SARS-CoV-2 und Covid-19

Coronavirus SARS-CoV-2: Symptome, Inkubationszeit und Schutzmaßnahmen - was bisher bekannt ist

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Das Coronavirus SARS-CoV-2 und die Krankheit Covid-19 sind in Deutschland angekommen. Alles zu den Symptomen des Coronavirus und der Inkubationszeit.

  • Coronaviren wurden erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert
  • Das neuartige Coronavirus 2019-nCoV, das mittlerweile SARS-CoV-2 heißt, ist wohl zuerst in China aufgetreten und kann von Mensch zu Mensch übertragen werden
  • Die Symptome der vom Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 ähneln einer Lungenentzündung

Das Coronavirus, das offenbar Ende 2019 zuerst in der chinesischen Millionenstadt Wuhan ausgebrochen ist und sich von dort weiterverbreitet, ist seit Anfang 2020 ein immer größeres Thema (Newsticker zum Coronavirus). Was hat es mit dem neuen Virus auf sich? Ein Überblick.

Symptome und Krankheit: Was ist das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2?

Coronaviren sind nicht neu: Sie wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Sie wurden so benannt, weil sie von zackenartigen Strukturen umgeben sind, die einer Krone ähneln. Das Coronavirus kann Menschen und verschiedene Tiere infizieren.

Beim Menschen verursacht es verschiedene Krankheiten und hat unterschiedliche Symptome – von ungefährlichen Erkältungen bis hin zu potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie MERS (Middle East Respiratory Syndrome) und SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome). Wie das RKI schreibt, waren durch Coronaviren verursachte Krankheiten wie MERS und SARS in der Vergangenheit weniger leicht übertragbar als die Grippe, aber sie haben zu großen Ausbrüchen geführt. Das neuartige Coronavirus, das in China ausgebrochen ist, heißt offiziell SARS-CoV-2.

Wie wird das Coronavirus SARS-CoV-2 übertragen?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wurde offenbar auf einem Markt von Tieren auf Menschen übertragen. Doch das Coronavirus ist auch von Mensch zu Mensch übertragbar, wie man mittlerweile weiß. Auch außerhalb Chinas sind bereits Mensch-zu-Mensch-Übertragungen vorgekommen. Wie genau das Virus übertragen wird, dazu fehlen bisher genaue Informationen, so das RKI. Gewöhnlich werden Coronaviren durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Es gibt mittlerweile auch einzelne Fälle, in denen sich Personen bei Patienten angesteckt haben, die offenbar noch keine Symptome hatten.

Welche Symptome bringt das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 mit sich?

Während gewöhnliche Coronaviren meist Symptome einer milden Erkältung mit Husten und Schnupfen mit sich bringen, können bestimmte Coronaviren schwere Infektionen der unteren Atemwege und Lungenentzündungen verursachen. Wie das RKI berichtet, scheint das neue Coronavirus einen schwereren Verlauf der Erkrankung zu verursachen. Gestorben sind am neuartigen Coronavirus den Angaben zufolge bisher vor allem Patienten, die bereits schere Grunderkrankungen hatten.

Symptome der Krankheit Covid-19, die durch das Coronavirus ausgelöst wird

  • Fieber
  • Husten
  • Atemnot
  • Muskelschmerzen
  • Müdigkeit
  • seltenere Symptome: Auswurf, Kopfschmerzen, Bluthusten, Durchfall

Symptome und Krankheit: Wie verläuft eine Erkrankung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2?

Der Verlauf der Erkrankung mit dem Coronavirus  ist abhängig vom Alter des Patienten und dessen weiteren Erkrankungen. Schwerere Verläufe und Komplikationen wurden bisher überwiegend bei älteren Personen mit Vorerkrankungen beobachtet. Bei jüngeren, gesunden Personen ist der Verlauf milder, Bei Kindern und Jugendlichen sind Infektionen bisher selten.

Wie ansteckend ist das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2?

Wie ansteckend das neu entdeckte Coronavirus ist, lässt sich noch nicht genau beurteilen. Chinesische Forscher gehen davon aus, dass ein Infizierter durchschnittlich 1,4 bis 2,5 Menschen ansteckt - ähnlich wie Sars. Die Übertragungsrate hängt allerdings von sehr vielen Faktoren ab.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 schützen?

Da Coronaviren durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen werden, empfiehlt das Robert-Koch-Institut folgende Maßnahmen gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus: 

  • gute Handhygiene
  • Husten- und Nies-Etikette
  • Abstand zu Erkrankten und möglichen Erkrankten (ca. ein Meter)

Diese Maßnahmen gelten jedoch angesichts der aktuellen Grippewelle nicht nur als Vorbeugung gegen das Coronavirus, sondern auch zur Vermeidung einer Grippe (Influenza).

