Coronavirus

Wenn Schule und Kita wegen Coronavirus schließen - Die wichtigsten Informationen für Eltern

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Wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 sind Schulen und Kitas geschlossen - alle wichtigen Informationen für Eltern.

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2 und die Lungenkrankheit Covid-19 verbreiten sich weiter
  • Bundesweit schließen Schulen und Kitas, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen
  • Für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Bereichen arbeiten, gibt es eine Notbetreuung

Das Coronavirus Sars-CoV-2 und die durch das Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 breiten sich weiter aus. Nachdem in Nordrhein-Westfalen erste Infektionsfälle bekanntgeworden sind, wurden im Kreis Heinsberg Kitas und Schulen vorübergehend geschlossen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Mittlerweile sind Schulen und Kindergärten in ganz Deutschland geschlossen - eine große Herausforderung für - vor allem berufstätige - Eltern. 

Vorsichtsmaßnahme gegen Coronavirus: Was tun, wenn die Kita oder Schule schließt?

Kitas und Schulen in Deutschland sind vorübergehend geschlossen, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus  Sars-CoV-2 zu verhindern - das wirft für viele Eltern eine wichtige Frage auf: Darf ein Elternteil jetzt von der Arbeit fernbleiben, um das Kind zu Hause zu betreuen? Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, kann der Arbeitgeber zur Kinderbetreuung daheim bleiben. Ob man in dieser Zeit aber auch weiter das Gehalt gezahlt bekommt, hängt davon ab, ob wirklich keine andere Betreuung möglich war, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht aus Köln, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Hier hilft der Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) weiter: Wer ohne eigenes Verschulden und aus einem persönlichen Grund verhindert ist und nicht zur Arbeit kommen kann, bekommt trotzdem weiter Gehalt. Allerdings kommt es auch des Öfteren vor, dass dieser Paragraf im Arbeitsvertrag ausgeschlossen wird.

Kita und Schule wegen Coronavirus geschlossen: Mit dem Arbeitgeber reden

Benötigt man eine Kinderbetreuung, weil Kita oder Schule wegen des Coronavirus geschlossen hat, sollte man zuerst mit dem Arbeitgeber reden und versuchen, eine gemeinsame Lösung zu finden. Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • Überstunden abbauen
  • im Homeoffice arbeiten
  • (unbezahlten) Urlaub nehmen

Ist das eigene Kind krank, kann man die zehn Krankheitstage nutzen, die jedes gesetzlich versicherte Elternteil zur Betreuung eines kranken Kindes unter 12 Jahren hat.

Kita und Schule wegen Coronavirus geschlossen: Was tun, wenn der Urlaub aufgebraucht ist?

„Im Arbeitsrecht gilt der Grundsatz: Ohne Arbeit kein Lohn“, betont der Münchner Arbeitsrechtler Sebastian Agster im Interview mit der Nachrichtenagentur epd. „Da der Coronavirus noch sehr neu ist, gibt es zu solchen Fällen natürlich keine Rechtsprechung. Aus meiner Erfahrung ist aber die überwiegende Mehrheit der Arbeitgeber in so einem Ausnahmefall sehr kooperativ. In den meisten Fällen findet sich eine Lösung“, so Agster.

Wer entscheidet, ob eine Kita oder Schule wegen Coronavirus geschlossen wird?

Wer darüber entscheidet, ob eine Kita oder Schule als Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 geschlossen wird, ist unterschiedlich. Im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen hat ein Krisenstab vor Ort entschieden. Beteiligt an der Entscheidung waren das Gesundheitsamt, Polizei und Krankenhäuser, die sich mit dem Gesundheits- und Innenministerium des Landes abgestimmt haben. In Kaufering in Bayern hatte im Januar das Landratsamt entschieden, eine Kita nicht zu schließen, obwohl der Vater eines Kita-Kindes mit dem Coronavirus infiziert war.

Mittlerweile sind in ganz Deutschland die Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten geschlossen, zumeist vorübergehend bis Mitte April. Für Kinder, deren Eltern in kritischen Berufen (beispielsweise im Gesundheitswesen oder im Polizeidienst) arbeiten, wurde in vielen Kitas und Schulen ein Notdienst eingerichtet.

Was tun, wenn das eigene Kind mit dem Coronavirus infiziert sein könnte?

Bei Kindern, die mit Coronavirus-Patienten in Kontakt gekommen sein könnten, gilt das, was das Robert-Koch-Institut (RKI) auch für Erwachsene empfiehlt: Sie sollen sich „unverzüglich und unabhängig von Symptomen“ an das Gesundheitsamt wenden. Wer erkältungsähnliche Symptome hat, soll außerdem einen Arzt aufsuchen - nach vorheriger telefonischer Anmeldung und unter Hinweis auf den Verdacht.

Es gibt zahlreiche Fälle des Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland

Mittlerweile sind in Deutschland zahlreiche Coronavirus-Fälle bekannt. Das Coronavirus wurde von der WHO längst zur Pandemie erklärt. Wie man sich auf eine Coronavirus-Pandemie vorbereiten kann - die Tipps gelten auch jetzt noch. Zudem hat die Stadt Essen eine Nähanleitung für Mundschutzmasken gegen das Coronavirus veröffentlicht. Außerdem wichtig: Was Arbeitnehmer zum Thema Kurzarbeit wissen müssen.

Angesichts der Coronavirus-Pandemie fragen sich immer mehr Menschen, wie lange sie ansteckend sind, wenn sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Eine erste Studie gibt vorübergehend Antworten.

Von Tanja Banner (mit Material von afp, dpa und epd)

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Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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