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Pandemie

Corona-Impfung: Wie gefährlich sind Mutanten?

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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Drohen uns bei fortschreitender Durchimpfung der Bevölkerung weitere Corona-Mutanten? Die Wissenschaft forscht.

  • Coronavirus: Schützen die Impfstoffe gleichermaßen gegen Erkrankung und Infektionen?
  • Impfstoff-Entwicklung: Können bei fortschreitender Durchimpfung oder Durchseuchung weitere Mutanten wie in Südafrika oder Großbritannien entstehen?
  • Sars-Cov-2: Wie können Impfstoffe von BioNtech / Pfizer, Astrazeneca, Moderna oder Johnson&Johnson auch gegen weitere Mutanten schützen?

Berlin - 14 geimpfte Bewohner:innen eines Alten- und Pflegeheims in Belm im Landkreis Osnabrück wurden erneut positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Bewohner:innen hatten am 25. Januar ihre zweite Dosis des Corona-Impfstoffes von BioNtech / Pfizer erhalten. Laut einem Bericht von verschiedenen Medien sei der Test von den Betroffenen am 2. Februar positiv auf die Corona-Mutante B.1.1.7, die zuerst in Großbritannien nachgewiesen wurde., ausgefallen. Alle Betroffenen sollen asymptomatische oder leichte Verläufe aufzeigen.

Infektionen trotz Impfung im Pflegeheim: Weshalb das trotzdem für den Impfstoff spricht

Der deutsche Impfstoffhersteller BioNtech sagte am Montag (08.02..2021), dass es für die Impfung spräche, dass alle Betroffenen nur asymptomatische oder milde Verläufe hätten. „Sollten Menschen trotz der Immunisierung an Covid-19 erkranken, ist das Ziel der Impfung, vor einem schweren Krankheitsverlauf zu schützen“, hieß es von BioNtech außerdem. Sieben Tage nach der zweiten Impfung schütze der Impfstoff zu 95 Prozent vor der Erkrankung – ersten Analysen zufolge auch bei der Mutante B.1.1.7 aus Großbritannien. Zuvor hatte es zwar bereits Fälle von Infektionen nach einer Impfung gegeben, allerdings nur nach der ersten Impfdosis. BioNtech-Gründer Ugur Sahin sagte der Deutschen Welle, dass der Impfstoff von BioNtech / Pfizer auch auf 20 Mutationen des Virus erfolgreich getestet wurde. Genauere Daten zu den Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika werden noch erhoben.

Ein Forscher zeigt im Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, wie ein PCR-Test für die Analyse auf Mutationen des Coronavirus vorbereitet wird.

Corona-Mutante in Südafrika: Was können Impfstoffhersteller dagegen tun?

Das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, kann durch die Impfstoffe höchstwahrscheinlich gesenkt werden. Jedoch stellt sich die Frage, ob die Impfstoffe auch Infektionen verhindern können. Mutationen entstehen auch mit der fortschreitenden Durchseuchung der Bevölkerung. Eine geringere Durchseuchung bietet eine weniger günstige Ausgangslage für Virusvarianten, da weniger Menschen Antikörper aufweisen, die das Virus durch Mutationen umgehen will.

Deshalb stellen die sogenannten Fluchtmutanten ein weiteres Problem dar. Die Mutante, die zuerst in Südafrika nachgewiesen wurde, ist wohl eine Fluchtmutante. Dort ist die Bevölkerung bereits stark durchseucht. In solchen Fällen kann das Virus versuchen, durch Spike-Mutationen das Immunsystem, das bereits Antikörper gegen das alte Virus aufweist, auszutricksen.

Die Impfstoffhersteller Astrazeneca hatte bereits eine eingeschränkte Wirksamkeit ihres Wirkstoffes für die Mutante, die zuerst in Südafrika nachgewiesen wurde, bekanntgegeben. Südafrika will stattdessen mit dem Wirkstoff von Johnson&Johnson seine Impfkampagne beginnen, dessen Effektivität gegen die Variante aus Südafrika nachgewiesen sei, so Südafrikas Gesundheitsminister Zweli Mkhize. Auch der Novavax-Impfstoff soll gegen schwere Verläufe - wenn eingeschränkt - bei der Variante, die zuerst in Südafrika nachgewiesen wurde, schützen.

Mutanten trotz Impfung? Weshalb Fluchtmutanten so gefährlich sind

Je stärker die Bevölkerung durchgeimpft ist, desto wahrscheinlicher könnten Versuche des Virus, das Immunsystem auszutricksen, sein. Mutanten wie in Südafrika könnten entstehen. Deshalb arbeiten Impfstoffhersteller nun daran, ihre Wirkstoffe an die Mutanten des Virus anzupassen. Bei den Untersuchungen, ob ein Impfstoff gegen Mutanten wirken kann, verwenden Wissenschaftler:innen neben Proband:innen auch Blutplasma von Menschen, die eine Covid-19-Infektion bereits überstanden haben oder bereits geimpft worden sind, wie „Spiegel Online“ berichtet.

Da in dem Blutplasma Antikörper gegen das bekannte Sars-Cov-2 vorhanden sind, soll getestet werden, ob diese auch die beiden bekannten Mutanten angreifen. Nun werde untersucht, ob die Mutante, die zuerst in Großbritannien nachgewiesen wurde, auch von den Antikörpern erkannt werde. Auch werde untersucht, ob Antikörper die Mutante, die zuerst in Südafrika nachgewiesen wurde, erkenne, wie „Spiegel Online“ berichtet. Noch fehlen allerdings weitere gesicherte Daten. Der BioNTech-Pfizer-Impfstoff soll laut ersten Studien sowohl gegen die Variante, die verstärkt in Südafrika auftritt, als auch gegen die Variante aus Großbritannien schützen, wie aus einer Studie hervorgeht, die in nature medicine veröffentlicht wurde. Weitere Daten werden erwartet.

Dass Viren mutieren, ist nicht ungewöhnlich. So mutieren zum Beispiel auch Influenza-Viren. Die Impfstoffhersteller passen auch hier ihre Impfung an die jeweiligen Virusvarianten an. (Delia Friess) Ein Impfstoff gegen mehrere Coronaviren: Forschungsteam präsentiert Allrounder-Impfung

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow

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