Steigende Infektionszahlen

Befristeter Corona-Lockdown: Lauterbach und Drosten bringen „Circuitbreaker“ ins Spiel

  • vonMirko Schmid
    schließen

Die Corona-Lage in Deutschland verschärft sich. Gesundheitsexperte Lauterbach und Virologe Drosten sind für einen Lockdown - mit einem entscheidenden Kniff.

  • Virologe Christian Drosten zitiert eine britische Studie und bringt so einen zeitlich befristeten Lockdown ins Spiel.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach stellt sich hinter die Idee, dass ein kurzer Lockdown Corona eindämmen könnte.
  • Ein Vorteil, den Lauterbach und Drosten im kurzen Lockdown sehen, ist die höhere Akzeptanz der Maßnahme in der Bevölkerung.

Berlin - Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Deutschlands führender Virologe Christian Drosten bringen eine neue Variante zur Eindämmung der zweiten Corona-Welle ins Spiel. Um einen längerfristigen Lockdown zu verhindern und trotzdem die immer weiter ansteigenden Infektionszahlen unter Kontrolle zu bringen, denken Drosten und Lauterbauch laut über den sogenannten Circuitbreaker (Überlastschalter) nach.

Der Virologe Christian Drosten kann sich kurze, zeitlich begrenzte Corona-Lockdowns in Deutschland vorstellen.

Drosten: Ein zeitlich befristeter Lockdown kann exponentiellen Corona-Anstieg durchbrechen

Um die Zunahme von Neuinfektionen mit Corona zu verzögern, schlagen Drosten und Lauterbach vermehrt kurze, zeitlich befristete Lockdowns vor, wie sie gerade in England diskutiert werden. Nachdem Christian Drosten die englischen Überlegungen via seines Twitter-Accounts in Umlauf gebracht hatte, sekundierte SPD-Experte Karl Lauterbach. Weil mit systematischen Kurz-Lockdowns („Circuitbreaker“) ein exponentielles Wachstum der Zahl an Neuinfektionen unterbrochen werden könne, könnten solche Kurz-Lockdowns helfen, ökonomische und schulische Kosten zu regulieren. Außerdem könnten unterbrochene, kurze Lockdowns eher eine Akzeptanz in der Bevölkerung finden, mutmaßt Lauterbach.

Ein kurzer Lockdown könnte helfen, einen langen Corona-Lockdown zu verhindern

Die von Christian Drosten zitierte britische Studie stammt von sieben Autor:innen. In der Studie wird die positive Auswirkung von kurzen, von Beginn an klar als zeitlich befristet kommunizierten Corona-Lockdowns beschrieben: „Wir stellen fest, dass Vorsorgepausen die größten Gewinne bringen, wenn die Wachstumsrate niedrig ist. Wenn die Wachstumsrate höher ist, bietet ein solcher Lockdown* eine dringend benötigte Bremse gegen die Erhöhung der Infektionszahlen, wodurch möglicherweise mit anderen Maßnahmen (wie der Kontaktverfolgung) die Kontrolle wiedererlangt werden kann. Die feste Dauer und die Vorwarnung können gesellschaftliche Auswirkungen begrenzen.“

Insbesondere seien die Auswirkungen auf die Prävalenz von Infektionen sowie die Gesamtzahl der vorhergesagten Krankenhauseinweisungen und Todesfälle in der Studie beachtet worden. Die Absicht ist klar: Während das Gesundheitssystem möglichst entlastet und die Kurve von Neuinfektionen mit Corona flach gehalten werden soll, können kurze Lockdowns verhindern, dass es ohne Circuitbreaker zu einem nächsten, allgemeinen und längerfristigen Lockdown kommt. (Mirko Schmid) merkur.de* ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare