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Covid-19

Forscherteam entdeckt neue Corona-Antikörper

  • Tobias Utz
    vonTobias Utz
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Trotz des Impfstarts in Deutschland, läuft die Suche nach Medikamenten und Therapien auf Hochtouren. Nun haben Forschende neue Antikörper gefunden.

  • Forschende haben neue Corona-Antikörper entdeckt.
  • Die Wissenschaftler:innen hoffen auf einen speziellen Therapieansatz.
  • Auf diese Weise sollen Corona-Mutation unschädlich gemacht werden.

Bonn – In Deutschland haben die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Zwar wird Kritik an der Strategie des Gesundheitsministeriums und an Jens Spahn (CDU) laut. Allerdings steht die Bundesrepublik im weltweiten Impfvergleich relativ gut da. In zahlreichen Ländern, die finanziell schlechter dastehen, ist noch kein Impfstart in Sicht.

Auch deshalb bleibt es spannend, was die Wissenschaft am Coronavirus erforscht. Forschende aus Deutschland, Schweden und den USA haben diesbezüglich Neuigkeiten bekannt gegeben. Sie haben neue Fragmente von Antikörpern entdeckt, die gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 in ihrer Studie Wirkung zeigen. Ihre Erkenntnisse wurden im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht.

Ein Forscherteam hat neue Corona-Antikörper entdeckt. (Archivfoto)

Neue Corona-Antikörper starten Blockade und Gegenangriff

Das Forscherteam, unter Leitung der Universität Bonn, teilt mit, dass es sich dabei um sogenannte „Nanobodies“ handelt. Sie sind deutlich kleiner als herkömmliche Antikörper und dringen deshalb besser in Gewebe ein. Hinzu kommt, dass sich die neuen Antikörper laut Angaben der Forschenden leichter in größeren Mengen herstellen lassen. Die „Nanobodies“ wurden von den Wissenschaftler:innen mit speziellen Molekülen kombiniert und weiterentwickelt. Dadurch entsteht nicht nur eine Blockade durch die Antikörper, sondern auch ein Gegenangriff. Sie attackieren den Erreger gleichzeitig an verschiedenen Punkten. „Dabei handelt es sich um Antikörper-Fragmente, die so simpel aufgebaut sind, dass man sie von Bakterien oder Hefen produzieren lassen kann, was mit geringeren Kosten verbunden ist“, erklärt Florian Schmidt, Leiter des neuen Forschungsgebietes am Institut für Angeborene Immunität.

So könnte, laut Angaben der Forschenden, verhindert werden, dass sich das Coronavirus durch Mutationen einem Wirkstoff entzieht. Die Forschenden haben die neuen Antikörper-Fragmente an Alpakas und Lamas getestet. „Lamas und Alpakas bieten [...] den Vorteil, dass sie neben komplexen normalen Antikörpern auch eine einfachere Variante herstellen, die als Basis für „Nanobodies“ dienen kann“, so Schmidt.

Corona: Forschende hoffen auf neuen Therapieansatz

Durch Bluttests sei man an eine „Bibliothek“ von Informationen gelangt. Mithilfe eines neu entwickelten Verfahrens wurden die Antikörper gefunden, welche Spike-Proteine auf der Oberfläche von Coronaviren erkennen können. „Insgesamt erhielten wir so Dutzende „Nanobodies“, die wir dann weiter untersuchten“, so Paul-Albert König, Autor der Studie. Das Spike-Protein ist von großer Bedeutung, da es als Verbindung zwischen Erreger und angegriffener Zelle fungiert. Nach erfolgreicher Verbindung werfen die Proteine ihre Struktur ab und verändern diese. Die neuen „Nanobodies“-Antikörper weisen eine ähnliche Fähigkeit auf, wie König erklärt. Sie können demnach eine Strukturänderung der Spike-Proteine auslösen, bevor diese auf die Zielzelle treffen. „Das Virus kann also nicht mehr an seine Zielzellen binden und sie infizieren“, so der Forscher.

Das Risiko, dass Mutationen des Coronavirus für Komplikationen sorgen, sei durch die Kombination der „Nanobodies“ mit entsprechenden Molekülen eingedämmt. Die Varianten seien insbesondere in „Zellkulturen hochwirksam“.

Die Forschenden erhoffen sich aus den neuen Erkenntnissen einen Therapieansatz für die Zukunft. Allerdings seien weitere Untersuchungen auf diesem Feld notwendig. (Tobias Utz)

Rubriklistenbild: © National Institute of Health/AFP/Handout

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