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Groß ist zur Zeit die Sorge, dass Mallorca-Reisende sich im Urlaub mit dem Coronavirus anstecken.
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Groß ist zur Zeit die Sorge, dass Mallorca-Reisende sich im Urlaub mit dem Coronavirus anstecken.

Tourismus in der Pandemie

Urlaub in Zeiten von Corona: Ohne Quarantäne geht es nicht

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Ein Forschungsteam aus Kalifornien simuliert Strategien, wie das Infektionsrisiko in Zeiten von Corona bei Flugreisen zu senken ist

Groß ist zur Zeit die Sorge, dass Mallorca-Reisende sich im Urlaub mit dem Coronavirus anstecken und nach ihrer Rückkehr in Deutschland andere infizieren könnten. Die Vorstellung dicht an dicht sitzender Menschen im Flieger und die Bilder von langen Schlangen bei der Abfertigung an den Flughäfen nähren solche Bedenken. Ist „sicheres Reisen“ im Flugzeug – aus infektiologischer Sicht – in Zeiten der Pandemie überhaupt möglich?

Ein US-Forschungsteam der Universität von Kalifornien in Los Angeles hat das jetzt untersucht und verschiedene Teststrategien simuliert. Um es vorwegzunehmen: Ohne zusätzliche Quarantäne ist ein infektiologisch sicherer Flugverkehr laut der Studie nicht möglich. Wie das Ärzteblatt berichtet, ermittelten die Wissenschaftler:innen zunächst die Infektionsrisiken bei einem Inlandsflug in den USA ohne jegliche Tests. Sie gingen dabei von einer Inzidenz von 150 auf 100 000 Einwohner;innen aus. Würde man niemand vor oder nach dem Flug testen, so die Annahme, wären 649 von 100 000 Passagier:innen am Tage ihres Flugs mit dem Coronavirus infiziert. Sie wären danach zusammen – „kumulativ“, wie es heißt – 8357 Tage lang infektiös und könnten viele andere Menschen anstecken.

Corona-Krise: Kein Urlaub ohne Tests

Wie sieht es aus, wenn die Menschen vor dem Abflug getestet werden? Ein aus der Nasenschleimhaut genommener PCR-Test, könne 569 der 649 Infizierten erkennen, so das Studienergebnis; ein Rückgang um 88 Prozent. 205 Menschen würden falsch-positiv getestet. Beide Gruppen dürften dann nicht ins Flugzeug einsteigen. Berücksichtigt man noch die Zahl der Infizierten, die durch den PCR-Test nicht erkannt werden und das Virus unbemerkt weitergeben können, brächte dieses Vorgehen gegenüber einem Verzicht auf den Test einen Rückgang von 36 Prozent.

Um diesen Wert noch zu verbessern und das Risiko weiter zu senken, müssten alle Reisenden nach ihrer Ankunft fünf Tage in Quarantäne geschickt werden. Diese Strategie, so das Forschungsteam, könne die kumulativen infektiösen Tage um 70 Prozent senken. Eine längere Quarantäne von zehn bis 14 Tagen würde aber keinen zusätzlichen Effekt bringen.

Reisen trotz Corona: Antigen-Schnelltest gefordert

Eine Alternative zu dem als Goldstandard geltenden PCR-Test wäre ein Antigen-Schnelltest am Flughafen. Die Vorteile: Reisende müssen nicht Tage vorher in ein Testzentrum. Außerdem ist das Ergebnis aktuell, während bei einem PCR-Test das Risiko besteht, dass man sich zwischen der Probenentnahme und der Mitteilung des Ergebnisses doch noch ansteckt. Der Nachteil: Schnelltests sind nicht ganz so zuverlässig wie PCR-Tests. Nach den Berechnungen der kalifornischen Wissenschaftler:innen heben sich Vor-und Nachteile in etwa auf – vorausgesetzt, dass ein Schnelltest von hoher Qualität, mit einer Sensitivität von etwa 90 Prozent benutzt wird. Ist das gewährleistet, so könne ein Antigen-Schnelltest die Zahl der infizierten Passagier:innen um 86 Prozent reduzieren. In Kombination mit einer fünftägigen Quarantäne und einem PCR-Test am Ende der Quarantäne ließe sich die Zahl der kumulativen infektuösen Tage um 63 Prozent auf 3124 senken, so die Studie. „Der Test aller Flugpassagiere kann demnach die Zahl der Infektionen begrenzen“, heißt es im Bericht des Ärzteblattes, „eine Quarantäne am Ziel würde den Effekt jedoch verdoppeln, ohne eine absolute Sicherheit vor einer Einschleppung der Viren zu bieten“.

Wie hoch das Ansteckungsrisiko in der Flugkabine selbst ist, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Fluggesellschaften haben stets darauf hingewiesen, dass die Luft dort so rein sei wie in einem OP-Saal, weil sie durch Anlagen mit speziellen Hepa-Filtern alle drei Minuten ausgetauscht werde. Studien haben aber gezeigt, dass ein wenn auch geringes – Restrisiko besteht, sich im Flugzeug anzustecken, wenn andere Reisende vor allem in unmittelbarer Sitznachbarschaft infiziert sind. (Pamela Dörhöfer)

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