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Wissenschaft

Forscher entschlüsseln Corona-Rätsel - Warum mehr Männer an Covid-19 sterben

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Die Fallzahlen der Corona-Pandemie zeigen auf: Mehr Männer sterben an Covid-19 als Frauen. Eine neue Studie offenbart den Grund dahinter.

Frankfurt – Männer sterben häufiger an Covid-19 als Frauen. Das zeigen Statistiken, die Teil einer britischen Studie sind. Die Untersuchung geht zudem auf den Verlauf der Krankheit ein, der in vielen Fällen bei Männern schwerer ist als bei Frauen. Die Fachleute erklären darin, woran das liegt.

In der im Fachmagazin Nature Communications erschienenen Studie haben die Forscherinnen und Forscher analysiert, dass Männer bei Covid-19-Erkrankungen allgemein im Nachteil sind. Sie sterben häufiger an den Folgen von Corona-Infektionen. Hintergrund dessen ist laut Angaben der Forschenden das zweigeteilte Immunsystem des Menschen: Einerseits gibt es ein angeborenes und andererseits ein erworbenes Immunsystem. Das Phänomen hatte zuvor auch eine Studie näher beleuchtet, die im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde.

Covid-19: Mehr Männer als Frauen sterben - Das steckt dahinter

Das angeborene Immunsystem steht dabei unmittelbar mit Erregern in Kontakt, versucht sie mithilfe von Fresszellen zu eliminieren. Gelingt das nicht, entwickelt der Mensch für diesen Fall einen Teil seines erworbenen Immunsystems. Der Körper speichert darin zahlreiche Informationen über den Erreger, um diesen bei wiederholtem Auftreten effektiver bekämpfen zu können. Auf diese Weise wird ermöglicht, dass man lediglich ein Mal im Leben an einer Krankheit erkrankt, wie beispielsweise Windpocken.

Die Statistik zeigt: Mehr Männer als Frauen sterben an der Krankheit Covid-19. Forschende haben das Phänomen untersucht. (Archivfoto)

Männer und Frauen bilden die beiden Teile des Immunsystems jedoch unterschiedlich aus. Wie die Forschenden in ihrer Studie erläutern, reagiert das erworbene Immunsystem in Bezug auf Covid-19 effektiver – in einem Verhältnis von 60 zu 40. Männer greifen demnach aber eher auf das angeborene Immunsystem zurück, das deutlich unvorbereiteter auf Coronaviren trifft. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer unzureichenden Immunabwehr und somit eines schweren Covid-19-Verlaufs, der unter anderem zum Tod führen kann.

Hinzu kommt den Forschenden zufolge der Aspekt, dass Frauen durch ihre DNA einen Vorteil haben: Sie besitzen im Vergleich zu Männern ein zweites X-Chromosom. Darauf sind offenbar nicht nur Gene gespeichert, die das Geschlecht determinieren, sondern auch Gene, die das Immunsystem stärken können. Das ist wohl ein Vorteil im Kampf gegen Covid-19, ist aber ein Nachteil in Bezug auf Autoimmunerkrankungen. Denn diese werden dadurch gefördert.

Long Covid

Langzeitfolgen nach einer Corona-Erkrankung – Unterschied bei Männern und Frauen festgestellt

Autoimmunerkrankungen sind laut Angaben des Instituts für medizinische Diagnostik „chronisch entzündliche Prozesse“, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise „gesunde“ Zellen angreift. Eine Folge davon ist, dass gegen diese auch Antikörper gebildet werden. Warum das passiert, stellt die Forschung weiterhin vor ein Rätsel. (tu)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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