Corona in den USA

Donald Trump macht Angehörige von Kriegsopfern für seine Corona-Infektion verantwortlich

  • Delia Friess
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  • Mirko Schmid
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Die Zahl von Corona-Infizierten steigt auf einen neuen Rekordwert. Unterdessen hat Donald Trump die Schuldigen für seine Corona-Infektion gefunden.

  • Die Anzahl an neu mit COVID-19 Infizierten steigt wieder an - nun auf rund 7,5 Millionen Menschen in den USA.
  • Die Arbeitslosenzahlen in den USA sind unterdessen weiter alarmierend hoch.
  • Donald Trump macht unterdessen Kriegsveteranen für seine Corona-Infektion verantwortlich.

+++ 20.00 Uhr: In einem Interview mit „Fox Business“ am Donnerstag bezeichnete Donald Trump die demokratische Kandidatin für das Amt der Vize-Präsidentin, Kamala Harris, mehrmals als „Monster“. In dem gleichen Interview fand Donald Trump eine Erklärung für seine Corona-Infektion. Gegenüber „Fox Business“ erklärte er, dass er sich nicht etwa während eines Events im Rosengarten des Weißen Hauses infiziert habe, in dessen Folge mehrere Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden sind.

Präsident Donald Trump streckt den Daumen nach oben auf dem Balkon vor dem Blöue Room bei seiner Rückkehr ins Weiße Haus am Montag, nachdem er das Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda, Md verlassen hat.

Donald Trump macht Angehörige von Kriegsopfern für seine Corona-Infektion verantwortlich

Donald Trump sagte, dass er sich wahrscheinlich am Sonntag, den 27. September, während eines Treffens mit sogenannten Gold Star Families mit dem Coronavirus infiziert habe. Als Gold Star Families werden in den USA Familien bezeichnet, die eine*n Angehörige*n in einem Krieg verloren haben. Die Veranstaltung soll im East Room des Weißen Hauses ohne Abstandsregeln und wenig Masken stattgefunden haben, wie auch CNN berichtet.

Trump habe das Event nicht absagen wollen und hätte angesichts der Geschichten der Angehörigen einfach keinen Abstand halten können, wie auch Politico den Präsidenten zitiert.

Donald Trump: Hope Hicks habe sich auch beim Militär angesteckt

Auch die Infektion seiner engen Beraterin Hope Hicks erklärte Trump mit einem Zusammentreffen mit Angehörigen des Militärs: „Es ist sehr, sehr schwer, wenn Leute vom Militär oder Starfverfolgungsbehörden zu dir kommen und sie dich drücken wollen und dich küssen wollen, weil du so einen guten Job für sie gemacht hast. Dann kommst du näher und Dinge passieren“, sagte Donald Trump außerdem in dem Telefoninterview.

Kriegsveteranen dementieren Behauptung von Donald Trump

Laut CNN habe das Weiße Haus die Herausgabe einer Liste von Anwesenden des Events der Gold Star Families verweigert. Nach Recherchen des Senders habe das Weiße Haus die Teilnehmenden im Vorfeld des Events auf Covid-19 testen lassen. Alle seien negativ getestet worden. Das schnelle Testverfahren des Weißen Hauses ist laut CNN nun massiver Kritik ausgesetzt. Zwölf Tage nach dem Event mit den Gold Star Families ginge es allen, die an dem Event teilgenommen hatten, gut. Niemand leide unter Symptomen, sagte Timothy Davis, Präsident von The Greatest Generations, einer Stiftung für Kriegs-Veteranen.

Arbeitslosenzahlen sind alarmierend hoch - Dunkelziffer drastisch

Update vom Donnerstag, den 08.10.2020, 17.30 Uhr: In den USA haben erneut mehr als 800.000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In der Woche bis zum 3. Oktober lag die Zahl der Erstanträge wie in der Vorwoche wieder bei rund 840.000. Das teilte das Arbeitsministerium in Washington D.C. am Donnerstag (08.10.2020) mit.

US-Präsidentschaftswahlen: Hohe Arbeitslosenquote in den USA

Kurz vor der Corona-Pandemie hatte die Anzahl an Neumeldungen von Arbeitslosen in den USA meist bei rund 200.000 pro Woche gelegen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt allerdings seit Monaten auch wieder. Im September war sie auf 7,9 Prozent zurückgegangen.

Donald Trump: Wirkliche Arbeitslosenquote sehr hoch - bei ungefähr 11 Prozent

Die Arbeitslosenquote in den USA erfasst aber nicht alle Menschen ohne Job. Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) geht davon aus, dass die wirkliche Arbeitslosenquote in den USA derzeit wohl eher bei zehn oder elf Prozent liegt.
In der Woche bis 19. September erhielten nach Angaben des Arbeitsministeriums 25,5 Millionen Menschen in den USA eine Form von Arbeitslosenhilfe. Ein Jahr zuvor waren es in der gleichen Woche nur 1,4 Millionen Menschen gewesen. Vor der Corona-Pandemie im März hatte die Arbeitslosenquote bei niedrigen 3,5 Prozent gelegen.

Die Arbeitslosenquote ist in den USA aufgrund der Corona-Pandemie weiter hoch.

US-Präsidentschaftswahl: Donald Trump verspricht schnelle Erholung der Wirtschaft

US-Präsident Donald Trump verspricht den Wählern eine schnelle Erholung der US-Wirtschaft. Der Republikaner Trump tritt bei der US-Präsidentschaftswahl am 3. November gegen den Demokraten Joe Biden an.
Seit dem Beginn der Corona-Pandemie in den USA haben sich mehr als 7,5 Millionen der 330 Millionen Amerikaner*innen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesopfer der Corona-Pandemie stieg in den USA auf rund rund 212.000.

Die Anzahl der positiv auf das Coronavirus getesteten US-Amerikaner steigt

+++ 12.50 Uhr: Die Anzahl der positiv auf das Coronavirus getesteten US-Amerikaner hat die Grenze von 7,5 Millionen durchbrochen. Alleine in den letzten 24 Stunden wurden 43.000 neue Corona-Fälle gemeldet. Weltweit sind inzwischen mehr als eine Millionen Menschen an den Folgen einer COVID-19-Infektion gestorben. Weltweit haben sich inzwischen rund 35,8 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, die USA liegt mit 7,5 Millionen Menschen in dieser traurigen Statistik ganz vorn. Zudem werden alleine aus den USA inzwischen 210.909 Todesfälle vermeldet.

Update vom Mittwoch, 07.10.2020, 09.15 Uhr: Die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA hat die Hoffnung auf die schnelle Zulassung eines Corona-Impfstoffes gedämpft. Die Behörde veröffentlichte ihre Richtlinien für die beschleunigte Zulassung eines Corona-Impfstoffs. Demnach müssen die Hersteller, die einen Impfstoff in der dritten und letzten Testphase an tausenden Menschen erproben, eine Nachbeobachtungszeit von mindestens zwei Monaten nach der zweiten Impfdosis einplanen, um ausreichend Daten „zur Bewertung des Risiko-Nutzen-Profils eines Impfstoffs“ zu erheben. Damit ist es äußerst unwahrscheinlich, dass noch vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November ein Impfstoff zur Verfügung steht. Präsident Donald Trump hatte dies zuletzt immer wieder in Aussicht gestellt.

Corona-Impfstoff in den USA: Weißes Haus versucht, Einfluss auf die neuen FDA-Richtlinien zu nehmen

Die beiden Unternehmen Moderna und Pfizer, die bei den klinischen Studien bislang am weitesten sind, haben die dritte Test-Phase Ende Juli begonnen. Da die zweite Impfdosis jeweils 28 Tage nach der ersten Dosis verabreicht wird, wäre die von der FDA geforderte Nachbeobachtungszeit bei den allerersten Probanden also Ende Oktober zu Ende. Die Firmen hätten dann aber vermutlich noch keine ausreichende Datengrundlage, um eine Zulassung im Schnellverfahren zu beantragen.

US-Medien berichteten unterdessen, das Weiße Haus habe versucht, Einfluss auf die neuen FDA-Richtlinien zu nehmen. Demnach hielt das Weiße Haus die Nachbeobachtungszeit für unnötig und wollte sie aus den Richtlinien streichen.

Für Donald Trump läuft nicht alles nach Plan.

Corona in den USA: Donald Trump erklärt Verhandlungen für Hilfspaket für gescheitert

+++21.15 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Verhandlungen mit den oppositionellen Demokraten für ein neues Corona-Hilfspaket vorerst für gescheitert erklärt. Auf Twitter schrieb Trump, er habe seine Unterhändler angewiesen, die Gespräche bis zur Präsidentschaftswahl am 3. November einzustellen.

Dafür versprach er, dass es „sofort“ nach einem Wahlsieg ein großes Konjunkturpaket geben werde. Die Verhandlungsführerin der Demokraten, die Vorsitzende des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, sei nicht kompromissbereit gewesen, klagte der US-Präsident. Seine Seite habe ein Paket in Höhe von 1,6 Billionen US-Dollar vorgeschlagen. Die Demokraten hätten aber auf 2,4 Billionen beharrt, behauptete er. An der New Yorker Börse stürzten die Aktienkurse umgehend in den Keller.

Update vom Dienstag, 06.10.2020, 16.09 Uhr: Obwohl die USA sich in Sachen Corona-Tests verbessert hat, hinkt das Land laut Immunologe Dr. Anthony Fauci dennoch hinterher. „Es werden schwere Wintermonate“, so Fauci gegenüber CNN. „Wir müssen das System mit Tests überfluten.“ So müsse die USA weiterhin konsequent testen, da die Dunkelziffer an Corona-Infizierten in den USA wohl deutlich höher liegt als bekannt. Das lag nicht zuletzt an den fehlenden Corona-Tests zu Beginn der Pandemie. Offiziell sind fast 7,5 Millionen US-Amerikaner an dem Coronavirus erkrankt. Alleine in den letzten 14 Tagen haben sich über 600.000 von ihnen mit Corona infiziert. So auch US-Präsident Donald Trump.

Cineworld schließt wegen Corona-Pandemie Kinos

Update vom Dienstag, 06.10.2020, 15.59 Uhr: Der weltweit zweitgrößte Kinobetreiber Cineworld hat all seine Kinos in Amerika aufgrund des Coronavirus geschlossen. Grund sind die fehlenden Filmpremieren. Der neue James-Bond-Film wurde zuletzt wegen Corona auf 2021 verschoben. Wann die Kinos wieder öffnen, ist unklar.

Update vom Dienstag, 06.10.2020, 06.50 Uhr: Wegen der stark steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen müssen die Schulen in neun Stadtvierteln von New York nun wieder schließen. Von Dienstag an (06.10.2020) blieben alle öffentlichen und privaten Schulen in den betroffenen Gebieten in den Bezirken Queens und Brooklyn geschlossen, teilte der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo mit. Die Schließung der Schulen hatte zuvor der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio beantragt. Der Forderung de Blasios, auch die Schließung nicht zwingender Geschäfte anzuordnen, kam Cuomo allerdings nicht nach.

New York ist die einzige Großstadt in den USA, in der die Schüler zum Beginn des neuen Schuljahres in die Klassenräume zurückkehren durften. Metropolen wie Chicago, Houston, Los Angeles oder Philadelphia setzen stattdessen Corona-bedingt auch weiterhin auf Online-Unterricht.

USA: Höchste Zahl an Neuinfektionen seit dem 14. August

USA - Am Samstagabend verkündeten nur Texas, South Carolina und Missouri sinkende Fallzahlen, wohingegen 21 Bundesstaaten der USA einen Anstieg der Corona-Fälle melden. In etwas mehr als der Hälfte aller US-Staaten sind die Fallzahlen im Vergleich zur Vorwoche stabil.

Die Corona-Fallzahlen in den USA steigen weiter. Fans wünschen Präsident Donald Trump gute Besserung.

Die Johns Hopkins University vermeldete am Freitag (02.10.2020) 54.506 neue Corona-Fälle in den USA. Dies ist die höchste Zahl an Neuinfektionen, seit am 14. August 64.601 Fälle vermeldet wurden. Durchschnittlich rund 46.500 neue Corona-Fälle ereigneten sich in den fünf Tagen vom 29. September bis 3. Oktober. Seit dem Vergleichszeitraum vom 14. bis 18. August habe es eine solche Steigerung nicht mehr gegeben, so die Wissenschaftler.

Die 21 Staaten der USA, die einen Anstieg der Corona-Fallzahlen melden, sind Alaska, Connecticut, Delaware, Idaho, Indiana, Kentucky, Maryland, Massachusetts, Montana, Nebraska, Nevada, New Hampshire, New Jersey, New Mexiko, New York, Ohio, Pennsylvania, Rhode Island, Vermont, Wisconsin und Wyoming. Die zweite Welle droht und verschont auch US-Präsident Trump nicht.

US-Bundesstaat Wisconsin: Rekord von Corona-Neuinfektionen an einem Tag erreicht

Wisconsin meldete nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Bundesstaates der USA am Samstag eine Rekordzahl von 2.892 Corona-Neuinfektionen an einem Tag. Der Gouverneur des Staates fordert die Bewohner auf, „zu den Grundlagen der Bekämpfung des Virus zurückzukehren“.

Gouverneur Tony Evers appelliert im Kampf gegen die Corona-Pandemie in den USA an die Disziplin seiner Mitmenschen: „Die Wellen an Neuinfektionen, die wir in unserem Bundesstaat sehen, sind kein Hinweis darauf, dass Masken nicht funktionieren. Vielmehr unterstreicht das, was wir die ganze Zeit gesagt haben, nämlich, dass Masken nur funktionieren, wenn jeder sie trägt.“

In New York droht ein neuer Lockdown - Corona-Zahlen in den USA steigen weiter

Übersicht nach BundesstaatenNeuinfektionen in den letzten 7 Tagen
Texas29.572
Kalifornien21.199
Wisconsin17.771
Florida15.551
Illinois14.012
Nort Carolina10.796
Missouri9.221
Tennessee8.704
Georgia8.205
Minnesota8.167
Ohio7.957
Indiana7.510
Oklahoma7.266
Michigan6.898
Alabama6.789
Utah6.678
Iowa6.376
Pennsylvania6.052
Kentucky5.965
Arkansas5.770
Virginia5.726
South Carolina\t5.618
New York*\t5.026
New Jersey\t4.726
Kansas4.519
Puerto Rico\t4.361
Massachusetts3.982
Maryland3.887
New York City*\t3.816
Nebraska3.807
Louisiana3.674
Mississippi3.629
Washington3.589
Arizona3.573
Idaho3.406
Colorado3.388
Nevada3.355
South Dakota\t2.853
North Dakota\t2.826
Montana2.654
Oregon1.930
Connecticut1.710
New Mexico1.604
West Virginia\t1.310
Delaware983
Wyoming900
Rhode Island\t895
Alaska\t850
Hawaii591
New Hampshire\t476
Guam331
District of Columbia\t258
Maine231
Vermont39
Virgin Islands\t10
Northern Mariana Islands\t3
American Samoa\t0
Federated States of Micronesia\t0
Palau0
Republic of Marshall Islands\t0
Quelle: Centers for Disease Control and Prevention (05.10.2020)

Der Bürgermeister von New York, Bill de Blasio, kündigte am Sonntag das Vorhaben an, Schulen und nicht wesentliche Unternehmen für mindestens zwei Wochen in neun Abschnitten von Brooklyn und Queens zu schließen. Dort wurden an jeweils mindestens sieben aufeinander folgenden Tagen über 3 Prozent der getesteten Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Gouverneur des US-Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, muss dem Plan von Bürgermeister Bill de Blasio noch zustimmen. Es ist zu erwarten, dass die beiden Politiker der Demokraten zu einer Einigung finden. New York, im Frühjahr noch Epizentrum des Coronavirus-Ausbruchs mit über 24.000 Toten in den USA, hatte es zwischenzeitlich weitestgehend geschafft, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sieht sich nun aber wieder besorgniserregender Zahlen gegenüber.

Erst vor kurzem waren die Schulen in New York nach Corona-Pause wieder geöffnet worden

„Es ist klar geworden, dass es mittlerweile eine Reihe von Stadtteilen gibt, in denen die Coronavirus-Positivität weiterhin hoch ist und die stärkere Maßnahmen erfordern, als wir sie seit vielen Monaten ergreifen müssen“, verweist de Blasio auf den Ernst der Lage.

Erst vor wenigen Tagen konnten in New York die Schulen nach monatelangem Online- und Fernunterricht wieder für Kinder und Jugendliche öffnen. Unter strengen Auflagen können Restaurants inzwischen ihren Gästen die Innenbereiche wieder zugänglich machen.

In den gesamten USA steigen die Zahlen von Krankenhausaufenthalten, die durch das Corona-Virus nötig werden

Das Covid Tracking Project (CTP) vermeldet erstmals seit Juli steigende Zahlen von COVID-19-bedingten Krankenhausaufenthalten in den USA. In der vergangenen Woche wurden durchschnittlich 30.000 Corona-Patienten ins Krankenhaus eingeliefert - ein Anstieg von 2,4% gegenüber der Vorwoche und der erste Anstieg nach acht Wochen des Rückgangs. (Von Mirko Schmid mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci

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