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Fachleute in Russland sind auf der Suche nach einem Corona-Test, der alle Virus-Varianten sicher aufspüren soll.
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Fachleute in Russland sind auf der Suche nach einem Corona-Test, der alle Virus-Varianten sicher aufspüren soll.

Forschung

Corona: Ein neuartiger Test soll alle Virusvarianten sicher aufspüren

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Ein russisches Forschungsteam entwickelt ein Verfahren, um Spuren von Sars-CoV-2 nachzuweisen. Es soll schneller und günstiger als ein PCR-Test sein.

Schnell, zuverlässig, kostengünstig und universell anwendbar auf bestehenden und künftigen Varianten von Sars-CoV-2 soll ein neuartiges Testverfahren sein, das Forschende aus Russland entwickelt haben. Ihr System beruht auf einem anderen Ansatz als die bekannten PCR- und die Antigen-Schnelltests: auf der sogenannten isothermalen Amplifikation.

Dabei werden die Fermente bestimmter Bakterien eingesetzt, um Erbmaterial des Erregers in Proben vermehren und so nachweisen zu können. Das Team der Fakultät für Biologie und Biotechnologie der Wirtschaftshochschule Moskau unter der Leitung von Julia Makarova hat seine Teststrategie in der Fachzeitschrift „Applied Biochemistry and Microbiology“ vorgestellt.

Forschung am Coronavirus: Nachteile der PCR-Tests

Als Goldstandard zum Nachweis einer Corona-Infektion gelten PCR-Tests. PCR steht für die Polymerase-Kettenreaktion, mit deren Hilfe in Schleimhautproben aus den Atemwegen Erbmaterial des Coronavirus – sofern vorhanden – vervielfältigt wird. Auf diese Weise lassen sich auch geringe Mengen Sars-CoV-2 mit hoher Treffsicherheit entdecken.

Ein Nachteil besteht allerdings darin, dass das Ergebnis eines PCR-Tests erst etwa 24 Stunden nach der Probenentnahme vorliegt. Antigen-Schnelltests hingegen weisen bestimmte Eiweiße des Erregers nach und sind etwas weniger empfindlich als PCR-Tests, weil mehr Virusmaterial in einer Probe vorhanden sein muss, um positiv anzuschlagen.

Coronavirus-Infektion feststellen: Alternativen zu PCR-Tests werden gesucht

Die russischen Forschenden suchten nun nach einer Methode, die genauso zuverlässig wie ein PCR-Test, aber schneller ist. Ihr Verfahren basiert auf der „Loop mediated isothermal amplification“ (Lamp). Dieses System ist an sich nicht neu, war aber bislang mit gewissen Nachteilen behaftet, so galt die Entwicklung eines Tests für einen bestimmten Erreger als kompliziert. Das Team um Julia Makarova geht davon aus, einen Weg gefunden zu haben, diese Nachteile auszugleichen, heißt es in der Mitteilung der Hochschule.

Als einen großen Vorteil ihres Ansatzes sehen es die Forschenden an, dass damit angeblich alle existierenden und auch künftige Varianten von Sars-CoV-2 nachgewiesen werden können. Sie analysieren dafür die bereits bekannten Mutationen (wie die sich aktuell verbreitende Omikron-Variante) und suchten anschließend nach dem stabilsten Teilen des Virusgenoms, von denen sie vermuten, dass sie sich auch in Zukunft nicht verändern werden. Diese Abschnitte im Erbgut von Sars-CoV-2 sollen für den Test als Marker dienen.

Bakterien sollen helfen, das Coronavirus zu identifzieren

Eine wichtige Rolle spielen zudem Fermente von Bakterien aus heißen Quellen. Sie werden eingesetzt, um die einsträngige Virus-RNA aus den Proben in doppelsträngige DNA umzuwandeln und weiter zu vermehren – der Grundstock für den Nachweis einer Infektion.

Nach Ansicht der russischen Forschenden besteht ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens gegenüber einem PCR-Test darin, „dass alle Reaktionen bei der gleichen Temperatur durchgeführt werden können“. Ein Nachweis sei damit auch ohne vorherige Bearbeitung der Proben in einem Labor möglich. Das vereinfache und beschleunige den Prozess und mache ihn auch günstiger, da keine speziell ausgebildeten Fachkräfte und keine teure Ausstattung benötigt würden. (Pamela Dörhöfer)

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