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Immunität nach Corona-Infektion? Neue Studien mit hoffnungsvollen Ergebnissen

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Von: Delia Friess

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Gibt es eine Chance auf Immunität nach einer Corona-Infektion? Gleich zwei Studien machen Hoffnung - auf Antikörper, die lange vorhalten. Die Ergebnisse sind jedoch vorläufig.

Update von Freitag, 20. November 2020: Eine weitere Studie zur Immunität nach einer Corona-Infektion lässt aufhorchen, denn sie besagt, dass das Risiko einer erneuten Corona-Infektion binnen sechs Monaten gering ist. Die Studienergebnisse seien „wirklich gute Nachrichten“, erklärte Professor David Eyre von der Universität Oxford am Freitag. „Wir können zuversichtlich sein, dass die meisten Menschen, die Covid-19 hatten, es zumindest kurzfristig nicht wieder bekommen werden.“

Corona-Proben in einem Labor.
Hält die Immunität gegen das Coronavirus nun doch länger an? Eine neue Studie dazu macht Hoffnung. (Archivfoto) © Hendrik Schmidt/dpa

Die Studie läuft noch und hat das Ziel, zu ermitteln, wie lange die Immunität nach einer Corona-Infektion anhält. Bisher gibt es nach Angaben der Forscher noch nicht genügend Daten, um eine Aussage über das Infektionsrisiko nach sechs Monaten zu treffen. Da die Studie noch in der Mache ist, durchlief sie auch noch kein Peer-Review-Verfahren zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität.

Antikörper-Studie überrascht: Immunität nach Corona-Infektion könnte länger andauern

Erstmeldung von Mittwoch, 18. November 2020: San Diego - Während die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA einen neuen traurigen Rekord erreichen, fragt sich die Welt weiter, ob und wie lange die Immunität bei Corona-Patient:innen anhält. Die Frage, ob sich Patient:innen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, nochmals infizieren können oder ob es sich um ein Wiederaufflammen der Corona-Infektion handelt, beschäftigt die Wissenschaft.

Zudem sind Antikörper nach einer Corona-Infektion auch im Kontext einer Impfstoff-Entwicklung und von massentauglichen Tests relevant. Außerdem wird immer wieder die Frage nach den Möglichkeiten einer Herdenimmunität diskutiert. Das immunologische Gedächtnis könnte dabei nach einer überstandenen Erkrankung helfen: Neutralisierende Antikörper können verhindern, dass das Virus in die Zellen gelangen kann.

Coronavirus Sars-CoV-2: Neue Untersuchung zu Antikörpern und Covid-19 macht Hoffnung

Eine neue Untersuchung macht nun Hoffnung, wie die „New York Times“ berichtet. Allerdings wurden die Ergebnisse noch nicht von Expert:innen abschließend fachlich geprüft oder in einem Fachblatt offiziell veröffentlicht. Trotzdem sei es laut „New York Times“ die bisher umfassendste und langfristigste Studie zu Immunität und Antikörpern nach einer überstandenen Erkrankung an Covid-19.

Den vorläufigen Studienergebnissen zufolge hätten die meisten Patient:innen nach Überstehen einer Covid-19-Infektion sechs Monate lang Antikörper und andere Formen von immunologischen Gedächtnisreaktionen im Körper. Das immunologische Gedächtnis könnte die große Mehrheit der Menschen - so die Hoffnung - sogar für mehrere Jahre vor einer schweren Erkrankung schützen, sagte Shane Crotty, Virologe am La Jolla Institute of Immunology und Co-Leiter der Studie der „NYT“.

Coronavirus und Antikörper: Wie hoch ist das Risko einer Reinfektion?

Schon zuvor schätzten Expert:innen das Risiko einer Reinfektion als geringer ein, da nur etwa fünf Reinfektionen mit dem Coronavirus nach einer bereits überstandenen Infektion Ende September bekannt waren, wie ebenfalls die „NYT“ berichtet. Wie lange die Antikörper aber nach einer Infektion anhielten, ist noch offen.

Dass die Forschung noch am Anfang steht und die neuen Daten mit Vorsicht zu betrachten sind, machen auch die unterschiedlichen Ergebnisse von Studien zu Covid-19 und Antikörpern deutlich. So veröffentlichte die Harvard Medical School eine Studie, die zu dem Schluss kommt, dass Covid-19 Patient:innen mit milden Verläufen eine länger anhaltende Immunität haben, wie auch der „MDR“ berichtet. Zu einem ähnlichen Schluss kommen Forscher:innen von der Universität Washington

Antikörper nach einer überstandenen Corona-Infektion: Neue Studie macht Hoffnung

In den vergangenen Monaten sorgten Nachrichten, ob Antikörper mit der Zeit schwinden könnten, für Besorgnis, wie ebenfalls die „New York Times“ berichtet. So will eine Studie des Imperial College London herausgefunden haben, dass der Anteil der Bevölkerung, die nach einer überstandenen Covid 19-Erkrankung eine Immunität entwickle, sinke. In einem Beitrag der „Deutschen Welle“ heißt es, dass es derzeit Konsens der Forschung sei, dass bei Menschen, die nur geringe bis gar keine Symptome von Covid-19 hatten, die Lebensdauer der Antikörper niedriger sei als bei Menschen, die schwere Symptome hatten. „Es ist wichtig, dass jeder die Corona-Regeln befolgt, um sich und andere zu schützen“, sagt Prof. Helen Ward, Co-Leiterin der Studie des Imperial College London.

Covid-19 und Antikörper: Vorsicht nach Corona-Infektion dennoch geboten

Immunolog:innen weisen jedoch auch darauf hin, dass es normal sei, dass Antikörper mit der Zeit zurückgingen. Aber selbst wenn sie nicht mehr im Blut nachweisbar seien, hieße das nicht unbedingt, dass Patient:innen nicht mehr immun seien. Andererseits seien Antikörper nur ein Teil des immunologischen Gedächtnisses. Auf die Frage, wie lange die Immunität wirklich anhält, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt wohl noch keine definitive Antwort. (Delia Friess, mit tab)

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