermittlungen nicht äußern. Der Gesamtschaden in den betroffenen Ländern wurde auf 2,5 Milliarden US-Dollar festgesetzt. Das sind etwa 2,1 Milliarden Euro.

Opfer der Schadsoftware Emotet: Systeme müssen bereinigt werden

Zur Zerschlagung der Emotet-Infrastruktur erklärt BSI-Präsident Schönbohm: „Vor bald drei Jahren bereits war es das BSI, das Emotet als ‚König der Schadsoftware‘ bezeichnet hatte. Seitdem haben wir immer wieder eindringlich vor der Gefährdung durch Emotet gewarnt und auf die teils erheblichen Folgen für Unternehmen, Behörden, Institutionen und nicht zuletzt auch für die Bürgerinnen und Bürger hingewiesen.“

Das BSI werde informiert, welche privaten Zugänge Opfer von Emotet geworden sind, und benachrichtige die zuständigen Netzbetreiber in Deutschland, heißt es. Dabei setze das Amt auf die bewährte Zusammenarbeit mit Providern. Schönbohm bittet private Nutzer darum, die Informationen der Provider ernst zu nehmen ihre Systeme zu bereinigen, wenn sie betroffen sind. Ansonsten könne auch andere Schadsoftware Zugriff bekommen. Hilfestellungen gibt es auf den Internetseiten des BSI. (Theresa Ricke)

Rubriklistenbild: © Alexander Limbach/imago-images

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