Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Impfung
+
Eine Spritze mit einem Impfstoff.

Corona-Virus

Israelische Pharma-Firma erprobt Pille statt Corona-Impfung

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
    schließen

Eine israelische Pharma-Firma erprobt einen Corona-Impfstoff in Kapselform. Nun gibt es Hoffnung auf vollständige Immunität.

Jerusalem - Die panische Angst vor Spritzen könnte ein nicht gering zu schätzender Grund sein, warum sich Menschen nicht gegen Covid-19 impfen lassen. So hat eine Umfrage in den USA – von der im Wissenschaftsportal Medicalxpress berichtet wird – ergeben, dass fast 19 Millionen US-Amerikanerinnen und -Amerikaner, die bislang eine Impfung gegen Covid-19 abgelehnt haben, ihre Haltung ändern würden, gäbe es die Option, das Vakzin als Pille zu schlucken.

Leute mit Spritzenphobie zu erreichen ist ein Grund, warum das israelische Pharma-Unternehmen Oramed, das auf Insulinpräparate spezialisiert ist, mit seiner Tochterfirma Oravax an einem Covid-Vakzin arbeitet, das oral verabreicht werden kann.

Corona-Impfung als Pille: Technische Hürden gelten als überwunden

Trotz offensichtlicher Vorteile – zu denen auch der Wegfall aufwendiger Impfkampagnen und weniger Müll durch Spritzen gehört – gibt es auch gegen andere Krankheiten bislang nur wenige orale Impfstoffe. Ein Hauptproblem besteht darin, dass viele Inhaltsstoffe den Weg durch den Verdauungstrakt nicht überstehen; man denke allein an die aggressive Magensäure. Eine Ausnahme sind Krankheiten, deren Erreger sich im Magen-Darm-Trakt vermehren. Zu diesen zählen auch die Viren, die Polio verursachen – deshalb ließ sich die Kinderlähmung so gut mit der Schluckimpfung auf einem Stück Würfelzucker bekämpfen.

Der potenzielle Covid-Impfstoff aus Israel soll in Kapselform verabreicht werden. Die technischen Hürden bei der Herstellung einer Impfkapsel, die den Verdauungstrakt schadlos übersteht, sollen laut Angaben des Unternehmens schon überwunden sein. Die Technologie basiere auf einem anderen Produkt der Firma, einer experimentellen oralen Verabreichungsform von Insulin, die zusammen mit dem israelischen Biochemiker und Nobelpreisträger Avram Hershko entwickelt wurde.

Pille statt Impfung: Studie zum Corona-Impfstoff hat bereits begonnen

Die erste klinische Studie für den neuen Covid-Impfstoff hat Anfang August in Israel begonnen, weitere Studien in anderen Ländern sollen folgen. Auch unabhängig von der Art der Verabreichung unterscheidet sich das Vakzin von den bisher in Europa, den USA und Israel zugelassenen. Es ist nicht genbasiert – das heißt: Der Körper bekommt das Antigen, das die Immunreaktion hervorrufen soll, bereits fertig geliefert und produziert es nicht selbst nach genetischem Bauplan wie bei den mRNA- und Vektorvirus-Impfstoffen gegen Covid. Vielmehr setzt das israelische Vakzin auf sogenannte virusähnliche Partikel. Eines der zu injizierenden Covid-Vakzine dieser Machart ist der russische Impfstoff Epivac-Corona (nicht zu verwechseln mit dem Vektorimpfstoff Sputnik V).

Virusähnliche Partikel bestehen aus im Labor hergestellten Virusproteinen, die zu einer Struktur zusammengefügt werden, sich im Körper aber nicht vermehren können. Das Besondere an dem israelischen Impfstoff soll sein, dass er anders als die mRNA- und Vektorvirus-Vakzine nicht nur auf das Spike-Protein, sondern auf drei verschiedene Oberflächen-Proteine von Sars-CoV-2 zielt. Darunter seien auch solche, die weniger anfällig für Mutationen sind, heißt es in einer Pressemitteilung von Oravax. Das mache das Vakzin effektiver gegen grassierende und künftig noch auftretende Varianten des Virus.

Corona-Pille: Neues Impfung könnte zur Immunität führen

In einer Tierstudie habe der orale Impfstoff zur Produktion hoher Titer sowohl von Antikörpern der Art Immunglobulin G (IgG) als auch der Art Immunoglobulin A (IgA) geführt. Letztere bilden in den Schleimhäuten – und somit auch in den Atemwegen – eine Schutzbarriere vor einer Infektion. Würde sich das bestätigen, könnte das Vakzin für sterile Immunität sorgen. Geimpfte könnten sich dann nicht mehr infizieren und andere anstecken. Auch soll das Vakzin in der Tierstudie sicher und gut verträglich gewesen sein. (Pamela Dörhöfer)

Erst kürzlich fing Israel mit den neuen Booster-Impfungen an, die Risikopatient:innen zusätzlichen Schutz bieten sollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare