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Coronavirus Sars-CoV-2: Von der Epidemie zur Pandemie

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Beim Coronavirus Sars-CoV-2 sprach die WHO lange von einer „Epidemie in einzelnen Ländern“. Mittlerweile wurde die Pandemie ausgerufen. Eine Begriffsklärung.

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich weiter aus, die Zahl der Krankheits- und Todesfälle steigt weltweit
  • Die Weltgesundheitsorganisation spricht nicht mehr von einer „Epidemie in einzelnen Ländern“
  • Seit 11. März 2020 spricht die WHO von einer Coronavirus-Pandemie

Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich immer weiter aus. Neben China - dem Land, in dem die Krankheit offenbar ihren Ursprung hat - sind längst auch zahlreiche andere Länder betroffen. Es gibt mittlerweile nicht nur in Italien und Südkorea Krankheits- und Todesfälle, auch viele weitere Länder, darunter auch Deutschland, melden Krankheits- und Todesfälle durch das Coronavirus. Die WHO hat am 11. März 2020 eine Coronavirus-Pandemie ausgerufen, zuvor war von einer „Epidemie in einzelnen Ländern“ die Rede.

Coronavirus Sars-CoV-2: Epidemie oder Pandemie?

Der Begriff Epidemie steht für das vermehrte, unkontrollierte Auftreten einer Krankheit in einem örtlich und zeitlich begrenzten Rahmen. In der Epidemiologie spricht man von einer Epidemie, wenn die Zahl neuer Krankheitsfälle in einem bestimmten Zeitraum in einer bestimmten Region zunimmt. Ein Beispiel für eine Epidemie ist das Auftreten von Ebola in den Jahren 2014 bis 2016 in mehreren Staaten Westafrikas.

Verbreitet sich eine Krankheit über Länder und Kontinente hinweg, spricht man von einer Pandemie. „Eine Pandemie bezeichnet eine weltweite Epidemie“, heißt es beim Robert-Koch-Institut (RKI). Beispiele für Pandemien waren zuletzt die Atemwegserkrankung Sars (ebenfalls ein Coronavirus und mit Sars-CoV-2 verwandt) und die Schweinegrippe. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in ihren Richtlinien festgelegt, dass der Generaldirektor der WHO eine Pandemie ausruft - das heißt, die WHO legt fest, wann aus einer Epidemie eine Pandemie wird.

WHO hat die Coronavirus-Pandemie ausgerufen

Lange Zeit sah der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus keine Coronavirus-Pandemie. Er sprach stattdessen von „Epidemien in einzelnen Ländern“. Es gebe bisher keine unkontrollierte globale Ausweitung des Virus, so der WHO-Chef im Februar. Zu der Zeit galt für das Coronavirus Sars-CoV-2, dass es sich um eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ handelte - die höchste Alarmstufe der WHO.

Am 11. März 2020 hat die WHO die Coronavirus-Situation auf eine Pandemie hochgestuft. Das bedeutet, dass sich das Coronavirus Sars-CoV-2 mittlerweile über Länder und Kontinente hinweg ausbreitet.

Das Robert-Koch-Institut (RKI), das die Viruserkrankung für Deutschland beobachtet, hat bereits Mitte Februar 2020 darauf hingewiesen, dass es beim Coronavirus Sars-CoV-2 zu einer weltweiten Ausbreitung - also einer Pandemie - kommen kann. So kann man sich auf eine mögliche Coronavirus-Pandemie vorbereiten.

Was das RKI für eine Coronavirus-Pandemie empfiehlt

Im Februar 2020 konnten die meisten Coronavirus-Fälle in Deutschland auf bisher bekannte Fälle zurückgeführt werden: Der Ausbruch in Bayern auf eine Frau aus China, die ein Unternehmen besuchte. Bei vielen anderen Fällen handelt es sich um Menschen, die selbst in China oder Norditalien waren. Bei den beiden ersten Infizierten in Nordrhein-Westfalen konnte man dagegen die Quelle der Infektion nicht finden. Sollten mehr Fälle auftreten, die man nicht auf einen bekannten Fall zurückführen kann, könnte das bedeuten, dass die Verbreitung des Virus „auf Dauer nicht zu vermeiden ist“, wie es in einem epidemiologischen Bulletin des RKI heißt.

Dann soll die Bekämpfungsstrategie gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 schrittweise angepasst werden, so das RKI. Zunächst soll sich der Schutz stärker auf Gruppen und Personen konzentrieren, die nach der Ansteckung mit dem Coronavirus ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben - also beispielsweise ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen. Seien gezielte Maßnahmen nicht mehr möglich, sollten die Schutzmaßnahmen auf die Minderung weiterer Folgen abzielen - um letztlich eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. In Deutschland etwa drohte eine Ausgangssperre aufgrund der Coronakrise. Stattdessen wurde zunächst ein Kontaktverbot verhängt. Doch wen darf man bei einem Kontaktverbot noch besuchen - und wen nicht? 

Von Tanja Banner

Rubriklistenbild: © picture alliance/-/XinHua/dpa

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