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Die „Crew Dragon“-Kapsel wird von vier Fallschirmen gebremst und wassert im Atlantik.

„Crew Dragon“

SpaceX-Raumkapsel wassert im Atlantik

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Gelungene Generalprobe: Nachdem sich die SpaceX-Raumkapsel „Crew Dragon“ von der ISS abgekoppelt hat, ist sie erfolgreich im Atlantik gewassert.

Schaut man in die Zukunft der US-Raumfahrt, kommt man an SpaceX kaum vorbei. Das private Raumfahrtunternehmen des Milliardärs Elon Musk transportiert bereits seit einigen Jahren im Auftrag der US-Raumfahrtorganisation Nasa Fracht zur Internationalen Raumstation. Der unbemannte Frachter „Dragon“ gilt als zuverlässig und kann wiederverwendet werden. Eben jener „Dragon“-Frachter spielt nun auch in der Zukunft der bemannten US-Raumfahrt eine wichtige Rolle. Er wurde von SpaceX umgebaut, so dass er künftig bis zu sieben Astronauten transportieren kann. Dazu wurden unter anderem Lebenserhaltungssysteme, Sitze, Fenster und Touchscreens ergänzt, auch ein Notfallsystem gibt es, das die Astronauten bei Problemen mit der Rakete in Sicherheit bringen soll.

Nach unzähligen Tests am Boden startete die „Crew Dragon“ genannte Raumkapsel am vergangenen Samstag zur Internationalen Raumstation - da es sich um den ersten Start handelte, befanden sich zahlreiche Sensoren und der Dummy „Ripley“, jedoch keine Astronauten an Bord. Besonderes Augenmerk galt dabei den Aspekten der Demo-Mission, die sich von denen des „Dragon“-Frachters unterscheiden: Das Andocken an die ISS läuft bei der Crewkapsel beispielsweise vollautomatisch ab, während der unbemannte Frachter von den Astronauten per Roboterarm „eingefangen“ werden muss.

Nach Angaben von Nasa und SpaceX verliefen die Tests bisher erfolgreich. Nach etwa fünf Tagen an der ISS dockte die „Crew Dragon“ im Laufe des Freitags ab und fiel zur Erde zurück - ein weiterer kritischer Punkt der Demo-Mission: Wie würde die Raumsonde den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überstehen? Würden die vier Fallschirme, die den Fall der „Crew Dragon“ bremsen sollten, funktionieren?

Die „Crew Dragon“ wasserte im Atlantik nahe der Küste Floridas und wurde dort mit Hilfe eines Schiffs geborgen. „Der heutige erfolgreiche Wiedereintritt der Raumkapsel markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Zukunft der bemannten Raumfahrt“, wird Nasa-Administrator Jim Bridenstine in einer Pressemitteilung zitiert. „Unser Commercial-Crew-Programm ist dem Ziel einen Schritt nähergekommen, amerikanische Astronauten mit amerikanischen Raketen von amerikanischem Boden ins All zu schicken“, so Bridenstine weiter.

Auch ein künftiger Passagier der „Crew Dragon“ freut sich über den erfolgreichen Test: „Zum ersten Mal haben wir einen Ende-zu-Ende-Test gesehen. Das ist sehr wichtig, da wir weiter vorangehen und Leute an Bord bringen wollen“, sagt Nasa-Astronaut Mike Hopkins, der beim zweiten bemannten Flug der „Crew Dragon“ dabei sein soll. „Ich bin sehr gespannt, wie es „Ripley“ geht, wenn sie sie aus der Kapsel geholt haben.“

Der Zeitplan für die „Crew Dragon“ sieht vor, dass die gelandete Raumkapsel nun aufbereitet wird, außerdem werden die Sensordaten ausgewertet. Anschließend soll das Abbruch-System getestet werden. Dieses System wird aktiviert, wenn beim Start der Rakete etwas schiefgeht. Dann katapultieren acht kleine Triebwerke die Kapsel in sichere Entfernung von der Rakete, so dass die Astronauten außer Gefahr sind. Geht dieser Test gut, soll nach aktuellem Zeitplan im Juli die erste bemannte Testmission der „Crew Dragon“ starten. Die Astronauten, die dann an Bord sein werden, haben bereits Erfahrungen gesammelt: Bob Behnken und Doug Hurley sind beide jeweils zwei Mal mit dem „Space Shuttle“ ins All geflogen.

Lesen Sie dazu auch: Nasa und SpaceX testen unbemannte Crew-Kapsel

SpaceX hat die „Crew Dragon“ im Rahmen des „Commercial Crew“-Programms der Nasa entwickelt, das die USA nach dem Ende des „Space Shuttle“-Programms im Jahr 2011 aufgelegt hatte. Seitdem sind die USA und alle anderen Nationen, die Astronauten zur ISS schicken, auf die russischen Sojus-Raumkapseln angewiesen. Am „Commercial Crew“-Programm nimmt auch Boeing teil, dessen „Starliner“ in den kommenden Monaten ebenfalls einen ersten Testflug absolvieren soll.

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