Ein Schild weist auf die Pflicht  zur Mund-Nasen-Bedeckung hin.
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Schutzmasken, die Viren direkt aus der Luft reinigen und sie damit unschädlich machen - genau an dieser genialen Idee wird gerade in Dänemark gearbeitet.

Forschung

Studentin erfindet selbstreinigende Mund-Nasen-Maske

  • Isabel Wetzel
    vonIsabel Wetzel
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Eine Studentin aus Dänemark erfindet eine Mund-Nase-Maske, die mithilfe von Metalloxid und UV-Licht Viren und Bakterien abtötet. Schon bald könnte die Maske auf den Markt kommen.

  • Eine Studentin aus Dänemark erfindet eine selbstreinigende Mund-Nase-Maske.
  • Metalloxide im Stoff werden mit UV-Licht in der Maske bestrahlt und zerstören dadurch organische Stoffe, wie Bakterien und Viren.
  • Damit könnte die Maske zu einer wichtigen Erfindung in der Corona*-Pandemie werden - Doch noch gibt es Fragezeichen.

Kolding/Dänemark - Eine Studentin hat eine Schutzmaske erfunden, die in der Lage ist, durch Metalloxid und UV-Licht organische Stoffe, wie Bakterien und Viren abzutöten. Diese Idee kommt in der Corona-Pandemie wie gerufen. Eigentlich studiert Sara Lee Krog Design in der dänischen Stadt Kolding. Und eigentlich war sie dabei, „an der Nahtstelle zwischen Design und Hightech Wandverkleidungen zu entwickeln, deren spezieller Stoff Raumluft reinigen kann“, wie „tagesschau.de" berichtet. Diese Wandverkleidung sollte die Luft beispielsweise von den Dämpfen giftiger Lösungsmittel oder Autoabgasen reinigen.

Von der Wandverkleidung zur Schutzmaske - Studentin entwickelt selbstreinigende Maske

Das Verfahren, dass die Studentin dafür anwendet nennt sich „Fotokatalytische Selbstreinigung durch Oxidation von Halbleitern“. Das bedeutet, dass in die Stoffe Metalloxid eingearbeitet wird. Diese Metalloxide werden dann aus kleinen UV-Lichtquellen in der Maske bestrahlt, und zerstören dadurch organische Stoffe. Bei einigen Tests des Verfahrens kam dann heraus, dass dabei auch Viren und Bakterien abtötet. Diese Erkenntnis hatte die Studentin allerdings bereits im Januar, als das Coronavirus lange nicht so weit auf der Welt verbreitet war und in Dänemark und Europa noch nicht zu erahnen war, zu einer Pandemie welchen Ausmaßes sich dieses Virus entwickelt würde.

Krog‘s Professor brachte sie dann auf die Idee, nach einem ähnlichen Stoff zu suchen, aus dem man statt großer Wandverkleidungen Schutzmasken herstellen kann - die in der Corona-Krise sicher mehr als gefragt wären. „Wir haben uns gefragt, ob das Prinzip, Viren zu deaktivieren, nicht auch in kleinem Maßstab geht - von der Wand zum Körper, zum Gesicht. Das ist ja super relevant gerade, und da gab es für uns keinen Zweifel. Das machen wir“, erklärt Krog gegenüber „tagesschau.de“.

Dänische Studentin erfindet selbstreinigende Mund-Nase-Maske gegen Corona-Viren

Das Prinzip der Selbstreinigung bleibt von der Wand zur Maske gleich. Und die Zerstörung der Viren mittels „fotokatalytische Selbstreinigung" findet immer und immer wieder statt, weshalb die Masken den Vorteil hätten, dass sie ständig benutzt werden könnten. Besonders, da die Corona-Masken im Moment regelmäßig gereinigt* oder weggeworfen werden müssen. Doch ein Problem hat die selbstreinigende Corona-Maske aus Dänemark noch: Das UV-Licht benötigt eine Stromquelle. Derzeit wird dafür eine kleine Batterie verwendet, die über Drähte mit den winzigen Lämpchen im Stoff verbunden ist. Das ist allerdings zum Tragen für den Alltag eher unpraktisch. Wohin mit der Batterie, wohin mit den Kabeln, damit sie möglichst wenig stören?

Da gibt es für die Studentin aus Dänemark, ihren Professor und ein kleines Expertenteam, das mittlerweile auch die Arbeit unterstützt, noch Einiges zu entwickeln. Daher kann es sein, dass die selbstreinigende Corona-Maske erst in einigen Monaten auf den Markt kommen kann.

Selbstreinigende Corona-Maske aus Dänemark: Auch für „nach der Pandemie“

Doch wenn die Masken tatsächlich nicht nur schädliche Stoffe oder Pollen, sondern auch Bakterien und Viren unschädlich machen, dürfte es auch in einer Zukunft nach der Corona-Pandemie noch genug Anwender für das Produkt geben: Seien es Leute mit Atemwegserkrankungen oder Allergien, oder vielleicht ältere oder kranke Menschen bei der nächsten Grippewelle. iwe

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