Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Vitamine D, A und K sind fettlösliche Vitamine, Linolsäure ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure.
+
Die Vitamine D, A und K sind fettlösliche Vitamine, Linolsäure ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure.

Nährstoffe

Neue Corona-Studie: Helfen Vitamine gegen Sars-CoV-2?

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
    schließen

In einer Studie zum Coronavirus haben Forschende die Wirkung von Nährstoffen wie Vitaminen analysiert. Auch zu Cholesterin gibt es neue Erkenntnisse.

  • Eine neue Corona-Studie zeigt: Bestimmte Nährstoffe können im Kampf gegen Sars-CoV-2 helfen.
  • Im Fokus steht dabei das Spike-Protein.
  • Die Leiterin der Corona-Studie nennt Details.

Frankfurt/Bristol – Seit Beginn der Corona-Pandemie kursieren vor allem im Internet Empfehlungen, dass Vitamin D vor Covid-19 schützen soll. Was wenig verwunderlich scheint: Auch als Prophylaxe vor anderen Infektionskrankheiten ist das Vitamin, das Menschen auf natürlichem Wege vornehmlich über das Sonnenlicht und nur zu einem geringen Anteil über die Nahrung aufnehmen, seit Jahren im Gespräch. Wissenschaftlich belegt werden konnte eine solche Schutzwirkung aber nie, die Studienlage ist durchwachsen. Viele Menschen nehmen Vitamin-D-Präparate trotzdem vorbeugend ein, auch in vielen Kombinationsmitteln aus der Apotheke, die das Immunsystem stärken sollen, ist es enthalten.

Eine aktuelle Studie der Universität Bristol (Großbritannien) lässt das Pendel weiter in Richtung pro Vitamin D ausschlagen und vermeldet zudem positive Effekte für weitere Nährstoffe. So zeigt die im Fachjournal „Angewandte Chemie“ publizierte Untersuchung Hinweise, dass neben Vitamin D auch die Vitamine K und A einen gewissen Schutz vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 bieten können. Eine frühere Studie des Teams hatte eine ähnliche Wirkung auch für Linolsäure festgestellt. Bei Simulationen hefteten sich Teile dieser Vitamine und der Linolsäure an das Spike-Protein des Virus. Dieses Eiweiß ist der Schlüssel, mit dem der Erreger sich an menschliche Zellen bindet und Eintritt verschafft. Heften sich Teile der Nährstoffe an das Protein, kann es nicht mehr so gut an die Rezeptoren auf der Oberfläche docken. Die Folge wären ein erschwertes Eindringen und damit eine herabgesetzte Infektiosität.

Corona-Ausbreitung: Erkenntnisse zu Cholesterin

Cholesterin hingegen scheint es dem Virus leichter zu machen, sich im Körper zu verbreiten, haben die Forscher:innen herausgefunden. Diese Annahme passt zu einer Studie der US-amerikanischen Princeton Universität, wonach cholesterinsenkende Medikamente aus der Gruppe der Statine das Erkrankungsrisiko senken sollen, wenn man sich das Coronavirus eingefangen hat.

In der Studie wurde analysiert, welchen Einfluss Nährstoffe auf das Coronavirus Sars-CoV-2 haben. (Archivfoto)

Die Vitamine D, A und K sind fettlösliche Vitamine, Linolsäure ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure. Sie ist unter anderem enthalten in Oliven- und Sonnenblumenöl, in Nüssen und Mandeln, aber auch in Margarine und fettem Fleisch. Vitamin A kommt in Milch, Eigelb, Butter, Leber und Fisch vor, seine Vorstufen wie das ß-Carotin werden im Körper zu Vitamin A umgewandelt und finden sich zum Beispiel in Karotten, Aprikosen, Kürbis, Grünkohl und Spinat.

Vitamin K benötigt der Körper für die Blutgerinnung, außerdem wirkt es dem Abbau von Knochen entgegen. Reichlich enthalten ist es unter anderem in Rosenkohl, Grünkohl und Salat.

Auch Vitamin D ist wichtig für die Knochen und für ein funktionierendes Immunsystem. Der Körper stellt Vitamin D aus dem über die Haut aufgenommenen Sonnenlicht selbst her. Nur ein geringer Teil kann über die Ernährung gedeckt werden. Reich an Vitamin D sind fette Fischsorten, auch Leber, Eigelb und einige Pilze enthalten es.

Covid-19: Übergewichtige Menschen haben erhöhtes Risiko für schweren Corona-Verlauf

„Unsere Erkenntnisse helfen zu erklären, wie einige Vitamine über ihre normale Unterstützung des Immunsystems hinaus eine direktere Rolle bei der Bekämpfung von Covid 19 spielen könnten“, sagt Studienleiterin Deborah Shoemark. Nach Ansicht der britischen Forscher:innen könnten ihre Ergebnisse auch eine Erklärung dafür liefern, warum stark übergewichtige Menschen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 haben. „Vitamin D ist fettlöslich und neigt dazu, sich im Fettgewebe anzureichern. Das kann die Menge an verfügbarem Vitamin D bei Übergewichtigen vermindern“, sagt Shoemark. Zudem litten Länder, in denen Vitamin-D-Mangel stark verbreitet sei, stärker unter der Corona-Pandemie als andere. Auch in Deutschland ist vor allem in den Wintermonaten ein Vitamin-D-Mangel weit verbreitet, da viele Menschen sich fast nur noch in geschlossenen Räumen aufhalten.

Verweis auf Corona-Studie

Deborah Karen Shoemark et al., Molecular Simulations suggest Vitamins, Retinoids and Steroids as Ligands of the Free Fatty Acid Pocket of the SARS-CoV-2 Spike Protein, Angewandte Chemie International Edition, DOI: 10.1002/anie.202015639

Also ab in die Apotheke oder Drogerie und sich mit Vitaminpillen eindecken? So klar ist das leider nicht zu beantworten. Bislang handelt es sich bei den Ergebnissen nur um Theorien, die noch in klinischen Studien überprüft werden müssen. Als Nächstes will das Forschungsteam prüfen, ob die Einnahme von Präparaten mit den entsprechenden Nährstoffen eine Auswirkung auf die Vermehrung der Viren hat. (Pamela Dörhöfer)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare