Coronavirus Sars-CoV-2

Forscher teilen Corona-Symptome bei leichten Covid-19-Verläufen in sieben Gruppen ein

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Corona-Symptome sind vielfältig, treten jedoch offenbar in Gruppen auf. Bei einer milden Covid-19-Erkrankung teilen Forschende die Corona-Symptome in insgesamt sieben Gruppen ein.

  • Eine Corona-Infektion geht meist mit unterschiedlichen Symptomen einher. Diese passen auch zu einer Grippe.
  • Forschende aus Wien haben nun die Corona-Symptome in sieben Gruppen unterteilt. In einer Studie haben sie weitere wichtige Erkenntnisse gewonnen.
  • Die Ergebnisse der Studie sollen bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs zum Einsatz kommen und auch bei der Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten helfen.

Eine Infektion mit dem Coronavirus bringt viele mögliche Symptome mit sich, von denen viele auch mit einer Grippe oder Erkältung in Zusammenhang stehen könnten. Nun hat ein Team von Forschenden der MedUni Wien unter der Leitung des Immunologen Winfried F. Pickl und des Allergologen Rudolf Valenta gezeigt, dass es bei einer Erkrankung mit Covid-19 gleich sieben verschiedene „Erkrankungsformen“ mit mildem Verlauf gibt.

Symptome von Covid-19 lassen sich in sieben Gruppen unterteilen

Die Forschenden unterteilen in ihrer Studie die bekannten Corona-Symptome in sieben verschiedene Symptomgruppen:

  • 1. „Grippale Symptome“: Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, Husten
  • 2. „Schnupfensymptome“: Schnupfen, Niesen, trockener Hals, verstopfte Nase
  • 3. „Gelenks- und Muskelschmerzen“
  • 4. „Augen- und Schleimhautentzündungen“
  • 5. „Lungenprobleme“: Lungenentzündung, Kurzatmigkeit
  • 6. „Magen-Darm-Probleme“: u.a. Durchfall, Übelkeit, Kopfweh
  • 7. „Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns und andere Symptome“

Covid-19 hinterlässt „Fingerabdruck“ im Blut von Corona-Patienten

An der Studie nahmen 109 Rekonvaleszenten etwa zehn Wochen nach ihrer Corona-Infektion und 98 gesunde Personen in der Kontrollgruppe teil. Zwei wichtige Erkenntnis der Forschenden: Vom Geruchs- und Geschmacksverlust durch Corona waren hauptsächlich Personen mit einem „jungen Immunsystem“ betroffen und je stärker das Fieber der Corona-Erkrankten mit mildem Verlauf war, desto höher war der Antikörperspiegel im Blut ausgeprägt.

Fieber ist eines der häufigeren Corona-Symptome. Forscher haben Symptome von leichten Covid-19-Verläufen in sieben Gruppen eingeteilt.

Weiterhin haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler festgestellt, dass Covid-19 eine Art „Fingerabdruck“ im Blut der Corona-Erkrankten hinterlassen hat. Die Anzahl der Granulozyten - im Immunsystem sind sie für das Bekämpfen von bakteriellen Krankheitserregern zuständig - ist im Blut der Personen, die an Covid-19 erkrankt waren, signifikant niedriger als üblich.

Corona-Infektion: Immunsystem setzt sich intensiv mit Covid-19 auseinander

Dafür hätten CD4- und CD8-Immunzellen der Corona-Rekonvaleszenten ein Gedächtnis entwickelt und CD8-T-Zellen seien stark aktiviert geblieben, so Studienleiter Pickl. „Das zeigt, dass sich das Immunsystem auch viele Wochen nach der ersten Infektion immer noch mit der Krankheit intensiv auseinandersetzt“, erklärt der Immunologe. „Gleichzeitig sind die regulatorischen Zellen stark vermindert - das ist ein gefährlicher Mix, der auch zu einer Autoimmunität führen könnte“, führt Pickl weiter aus. Unter Autoimmunität versteht man Attacken des Immunsystems gegen körpereigene Antigene.

Corona-Studie: Ergebnis kann bei Entwicklung von Impfstoffen helfen

„Unsere Erkenntnisse tragen zu einem besseren Verständnis der Erkrankung bei uns helfen uns bei der Entwicklung von möglichen Impfstoffen, da wir nun auf vielversprechende Biomarker zurückgreifen und ein noch besseres Monitoring durchführen können“, betonen die Forschenden in einer Mitteilung der Universität. Sie vergleichen die Reaktion des menschlichen Immunsystems auf das Coronavirus mit einer Fußballmannschaft: Immunzellen und Antikörper „doppeln“ demnach den Angreifer - also das Coronavirus - und können sich auch bestimmte „Spielzüge“ des Virus merken und darauf reagieren - ein „Gedächtnis“ entwickelt sich.

Die Erkenntnisse der Studie, die im Fachjournal „Allergy“ veröffentlicht wurde, sollen nun für die Entwicklung von Corona-Impfstoffen ausgenutzt, aber auch bei der Behandlung von Corona-Patientinnen und -Patienten eingesetzt werden. (Tanja Banner)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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