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Schutz gegen das Coronavirus: Was bringen Atemschutzmasken? Das sagen Experten

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In Deutschland ist das Coronavirus angekommen, Atemschutzmasken sind begehrt. Aber schützen sie überhaupt vor der Krankheit?

  • Das Coronavirus ist in Deutschland angekommen, der erste Fall wurde in Bayern bestätigt
  • Atemschutzmasken sind als Schutzmaßnahme verbreitet und in manchen Apotheken ausverkauft
  • Helfen Atemmasken gegen das Coronavirus und wie kann man sich sonst noch schützen?

Update vom 28.01.2020, 17.19 Uhr: Auch wenn von Experten das Ansteckungsrisiko in Deutschland als gering eingeschätzt wird, sind die Menschen beunruhigt. Nun melden die hessischen Apotheken, dass die Atemschutzmasken ausverkauft sind.

Sind Atemschutzmasken eine geeignete Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus? Experten sagen: nein.

Erstmeldung, 28.01.2020: Frankfurt - Das Coronavirus, das Ende 2019 im chinesischen Wuhan ausgebrochen ist, ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Ein Mann im bayerischen Landkreis Landsberg hatte sich bei einer Kollegin aus China angesteckt - offenbar der erste Fall einer Übertragung des Coronavirus von Mensch zu Mensch außerhalb Asiens.

Seit das Coronavirus Thema ist, sieht man immer häufiger Menschen, die Atemschutzmasken in der Öffentlichkeit tragen. Können die Schutzmasken vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus helfen? Offenbar scheinen viele Menschen das zu glauben, Atemschutzmasken würden in vielen Apotheken bundesweit „verstärkt nachgefragt“, erklärte Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am Montag (27.1.2020).

Schützen Atemschutzmasken vor dem Coronavirus?

Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, hält Schutzmaßnahmen von Bürgern wie das Tragen eines Mundschutzes derzeit für unnötig. „Persönlicher Schutz ist im Augenblick vollkommen unsinnig“, zitiert dpa den Infektionsexperten. Die chirurgischen Gesichtsmasken seien dem Experten zufolge nicht zum Schutz vor Ansteckungen gemacht.

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Die Atemschutzmasken sollten dafür sorgen, dass möglicherweise infektiöse Tröpfchen aus dem Atemtrakt des Chirurgen nicht in das Operationsgebiet gelangen. Es mache daher Sinn, zum Beispiel als Grippekranker eine Maske zum Schutz anderer Menschen zu tragen. „Aber der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit“, so Salzberger.

Schutz vor dem Coronavirus: Atemschutzmasken helfen nur bedingt

Die Masken helfen zwar offenbar nicht gegen Viren, die über die Luft übertragen werden, doch sie können gegen etwas anderes helfen: Gegen Schmierinfektionen, die durch den häufigen Griff an Nase und Mund begünstigt werden.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Weltgesundheitsorganisation empfehlen das Tragen eines Mundschutzes gegen das Coronavirus nicht. Patienten, die als Verdachtsfälle eingestuft sind, sollten laut RKI jedoch eine mehrlagige Mund-Nasen-Maske tragen.

Angst vor dem Coronavirus: Schutzmasken in einigen Apotheken ausverkauft

Mittlerweile sind Atemschutzmasken in einigen Apotheken in Bayern bereits ausverkauft, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf einen Sprecher des bayerischen Apothekerverbands. Derzeit gebe es angesichts des Coronavirus eine verstärkte Nachfrage. Zudem sei es bei einigen Großhändlern schwierig, Nachschub zu bekommen.

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Coronaviren - zu ihnen zählen auch Sars und Mers - werden gewöhnlich durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen. Wie genau das neuartige Coronavirus 2019-nCoV übertragen wird, dazu fehlen bisher genaue Informationen, so das RKI (was man bisher über das Coronavirus weiß, finden Sie hier). Auch die Ansteckungsgefahr können Forscher noch nicht genau beurteilen. Chinesische Forscher gehen davon aus, dass ein Infizierter durchschnittlich 1,4 bis 2,5 Menschen ansteckt. Die Übertragungsrate hängt allerdings von sehr vielen Faktoren ab.

Wie kann man sich vor dem Coronavirus schützen?

Da Coronaviren durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen werden, empfehlen das Robert-Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation folgende Maßnahmen gegen eine Ansteckung:

  • gute Handhygiene
  • Husten- und Nies-Etikette
  • Abstand zu Erkrankten

Diese Schutzmaßnahmen gelten jedoch angesichts der aktuellen Grippewelle und Erkältungszeit nicht nur als Vorbeugung gegen das Coronavirus, sondern auch als Schutz vor Erkältung oder Grippe.

Coronavirus-Verdacht in Frankfurt und Göttingen

Das Coronavirus ist auch in Frankfurt und Hessen sowie Niedersachsen ein Thema: Am Flughafen Frankfurt hatte ein aus China kommendes Flugzeug vor der Landung eine Passagier mit Fieber gemeldet - es gab dann allerdings Entwarnung*. Der Flughafen Frankfurt wappnet sich trotzdem für den Coronavirus-Ernstfall. Derzeit gibt es einen Coronavirus-Verdachtsfall in Göttingen.

Die Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) nimmt im nächsten Semester keine chinesischen Gaststudierenden an. Grund ist der Coronavirus.

Das Coronavirus setzt die Staatsführung in China unter Druck. Xi Jinping kann dieses Mal nicht auf fremdländische Kräft als Ursache für die gesundheitlichen Probleme im Land verweisen, wie fr.de* berichtet.

Von Tanja Banner, mit dpa

Rubrikenbild: picture alliance/dpa

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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Rubriklistenbild: © picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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