Corona-Krise

Corona-Test: Wer darf sich überhaupt auf das Coronavirus testen lassen?

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Die Antikörpertests spielen eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung des Coronavirus. Doch wann kann man sich eigentlich testen lassen? 

  • Die Corona-Tests sind ein Hilfsmittel im Kampf gegen die Corona-Krise.
  • Deutschlandweit wird viel auf das Virus getestet.
  • Doch wer darf sich eigentlich auf das Coronavirus testen lassen?

Die Corona-Tests gelten als wichtigster Verbündeter im Kampf gegen die Corona-Krise. Täglich werden tausende Menschen in Deutschland auf das Virus getestet. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jeden Mittwoch Daten zu Testkapazitäten in Deutschland. In der vergangenen Woche (07.-13.09.2020) sollen insgesamt mehr als 1.100.000 Tests durchgeführt worden ein. Dabei weist das RKI darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen sei, da eine Person auch mehrfach getestet werden könne.

Corona-Tests: Grippeähnliche Symptome als Voraussetzung

Doch wer kann sich in Deutschland eigentlich testen lassen und welche Voraussetzungen müssen für einen Corona-Test erfüllt sein? Das Bundesministerium für Gesundheit liefert eine knappe Auskunft: „Ausgangslage: Sie haben grippeähnliche Symptome. Und haben sich in den letzten 14 Tagen in einer Region mit Coronavirus-Fällen aufgehalten. Oder hatten in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall.“

Ein Rachenabstrich wird auf Corona getestet

Zu Beginn der Pandemie wurden lediglich Personen mit starken Symptomen auf das Coronavirus getestet. Das RKI rät, wie das Bundesministerium für Gesundheit, bereits bei leichten, grippeähnlichen Symptomen, einen Corona-Test durchzuführen. Es sei „besonders wichtig“, die Corona-Infektionen bereits bei schwachen Symptomen zu erkennen, so RKI-Vizepräsident Lars Schaade.

Coronavirus: Abstrich der oberen Atemwege

Im Falle eines Verdachts entscheidet in der Regel der Hausarzt, ob es sinnvoll ist, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Im Falle des Tests wird der zuständige Arzt eine Probe aus den „oberen und/oder tieferen Atemwegen, zum Beispiel als Abstrich aus dem Nasen-, Mund-, Rachenbereich“ entnehmen, so das Bundesministerium für Gesundheit.

Anschließend werden die entnommenen Proben in ein Diagnostiklabor geschickt, welches durch Analyse ermittelt, ob das Coronavirus in der Probe enthalten ist. Allerdings betont das RKI, dass man bei Symptomen nicht persönlich in der Arztpraxis erscheinen soll, sondern sich stattdessen telefonisch mit dem Arzt in Verbindung setzen soll, da das Risiko einer Infektion sehr hoch ist. Schnelltests sind bisher nicht möglich.

Zusammengefasst bedeutet das für die Bürger, dass ein Test zunächst nur bei Symptomen, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden können, durchgeführt wird. Anders verhält sich die Lage bei Reiserückkehrern, Lehrern oder Sportlern der Bundesliga.

Flächendeckene Corona-Tests für Lehrkräfte?

Seit dem 01. August 2020 dürfen sich aus dem Ausland zurückkehrende Urlauber kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Dabei sind die Tests bis zu 72 Stunden nach der Rückkehr aus dem Ausland möglich. Durchgeführt werden sie an Einrichtungen wie Flughäfen, Gesundheitsämtern oder Arztpraxen. Die einzige Bedingung: ein Nachweis über den Aufenthalt im Ausland, wie etwa ein Flugticket oder eine Hotelrechnung. Diese Regelung soll aber bald der Vergangenheit angehören. Zum Ende der letzten Sommerferien in Baden-Württemberg werden die kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer abgeschafft. Darauf hatten sich Bund und Länder Ende August geeinigt.

Für Lehrer gibt es bisher keine flächendeckenden Corona-Tests. In Niedersachsen können sich Lehrkräfte freiwillig und kostenlos bis zu zweimal auf das Coronavirus testen lassen. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sprach sich offen für flächendeckende Corona-Tests für Lehrkräfte aus.

Corona-Tests in der Bundesliga

Im Profisport scheint die Lage nicht transparent zu sein. Profi-Fußballer werden kostenlos und zudem häufig getestet. Zu der Anzahl der Corona-Tests, die die 36 Profiklubs in Deutschland durchgeführt haben, schweigt sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) laut „Deutschlandfunk“ aus. Auch die Vereine selbst würden eine genaue Auskunft verweigern.

Aus einer Pressemitteilung lässt sich zumindest erahnen, wie viele Corona-Tests von der DFL verwendet wurden. Klar wird, dass die Vereine im Falle eines Infektionsherdes an einem der Standorte mindestens zweimal die Woche Tests durchführen müssten. Man gehe daher von 3600 Tests pro Woche aus, so der DFL. Rechnet man diese Zahl auf die letzten acht Wochen, in denen die letzte Saison zu Ende gespielt wurde, hoch, ergeben sich etwa 28.800 Tests.  

Kapazitäten für Corona-Tests bei 1,4 Millionen pro Woche

Zwar liegen die aktuellen Testkapazitäten bei etwa 1,4 Millionen Tests pro Woche, weswegen die wenigen tausend Tests des DFL nicht ins Gewicht zu fallen scheinen. Allerdings melden zahlreiche Labore einen Rückstau an abzuarbeitenden Proben. Laut eigener Aussage wolle die DFL vermeiden, „dass wir auch nur einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter aus irgendeiner Klinik auch nur irgendeinen Tests wegnehmen würden“, betonte DFL-Chef Christian Seifert im April. Ob die DFL eventuell weniger Tests für die Profifußballer ansetzen kann, wird die Zahl der künftigen Testkapazitäten entscheiden. (Von Marvin Ziegele)

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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