Sars-CoV-2

Coronavirus: Das sollten Arbeitnehmer wissen

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Was bedeuten Kurzarbeit und Quarantäne durch das Coronavirus Sars-CoV-2 für Lohn und Gehalt?

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich in Deutschland aus
  • Was geschieht mit dem Lohn oder Gehalt, wenn ein Arbeitnehmer in Quarantäne muss?
  • Was gilt für Arbeitszeit, Lohn und Gehalt, wenn ein Betrieb vorübergehend schließen muss?

Das Coronavirus Sars-CoV-2 und die von ihm verursachte Lungenkrankheit Covid-19 breitet sich in Deutschland aus und besorgt Politik und Bevölkerung. Für Arbeitnehmer stellen sich Fragen rund um die Themen Quarantäne und Unternehmensschließung. Ein Blick auf die wichtigsten Fragen - und ihre Antworten.

Quarantäne wegen Coronavirus Sars-CoV-2: Erhalten Arbeitnehmer weiter Gehalt?

Was passiert eigentlich, wenn ein Arbeitnehmer wegen des Verdachts auf das Coronavirus in Quarantäne muss? Dann darf der Arbeitnehmer nicht arbeiten, obwohl er vielleicht gar nicht richtig krank ist und es eigentlich könnte. „Muss ein Arbeitnehmer in Quarantäne, dann greift, wie bei jeder anderen Krankheit auch, das sogenannte Entgeltfortzahlungsgesetz“, erklärt der Münchner Arbeitsrechtler Sebastian Agster gegenüber der Nachrichtenagentur epd. Schließlich habe der Arbeitnehmer Krankheitssymptome. Arbeitnehmer erhalten dann mit einer Krankschreibung bis zu sechs Wochen den vollen Lohn weiter.

Dauert die Quarantäne länger als diese sechs Wochen, erhält der Arbeitnehmer wie im normalen Krankheitsfall Krankengeld - das allerdings nicht dem vollen Lohn entspricht. „Über das Infektionsschutzgesetz könnten die Betroffenen eine Entschädigung von den Behörden verlangen, um den Verdienstausfall zu kompensieren“, betont Agster.

Hat der Arbeitnehmer in Quarantäne keine Symptome und wird daher nicht krankgeschrieben, bekommt er trotzdem weiter sein Gehalt vom Arbeitgeber. Das Geld kann sich der Arbeitgeber nach Paragraph 56 Infektionsschutzgesetz von der zuständigen Behörde des Bundeslandes zurückholen. Eine erste Studie zeigt, wie lange man ansteckend ist, wenn man sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Das Coronavirus Sars-CoV-2 verbreitet sich weiter - und Arbeitnehmer machen sich Sorgen, was eine Quarantäne oder Betriebsschließung für sie bedeutet - gerade auch in punkto Lohn und Gehalt.

Unternehmen schließt wegen Coronavirus: Erhalten Arbeitnehmer weiter Lohn und Gehalt?

Muss ein Unternehmen vorübergehend schließen, um die Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu verhindern, sieht der Fall etwas anders aus. Den Angestellten wird ihr Gehalt dann weiter gezahlt. „Es handelt es sich in diesem Fall um die Risikosphäre des Arbeitgebers. Die Fürsorgepflicht wiegt hier mehr als der Beschäftigungsanspruch“, so Anwalt Agster. 

Auch das Bundesarbeitsministeriums bestätigt das: „Kann der Arbeitgeber bei Auftreten des Coronavirus aufgrund einer behördlichen Anordnung des Infektionsschutzes Arbeitnehmer nicht beschäftigen, werden diese von der Verpflichtung zur Arbeitsleistung frei“, zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland einen Ministeriumssprecher. Die Erbringung der Arbeitsleistung sei ihnen ja unmöglich. Der Arbeitgeber bleibe aber grundsätzlich weiter zur Entgeltzahlung verpflichtet, „wenn die Arbeitnehmer arbeitsfähig und arbeitsbereit sind, aber der Arbeitgeber sie aus Gründen nicht beschäftigen kann, die in seiner betrieblichen Sphäre liegen“.

Mittlerweile hat der Bundestag ein Gesetz zur Kurzarbeit beschlossen, was vor allem dafür sorgen soll, dass Mitarbeitern nicht gekündigt wird, sondern sie auch in der Krise ihren Job behalten können.

Betrieb schließt wegen Coronavirus: Was passiert mit ausgefallenen Arbeitszeiten?

Das gilt nach Angaben des Ministeriums auch dann, wenn die Schließung wegen des Coronavirus durch Behörden angeordnet wurde. Dadurch ausgefallene Arbeitszeiten müssen auch später nicht nachgearbeitet werden. Allerdings könne es in Arbeits- oder Tarifverträgen abweichende Regelungen geben, erklärt der Sprecher des Arbeitsministeriums. Diese müssten dann aber „hinreichend deutlich und klar“ formuliert sein.

Arbeitgeber hätten demnach auch die Möglichkeit, zur Entlastung Kurzarbeitergeld zu beantragen. Wird der Antrag genehmigt, übernimmt die zuständige Arbeitsagentur einen Teil der Lohnkosten.

Wenn die Kita oder Schule wegen des Coronavirus schließt, gelten wieder andere Dinge.

Coronavirus in Deutschland: Fallzahlen steigen

In Deutschland gibt es mittlerweile einige bestätigte Coronavirus-Infektionen. Um eine Pandemie handelt es sich jedoch noch nicht, eine Coronavirus-Pandemie müsste von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen werden. Trotzdem macht es bereits jetzt Sinn, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die man für eine mögliche Coronavirus-Pandemie vorbereiten kann - viele von ihnen sind auch dann sinnvoll, wenn es doch nicht zur Pandemie kommen sollte.

Von Tanja Banner (mit Material von epd und afp)

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Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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