Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nahaufnahme einer Krankenschwester bei der Vorbereitung einer Spritze.
+
Die Corona-Schutzimpfungen werden mehr und mehr verimpft – wie lange aber dauert es, bis der Impfstoff seine volle Wirkung erreicht? (Symbolbild)

Studie der Charité

Corona-Mutanten: Müssen wir uns jetzt regelmäßig gegen das Virus impfen lassen?

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
    schließen

Müssen Coronavirus-Impfstoffe wie bei der Grippe regelmäßig aktualisiert werden? Eine Studie hat untersucht, wie sich Erkältungs-Coronaviren in der Vergangenheit verändert haben.

Berlin – Je länger die Coronavirus-Pandemie andauert, desto mehr Berichte gibt es über sogenannte Mutanten von Sars-CoV-2. Die in Großbritannien entstandene Variante B.1.1.7 ist beispielsweise mittlerweile auch in Deutschland vorherrschend. Weltweit verbreiten sich außerdem B.1.351, die in Südafrika zuerst nachgewiesen wurde sowie P.1, die in Brasilien zunächst gefunden wurde. Diese drei werden vom Robert-Koch-Institut als „besorgniserregende Varianten“ geführt.

Während es bei B.1.1.7 laut dem Robert-Koch-Institut bisher keine Hinweise gibt, dass die Impfstoffe gegen Covid-19 weniger wirksam ist, ist das bei den anderen beiden „besorgniserregenden Varianten“ nicht so: Studien weisen darauf hin, dass Menschen, die gegen die ursprüngliche Variante geimpft sind, weniger gut vor der südafrikanischen Mutante geschützt sind. Ähnliches gilt für die in Brasilien verbreitete Mutante P.1.

Impfung gegen das Coronavirus: Impfstoffe werden weiterentwickelt weiter

Die Firmen, die Impfstoffe herstellen, arbeiten deshalb bereits daran, ihre bereits zugelassenen Impfstoffe an neue Varianten anzupassen. So sagte der Vorstandsvorsitzende von BioNTech, Uğur Şahin, bei einer Veranstaltung des Science Media Center: „Natürlich machen wir uns Gedanken darüber, wie wir uns auf Veränderungen des Virus vorbereiten und wie wir den Impfstoff weiterentwickeln können.“

Doch wie oft wird es in Zukunft nötig sein, aktualisierte Impfstoffe für neue Varianten zu entwickeln? Müssen wir uns wie bei der Grippe-Impfung einmal im Jahr mit einem aktualisierten Impfstoff impfen lassen, um gegen die jeweils aktuelle Mutante geschützt zu sein? Diese Frage haben sich Forscher:innen der Berliner Charité gestellt.

Impfung gegen das Coronavirus: Alle bisherigen Impfstoffe richten sich gegen Spike-Protein

Für ihre Studie, die im Fachmagazin Virus Evolution erschienen ist, haben sie die genetische Entwicklung von Erkältungs-Coronaviren untersucht. Vier dieser relativ harmlosen Coronaviren verursachen weltweit rund zehn Prozent der Erkältungen und zirkulieren schon wesentlich länger als Sars-Cov-2. Mit diesem haben sie aber gemeinsam, dass ebenfalls mithilfe des sogenannten Spike-Proteins in die Zellen eindringen. Gegen dieses Protein sind alle bisherigen COVID-19-Impfstoffe gerichtet.

Die Forscher:innen haben sich nun angeschaut, wie die beiden am längsten bekannten Coronaviren sich über die vergangenen 40 Jahre verändert haben und Stammbäume für sie entwickelt. Diese Stammbäume verglichen sie mit dem des Influenza-Stamms H3N2, der sich besonders effizient der menschlichen Immunreaktion entzieht.

Impfung gegen das Coronavirus: Erkältungs-Coronaviren verändern sich langsamer als Grippe

Das Ergebnis: Auch die Coronaviren haben sich immer wieder der menschlichen Immunreaktion entzogen, genau wie der Influenza-Stamm H3N2. Genau wie dieser ähnelten die Stammbäume der Cornaviren einer Treppe. „Ein solch asymmetrischer Stammbaum bedeutet, dass eine zirkulierende Viruslinie regelmäßig durch eine andere ersetzt wird, weil diese einen Überlebensvorteil hat“, sagte Dr. Wendy K. Jó, Erstautorin der Studie vom Institut für Virologie der Charité laut einer Mitteilung. Dies sei ein Hinweis auf eine sogenannte Antigen-Drift, also eine kontinuierliche Veränderung der Oberflächenstrukturen, durch die Viren sich der menschlichen Immunreaktion entziehen.

Es ist allerdings deshalb nicht gesagt, dass es wirklich jedes Jahr - etwa wie bei der Grippe - einen aktualisierten Coronavirus-Impfstoff braucht. Deshalb berechneten die Forscher:innen zusätzlich, wie schnell sich die drei Viren veränderten. Während sich in der Influenza-Sequenz pro Jahr 25 Mutationen pro 10.000 Erbgut-Bausteinen ansammelten, waren es bei den Coronaviren nur etwa sechs Mutationen. Die Erkältung-Coronaviren haben sich also um das Vierfache langsamer verändert als das Grippevirus.

Coronavirus

Alle Informationen zu Sars-CoV-2 finden Sie in den Corona-News.

Impfung gegen das Coronavirus: Nach der Pandemie seltener Änderungen nötig

„Das ist mit Blick auf Sars-CoV-2 eine gute Nachricht“, sagte Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. Sars-CoV-2 habe zwar derzeit geschätzt etwa zehn Mutationen pro 10.000 Erbgut-Bausteinen pro Jahr - also mehr als die Erkältungs-Coronaviren. Dies liege aber daran, dass sich derzeit sehr viele Menschen mit Corona infizierten.

„Auf Basis der Evolutionsraten der heimischen Erkältungs-Coronaviren gehen wir davon aus, dass sich auch SARS-CoV-2 langsamer verändern wird, sobald das Infektionsgeschehen abebbt – also nachdem ein Großteil der weltweiten Bevölkerung entweder durch die Erkrankung selbst oder durch eine Impfung einen Immunschutz aufgebaut hat“, sagte Jan Felix Drexler, Leiter der Studie vom Institut für Virologie laut der Mitteilung. Während der Pandemie müssten die Impfungen deshalb regelmäßig überprüft und wenn nötig angepasst werden. „Sobald sich die Situation stabilisiert hat, werden die Impfungen aber voraussichtlich länger nutzbar sein“. (Friederike Meier)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare