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Covid-19

„Schwachstelle“ des Coronavirus entdeckt: Verhindert eine Enzym-Blockade die Ausbreitung?

  • Tobias Utz
    vonTobias Utz
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Neuer Ansatz in der Corona-Forschung: Wissenschaftler:innen haben ein Modell entwickelt, das zeigt, welches Enzym Sars-CoV-2 hilft.

  • Die Suche nach geeigneten Corona-Medikamenten läuft auch Hochtouren.
  • Forschende aus Tübingen haben nun ein neues Modell im Kampf gegen Corona entwickelt.
  • Dafür nutzten sie einen unkonventionellen Ansatz.

Frankfurt – Die Wissenschaft sucht weiterhin nach Corona-Medikamenten. Erst kürzlich wurde eine erfolgsversprechende Studie zu einem Mittel bekannt, das einen Sofort-Schutz vor Sars-CoV-2 verspricht. Nun erfährt jedoch ein anderes Forschungsprojekt Aufmerksamkeit, das mit einem unkonventionellen Ansatz voran getrieben wurde.

Die Forschenden haben eine „Schwachstelle“ des Coronavirus entdeckt.

Forschende der Eberhard Karls-Universität in Tübingen haben es entwickelt - mithilfe eines Computermodells. Das Team, um Leiter Andreas Dräger erkannte auf diese Weise ein Enzym, das sie als „entscheidend“ bezeichnen. Dabei handelt es sich um „Guanylatkinase 1“. Die Wissenschaftler:innen stellten fest, dass eine Deaktivierung des Enzyms einen Stopp der Virusvermehrung zur Folge hatte. Das teilt das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung mit. „Wenn wir das Enzym – die Guanylatkinase 1 – ausschalteten, wurde die Virusvermehrung gestoppt, ohne die Wirtszelle zu beeinträchtigen“, so Dräger. Ihre Studie wurde im Fachmagazin „Bioinformatics“ veröffentlicht.

Corona-Medikamente: Blockiertes Enzym könnte Sars-CoV-2 vor Probleme stellen

Grundlage ihres Forschungsprojektes war ein Modell, das das Wirken von sogenannten Alveolarmakrophagen analysierte. Das sind Lungenbläschen, die für die Abwehr von Gefahrenstoffen verantwortlich sind. Dieses wurde weiterentwickelt und an Sars-CoV-2 angepasst. So konnten die Tübinger Forschenden eine „Schwachstelle“ des Coronavirus finden. Konkret funktioniere das wie folgt: In der Ausgangssituation des Modells wird davon ausgegangen, dass das Coronavirus zu biochemischen Reaktionen in einer Wirtszelle führt, in dem Fall den Lungenbläschen. Die Wissenschaftler:innen ergänzten dies um den Mechanismus, dass das Virus die Wirtszelle zur Produktion von neuen Virusteilchen zwingt.

Die Forschenden fanden heraus, welches Enzym die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 begünstigt. (Archivfoto)

„Wir haben zunächst die Zusammensetzung des Virus analysiert und daraus berechnet, welches Material benötigt wird, um ein Viruspartikel herzustellen“, so Dräger. „Wenn man das weiß, kann man verschiedene Szenarien durchspielen und sehen, wie sich die biochemischen Reaktionen in den Wirtszellen während einer Virusinfektion verändern“, erklärt er. Durch weitere Tests konnten die Forschenden gezielt einige Reaktionen ausschalten und so identifizieren, welche Prozesse dem Coronavirus besonders nützen - und welche nicht.

Stoffwechselweg entscheidend - sonst drohen Nebenwirkungen durch Corona-Medikament

Diese Erkenntnisse könnten nun die Erforschung möglicher Corona-Medikamente erheblich beeinflussen. Das analysierte Enzym könnte gezielt gehemmt werden, sodass Sars-CoV-2 keine geeigneten Wirtszellen mehr hätte. Wichtig ist dabei, dass die Lungenbläschen auf einen anderen Stoffwechselweg ausweichen können. Sonst könnte es durch den Einsatz eines Medikaments zu erheblichen Nebenwirkungen kommen. (Tobias Utz)

Rubriklistenbild: © Ben Stansall/AFP

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