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Afrika

Coronavirus-Impfung: Diese Länder haben gar keine Impfdosen erhalten

  • VonTanja Koch
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Während in Europa Nebenwirkungen und Qualität der Corona-Impfstoffe diskutiert werden, haben die Impfkampagnen in anderen Regionen der Welt noch gar nicht begonnen.

Pretoria – Verglichen mit den Fallzahlen in Europa erscheint die Corona-Lage in Afrika weniger besorgniserregend. Tatsächlich aber ist das Gesundheitssystem dort teilweise überfordert, dass nur ein Bruchteil der Infektionen erfasst wird. Es mangelt an Testkapazitäten und die Dunkelziffer ist hoch, wie AP berichtet.

Auch was das Impfen angeht, hinken viele Länder in Afrika hinterher, die Herstellung von Vakzinen dürfte teilweise Jahre dauern. Fast ein Dutzend Länder etwa hätten noch gar keine Impfdosen erhalten, darunter die folgenden:

Corona in Afrika: Kaum Impfdosen verfügbar

Ungleiche Verteilung von Impfstoffen haben starke Auswirkungen auf die Regionen. Die Zahl der Hungernden etwa wird laut der Welthungerhilfe voraussichtlich um bis zu 130 Millionen Menschen ansteigen.

In Indien ist die Pandemielage außer Kontrolle geraten. Nun gibt es Befürchtungen für eine ähnliche Krise in Afrika. Der Kontinent befinde sich in einem „gefährlichen Vakzin-Vakuum“, schreibt die südafrikanische Online-Zeitung Daily Maverick. „Es ist gut möglich, dass wir in Afrika ein Szenario wie in Indien haben“, warnt Africa CDC-Direktor Nkengasong. Anders als der Subkontinent habe Afrika einem größeren Ausbruch der Pandemie aber nur wenig entgegenzusetzen. „Unsere Gesundheitssysteme sind sehr fragil“, so Nkengasong. Selbst weit entwickelte Länder wie Südafrika stoßen derzeit an ihre Grenzen.

Coronavirus in Afrika: Es mangelt an Impfdosen, Geld, Logistik und Vertrauen

In keinem anderen Kontinent sind so wenige Menschen geimpft wie in Afrika. Nur ein Prozent der weltweit verabreichten Impfungen entfalle bislang auf Afrika, wie die Afrika-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation, Matshidiso Moeti, erklärte „Wir müssen alle verfügbaren Dosen in die Arme der Menschen bekommen“, forderte sie.

Tschad15,95 Millionen Einwohner:innen (2019)
Burkina Faso20,32 Millionen Einwohner:innen (2019)
Burundi11,53 Millionen Einwohner:innen (2019)
Eritrea6,16 Millionen Einwohner:innen (Schätzung 2019)
Tanzania58,01 Millionen Einwohner:innen (2019)

Ein Grund für den Impf-Notstand in afrikanischen Ländern seien Verzögerungen und Engpässe bei den Lieferungen der Dosen. Auch die Krise in Indien verschärfe die Situation in Afrika. Das Serum Institute of India war Afrikas wichtigste Impfstoff-Quelle, strich im März allerdings alle großen Exporte.

Auch an Geld und logistischen Kapazitäten mangele es in vielen afrikanischen Ländern. Ähnlich wie auch in Europa wächst zudem die Skepsis gegenüber der Mittel in Bezug auf Sicherheit und Nebenwirkungen. Höchstrichter Mogoeng Mogoeng warnte im vergangenen Jahr etwa vor der „teuflischen Impfung“.

Covax will Coronavirus-Impfungen vorantreiben

Das Impfprogramm Covax, an dem die Vereinten Nationen beteiligt sind, will die Impfkampagnen in Ländern wie dem Tschad oder Haiti vorantreiben. Über das Programm werden Impfdosen von Astrazeneca vermittelt.

In Afrika geht das Impfen nur langsam voran.

Der Tschad äußerte laut AP jedoch Bedenken, der Astrazeneca-Impfstoff schütze womöglich nicht ausreichend gegen eine bestimmte Coronavirus-Mutation aus Südafrika. Auch die Infrastruktur erschwert Covax die Arbeit. Im kommenden Monat soll das Land Impfdosen von Pfizer erhalten – doch offenbar ist unklar, ob bis dahin geeignete Kühlschränke angeschafft werden können. Im Tschad herrschen teils 43,5 Grad Celsius, die dem Mittel schaden würden.

Auch in Haiti mangelt es an geeigneten Lagermöglichkeiten. 756.000 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs soll das Land über Covax erhalten. Bislang wurde auch in Haiti noch kein einziger der 11 Millionen Menschen geimpft. Die Bedenken gegenüber Astrazeneca beziehen sich in Haiti jedoch auf die Nebenwirkungen.

Um die Pandemie-Lage zu entschärfen, erwägen Südafrika und Indien nun, Patentrechte auf Impfstoffe vorübergehend aufzuheben – was eine Masssenproduktion ermöglichen würde. Mehrere Mitglieder der Welthandelsorganisation bekundeten bereits ihre Unterstützung – zuletzt sogar die USA. Andere Industriestaaten blockieren das Vorhaben. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa sprach von einem „Kampf, der die globale Solidarität auf die Probe stellt“. (tk/mit kna)

Rubriklistenbild: © Joseph Mizere/XinHua/dpa

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