Coronavirus Sars-CoV-2

Auch während der Coronavirus-Pandemie werden Blutspenden gebraucht - Rotes Kreuz ruft zum Spenden auf

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Durch die Coronavirus-Pandemie sinkt offenbar die Bereitschaft, Blut zu spenden. Der Blutspendedienst des Roten Kreuzes warnt vor einem Engpass und ruft zu Blutspenden auf.

  • Blutspenden sind wichtig, weil Blut nur begrenzte Zeit haltbar ist
  • In der Coronavirus-Pandemie sinkt offenbar die Spendenbereitschaft der Bevölkerung
  • Blutspendedienste rufen zum Blutspenden auf

Die Welt ist im Griff des Coronavirus Sars-CoV-2, die Pandemie sorgt dafür, dass sich im Alltag der meisten Menschen einiges ändert. Die wohl wichtigsten Empfehlungen der Experten: regelmäßiges und gründliches Händewaschen und Abstand halten. Eineinhalb bis zwei Meter Abstand zu anderen Personen werden empfohlen. Empfehlungen wie diese und eine allgemeine diffuse Angst vor dem Coronavirus sorgen offenbar teilweise dafür, dass weniger Menschen zum Blutspenden gehen.

Coronavirus-Pandemie: Blutspenden werden dringend benötigt

Blutspendedienste wie der des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) warnten kürzlich: Sollten in den kommenden Tagen nicht genug Blutspenden eingehen, wäre die Versorgung „innerhalb kurzer Zeit nicht mehr lückenlos abgesichert“, erklärte der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, Torsten Tonn, am Montag (17.03.2020). Derzeit sei die Versorgung mit lebensrettendem Blut „noch auf niedrigstem Niveau gesichert“, so Tonn weiter.

Zwischenzeitlich haben Aufrufe wie dieser offenbar Wirkung gezeigt: Nach einer ungewöhnlich langen Flaute während der Fastnachtszeit und in den Tagen danach kämen mittlerweile wieder mehr Menschen zu den Terminen, sagte Eberhard Weck, Leiter Spendenmarketing beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen. Er mahnt trotzdem: „Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt.“ Auch in Zeiten der Coronakrise gelte es, nicht nachzulassen, da der Bedarf an Blutprodukten weiterhin hoch sei.

Einschränkungen durch Coronavirus-Pandemie machen Blutspendediensten zu schaffen

Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens machen auch den Blutspendediensten zu schaffen: Räumlichkeiten für die Blutspende stehen teils nicht mehr zur Verfügung, Versammlungsverbote tun ihr Übriges. Das DRK stehe mit den Behörden in Kontakt, um Ausnahmegenehmigungen zu erhalten, hieß es kürzlich.

Blutspenden ist sicher - trotz Coronavirus-Pandemie

Der Besuch eines Blutspendetermins ist trotz Coronavirus-Pandemie weiterhin sicher, betont beispielsweise der Blutspendedienst des bayerischen Roten Kreuzes auf seiner Webseite.

  • Blutspenden unterliegen äußerst strengen, hygienischen Regeln - es gibt keine erhöhte Ansteckungsgefahr
  • Mitarbeiter mit grippalen oder Erkältungs-Symptomen werden beim Blutspendetermin nicht eingesetzt
  • Mitarbeiter, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, werden beim Blutspendetermin nicht eingesetzt
  • Zusätzliche Hygienemaßnahmen beim Blutspendetermin: Handhygiene, Lüften, Desinfektion
  • Kontaktlose Temperaturmessung am Eingang
  • Checkliste, ob der Besucher als Spender in Frage kommt direkt am Eingang
  • Kontakt zwischen Spendern und Helfern wird minimiert

Coronavirus-Pandemie: Welche Personen kein Blut spenden dürfen

Bestimmte Personengruppen dürfen kein Blut spenden:

  • Rückkehrer aus Coronavirus-Risikogebieten (laut Robert-Koch-Institut)
  • Spendenwillige mit grippalen oder Erkältungs-Symptomen
  • Spendewillige, die Kontakt mit Coronavirus-Infizierten oder -Verdachtsfällen hatten - sie müssen vier Wochen bis zur nächsten Blutspende warten
  • Spendewillige, die am Coronavirus Sars-CoV-2 erkrankt sind - sie müssen nach der Ausheilung noch zwei Monate bis zur nächsten Blutspende warten

Kontinuierliche Blutspenden sind wichtig, weil Blut nur für eine geringe Zeit haltbar ist. Der Blutspendedienst Nord-Ost ruft deshalb alle gesunden Bürger dringend zu Blutspenden auf. Es gibt derzeit keine Hinweise für die Übertragbarkeit des Coronavirus Sars-CoV-2 durch Blut. Im Gegenteil: Bluttransfusionen retten Leben und werden deshalb dringend gebraucht.

Von Tanja Banner mit Material von afp und dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance/Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

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