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Auf der Infektionsstation: Abstriche eines Infizierten. 

Sars-CoV-2

Coronavirus Sars-CoV-2: Wann gibt es einen Impfstoff?

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An Universitäten und Instituten wird an einer Impfung gegen eine Infektion mit dem Coronavirus geforscht. Ende April könnte ein erster Stoff getestet werden.

  • Weltweit arbeiten Wissenschaftler an einem Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2
  • Klinische Studien gibt es möglicherweise Ende April
  • Mittel gegen Sars-CoV-2 werden in China und Russland getestet

In vielen Ländern arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Universitäten, Forschungsinstituten und Pharmaunternehmen daran, eine Impfung gegen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2* oder eine ursächliche Therapie zu entwickeln. In Kürze wird jedoch weder das eine noch das andere zur Verfügung stehen, da alle Medikamente und Impfstoffe vor der Zulassung mehrere Studienphasen durchlaufen müssen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Impfstoff ab Ende April im Test

Das Robert-Koch-Institut verweist auf seiner Webseite auf Berichte, wonach ein erster potenzieller Impfstoff ab Ende April in einer klinischen Studie erprobt werden könnte. Auch zu möglichen Medikamenten gegen eine bestehende Infektion sollen bereits Studien anlaufen. Unter anderem sollen sogenannte Proteaseinhibitoren in Kombination mit Interferonen an Patientinnen und Patienten getestet werden, die sich bereits angesteckt haben.

Proteaseinhibitoren zielen darauf, bestimmte Enzyme zu hemmen, die für die Replikation des viralen Erbguts wichtig sind. Diese Mittel werden unter anderem bei Infektionen mit dem HI-Virus und dem Hepatitis-C-Virus eingesetzt. Interferone wiederum sind regulatorische Proteine, die im Körper vor allem von weißen Blutkörperchen gebildet werden, das Immunsystem stimulieren und auch eine Wirkung gegen Viren und Tumorzellen entfalten.

In China und Russland soll Berichten zufolge zudem das antivirale Mittel Umifenovir gegen Sars-CoV-2 getestet werden. Dieses Medikament wird in beiden Ländern auch bei Influenza eingesetzt, in Europa und den USA ist es allerdings nicht zugelassen. Im Labor soll Umifenovir unter anderem gegen Ebolaviren, Hepatitis-B-Viren und Coronaviren wirksam gewesen sein.

Coronavirus Sars-CoV-2: Infektionswege noch unklar

Ein anderer Ansatz wäre, dem neuartigen Coronavirus mit Antikörpern zu Leibe zu rücken; die Entwicklung solcher Stoffe steht aber noch ganz am Anfang. Grundsätzlich gilt es, mögliche Nebenwirkungen gegen den Nutzen abzuwägen; auch vor dem Hintergrund, dass bislang die Mehrzahl der Infektionen mit dem Virus mild und teils symptomlos verläuft.

Ein Problem vor allem bei Impfungen kann die Mutationsfähigkeit von Viren darstellen. Das Influenza-A-Virus etwa ist sehr mutationsfreudig, deshalb muss die Grippeimpfung jedes Jahr angepasst werden. Auch das Coronavirus Sars-CoV-2 gehört zu einer Virenfamilie, die eine hohe Mutationsrate aufweist. Zudem haben solche Erreger die Tendenz, sich während ihrer Reise durch die verschiedenen Länder zu verändern. Bisher haben Expertinnen und Experten bei der Analyse von 124 Sars-CoV-2-Genomen aus 19 Ländern jedoch keine Hinweise auf wesentliche Mutationen im Erbgut gefunden.

Lesen Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker

Solange es weder Impfung noch Therapie gibt, gilt es, sich so gut wie möglich vor einer Ansteckung zu schützen. Nach aktuellem Wissensstand wird das neuartige Coronavirus hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen – von Mensch zu Mensch beim Husten oder Niesen oder wenn ein Infizierter sich an Nase, Mund oder Augen gefasst hat und dann einem anderen die Hand gibt.

Coronavirus Sars-CoV-2: Mundschutz ist umstritten

Derzeit gehen Medizinerinnen und Mediziner davon aus, dass auch ein infizierter Mensch, der nur wenig oder gar keine Symptome* zeigt, andere anstecken* kann. Außerdem wurde das Coronavirus auch in Stuhlproben nachgewiesen, ob es auf diesem Weg verbreitet werden kann, ist nicht geklärt.

Bisher noch nicht dokumentiert wurde laut Robert-Koch-Institut eine Infektion über „unbelebte Oberflächen“. Insbesondere eine Ansteckung über Dinge, die nicht zum direkten Umfeld eines Erkrankten gehören – zum Beispiel importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck – sehen die Fachleute als unwahrscheinlich an.

Weltweit versuchen Menschen, sich mit einem Mundschutz* vor einer Ansteckung zu schützen. Laut Robert-Koch-Institut fehlen jedoch Belege, dass das Tragen solcher Masken das Risiko „signifikant verringert“. Allerdings könne das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für erkrankte Menschen sinnvoll sein – damit sie andere nicht anstecken. So veröffentlichte die Stadt Essen jetzt eine Nähanleitung für einen Mundschutz. Was nicht hilft: Alkohol trinken gegen Corona. Allerdings kann Alkohol in Desinfektionsmitteln trotzdem helfen.

Von Pamela Dörhöfer

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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