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Pflegepersonal im Schutzanzug arbeitet in der behelfsmäßigen Notaufnahme des Steve Biko Academic Hospital, das mit einer ständig wachsenden Zahl von Corona-Patienten zu kämpfen hat.
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Coronavirus: Pretoria hat mit einer ständig wachsenden Zahl von Corona-Patienten zu kämpfen.

Corona in Deutschland

Coronavirus: Mutation aus Südafrika könnte zweite Ansteckung trotz Impfung möglich machen

  • Daniel Seeger
    vonDaniel Seeger
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Dass Viren mutieren, ist eigentlich nicht ungewöhnlich. Und doch bereitet die Coronavirus-Mutation aus Südafrika Wissenschaftlern und Politik große Sorge.

  • Die Mutation des Coronavirus aus Südafrika stellt Politik und Wissenschaft vor eine große Herausforderung.
  • Auch in Deutschland wurde die Corona-Variante aus Südafrika bereits festgestellt.
  • Neue Studien legen nahe, dass sich geimpfte oder genesene Personen erneut mit der Variante infizieren könnten.

Berlin – Im Fokus von Politik und Wissenschaft stehen derzeit insbesondere Coronavirus-Mutationen aus Südafrika und Großbritannien. Beide gelten als deutliche ansteckender im Vergleich zu bisherigen Varianten des Virus. Während die Variante aus Großbritannien sich auch zunehmend in Deutschland ausbreitet, ist das Virus aus Südafrika noch relativ wenig bekannt. Entdeckt wurde sie Ende 2020.

Über die Verbreitung in Deutschland könne man bisher nichts gesagt werden, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV). 28 Nachweise von B.1.1.7, wie das mutierte Virus im Fachjargon genannt wird, meldet das Robert Koch Institut bislang (Stand 21.01.2021, 00:00 Uhr). Die Corona-Varianten wurde in sieben Bundesländern festgestellt. Allein 17 Fälle fallen auf Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Allerdings kamen die Meldungen zeitverzögert beim RKI an. Der erste Fall einer Infektion mit der Variante B.1.1.7 des Coronavirus in Deutschland wurde am 12. Januar gemeldet. Die Variante verbreitet sich international. Laut WHO wurde sie bereits in 23 Ländern festgestellt.

Corona-Mutation aus Südafrika: Bund will Corona-Varianten genauer untersuchen

In einer seit Dienstag (19.01.2021) geltenden Verordnung des Bundes, heißt es, dass die kursierenden Corona-Varianten stärker auf den genauen Virustyp untersucht werden sollen. Die Ergebnisse dieser Sequenzierung sollen bis Anfang Februar vorliegen. Hintergrund der Untersuchung ist dir Befürchtung, dass sich die Eindämmung der Corona-Pandemie durch die Verbreitung der hochansteckenden Virus-Varianten erschweren könnte.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt von der von den Mutationen ausgehenden Gefahr. In einer Pressekonferenz sagte sie: „Wir dürfen nicht warten, bis die Gefahr bei uns auch greifbarer wird, sich dann also in den täglichen Infektionszahlen niederschlägt.“ Wenn mehr sequenziert wird, werde vermutlich auch die Zahl der gefundenen Varianten aus Südafrika und Großbritannien steigt, heißt es von der Gesundheitsverwaltung in Berlin.

Corona-Mutation aus Südafrika: Ist die Impfung noch wirksam?

Beim Blick auf die bislang verfügbaren Impfstoffe, spricht vieles dafür, dass zumindest das Präparat von Biontech und Pfizer gegen die Variante aus Südafrika wirksam ist. Eine jüngst veröffentlichte Studie der Unternehmen liefert gute Anhaltspunkte dafür. Gesicherte Erkenntnisse bedürfen aber noch weiterer Untersuchungen. Die haben Biontech und Pfizer bereits angekündigt.

Die New York Times berichtet allerdings, dass aktuelle Forschungsergebnisse darauf hindeuten, dass die Antikörper, die nach einer durchgestandenen Corona-Infektion bilden, nur in 48 Prozent der Fälle auf die Virus-Mutation aus Südafrika reagieren. Der Bericht legt nahe, dass dies ebenso auf die Antikörper zutrifft, die durch eine Impfung gebildet werden. Allerdings handelt es sich hier um Tests unter Laborbedingungen. Experten, die sich mit den Studien befasst haben, seinen zu dem Ergebnis gekommen, dass Infizierte, die nur milde Corona-Symptome hatten, womöglich trotzdem anfällig für eine Infektion mit der Corona-Variante aus Südafrika seien. Ebenso könnten Impfstoffe gegen diese Variante weniger effektiv sein. Schwere Symptome sollten sie nichtsdestotrotz verhindern können.

Gefahr der Weiterverbreitung der Corona-Mutation aus Südafrika ist höher

Gefährlich könnte allerdings sein, dass sich dadurch asymptomatische Verläufe von Covid-19-Erkrankungen häufen. Geimpfte Personen könnten sich also erneut infizieren und das Virus weiterverbreiten – ohne etwas davon zu merken. Die Studien zeigen außerdem, dass die Virus-Variante aus Südafrika weniger anfällig gegenüber den Antikörpern ist, die durch eine Impfung mit dem Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna vom Körper produziert werden. Die Anpassung eines mRNA-Impfstoffs kann in der Regel innerhalb weniger Wochen erfolgen. Sollte die Coronavirus-Variante zu einem größeren Problem werden, könnte ein Mittel gegen diese wohl relativ schnell entwickelt werden.

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