Coronavirus Sars-CoV-2

Coronavirus-Test selbst machen: Was gegen den Corona-Test für Zuhause spricht

  • Tanja Banner
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Es gibt Tests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 für Zuhause. Doch taugen sie wirklich etwas? Das halten Experten von den Corona-Schnelltests im Vergleich zum PCR-Testverfahren.

  • Nur ausgewählte Personen werden auf eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 getestet
  • Das Testverfahren ist sehr zuverlässig - allerdings sind die Labore stark belastet 
  • Es gibt auch Angebote für Coronavirus-Schnelltests für Zuhause - welche Kritik Experten daran üben

Das Coronavirus Sars-CoV-2* und seine Auswirkungen sind längst überall in Deutschland zu spüren. Viele Menschen sind verunsichert und würden gerne testen lassen, ob sie selbst infiziert sind. Doch der Test ist aufwändig und die Testkapazitäten beschränkt, so dass nur in ganz bestimmten Fällen* auf eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 getestet wird.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt den Test bei Personen, auf die folgende Kriterien zutreffen:

  • Person hat Symptome*, die zum Coronavirus Sars-CoV-2 passen und war innerhalb der letzten 14 Tage in Kontakt mit einem bestätigten Coronavirus-Fall
  • Person hat Symptome, die zum Coronavirus passen und war innerhalb der letzten 14 Tage in einem vom RKI festgelegten Coronavirus-Risikogebiet

Test auf Coronavirus Sars-CoV-2: Arzt entscheidet, ob getestet wird

Letztendlich entscheidet ein Arzt, ob der Test auf das Coronavirus gemacht wird oder nicht. Das gefällt vielen Menschen - verständlicherweise - nicht. Sie möchten selbst etwas tun und herausfinden, ob sie betroffen sind. Hier kommen Anbieter von Coronavirus-Schnelltests für Zuhause ins Spiel. Diese Schnelltests gibt es - doch es gibt gleich mehrere Gründe, die gegen sie sprechen:

  • Die Coronavirus-Schnelltests liefern kein zuverlässiges Ergebnis
  • Die Kosten für die Coronavirus-Schnelltests werden nicht von den Krankenkassen übernommen

Coronavirus-Schnelltest suchen nach Antikörpern - die sich erst spät bilden

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hält nichts von den aktuell angebotenen Schnelltests, die eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 nachweisen sollen. Ein Grund: Die Tests suchen nach Antikörpern, die sich gegen das Virus gebildet haben. Diese seien bei Virusinfektionen jedoch erst frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar, meist erst nach 14 Tagen. Außerdem ist offenbar ungeklärt, ob ein positiver Test auf die Antikörper nicht auch durch eine frühere Infektion mit einem anderen Coronavirus verursacht werden könnte.

Das Verfahren, das für den Coronavirus-Test genutzt wird*, der derzeit von offiziellen Stellen eingesetzt wird, sucht dagegen direkt nach dem Erreger, dem Coronavirus Sars-CoV-2. Die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) vervielfältigt die DNA, die aus einem Abstrich gewonnen wurde. Anschließend lassen sich selbst kleinste Virenmengen nachweisen - und zwar bevor der Patient die ersten Symptome bemerkt.

Coronavirus-Test: Polymerase-Kettenreaktion gilt als „Goldstandard“

Das PCR-Verfahren gilt als zuverlässig - laut KBV ist es der „Goldstandard“ und ist international etabliert. Theoretisch dauert es vom Abstrich zum Testergebnis nicht lange - allerdings sind die Labore durch Unmengen an Tests derzeit sehr stark belastet, was das Testergebnis verzögert. Der PCR-Test auf das Coronavirus Sars-CoV-2 wird vom Arzt angeordnet und von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Von Tanja Banner

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Uwe Anspach/dpa

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