Hilft eine Atemschutzmaske als Schutz gegen das Coronavirus SARS-CoV-2?

Atemschutzmasken sieht man auf den Straßen deutlich häufiger als bisher, „in vielen Apotheken bundesweit werden die Masken verstärkt nachgefragt“, bestätigt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände gegenüber dpa. Nach Angaben von Sellerberg helfen die Atemschutzmasken allerdings nur „begrenzt“ gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus. Viel wichtiger: Eine gute Handhygiene.

Neuartiges Coronavirus SARS-CoV-2: Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Das Robert-Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation gehen derzeit davon aus, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tage beträgt.

Gibt es einen Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2?

Nach RKI-Angaben gibt es Fortschritte bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Coronaviren. Vor allem MERS-CoV-Impfstoffe werden demnach momentan in klinischen Studien erprobt. Zur Verfügung stehen sie der Allgemeinheit aber noch nicht. In China soll Medienberichten zufolge ein erster Impfstoffkandidat ab Ende April 2020 in einer klinischen Studie erprobt werden. Wann ein Impfstoff gegen SARS-CoV-2 zur Verfügung steht, ist nach Angaben des RKI „derzeit nicht absehbar“.

Ist es wahrscheinlich, dass das Coronavirus auch in Deutschland auftritt?

„Mit dem Import einzelner Fälle nach Deutschland muss gerechnet werden“, heißt es beim Robert-Koch-Institut. Es sei wichtig, diese Fälle früh zu erkennen und sie zu isolieren, um eine weitere Verbreitung in Deutschland zu verhindern. Mittlerweile sind in Deutschland einige bestätigte Fälle aufgetreten, die Bundesregierung hat einen Krisenstab gebildet.

Wann stellt der Arzt die Diagnose „Coronavirus SARS-CoV-2“ oder „Covid-19“?

Das Robert-Koch-Institut hat eine Falldefinition herausgegeben, mit deren Hilfe Ärzte ermitteln können, bei welchen Patienten eine Laboruntersuchung auf das neue Coronavirus durchgeführt werden sollte. Bisher gilt das hauptsächlich für Personen, die Kontakt mit einem bestätigten Fall hatten und die unter Atemwegsproblemen leiden oder für Menschen mit Atemwegsproblemen, die sich zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Wird das Coronavirus festgestellt, muss dies dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Was bedeutet die „Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite“, die die WHO ausgerufen hat?

Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation die „gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite“ ausgerufen. Es gelten nun eine Reihe von Empfehlungen zur Eindämmung und Kontrolle der Krankheit - für Deutschland gibt es keine Folgen, da hier die WHO-Empfehlungen laut RKI bereits erfüllt sind. Um eine Pandemie handelt es sich bei SARS-CoV-2 bisher nicht. (Stand: 25.02.2020)

Das Coronavirus SARS-CoV-2: Wann und wo trat es zuerst auf?

Ende Dezember 2019 erreichte das Landesbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO in China die Nachricht über eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache in der 11-Millionen-Einwohner-Stadt Wuhan. Ein neuartiges Coronavirus wurde am 7. Januar 2020 als Ursache der Erkrankung identifiziert. Am 20. Januar 2020 wurden von den chinesischen Behörden mehrere Mensch-zu-Mensch-Übertragungen bestätigt, außerdem etwa ein Dutzend Erkrankungsfälle bei medizinischem Personal.

Mittlerweile gibt es viele Verdachtsfälle - auch in Frankfurt kam es bereits zu ersten Coronavirus-Verdachtsfällen. Auch in Göttingen hat die Universitätsmedizin einen Verdachtsfall gemeldet. Die Leichtathletik-WM in Nanjing wurde wegen des Coronavirus abgesagt.

100 Deutsche kommen wegen des Coronavirus aus China zurück. Sie müssen am Flughafen Frankfurt erst einmal in eine Quarantäne-Turnhalle. Doch damit nicht genug. Die Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) nimmt im nächsten Semester keine chinesischen Gaststudierenden an. Grund ist der Coronavirus.

Ein chinesischer Blogger hat heimlich Szenen aus einem Krankenhaus in Wuhan aufgenommen. Die Region ist besonders stark von dem Coronavirus betroffen.

Von Tanja Banner mit Material von afp

Rubriklistenbild: © picture alliance/Center for Disease Control/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa

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