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Antikörper binden sich an Krankheitserreger wie das Coronavirus, um sie unschädlich zu machen.
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Antikörper binden sich an Krankheitserreger wie das Coronavirus, um sie unschädlich zu machen.

Corona-Studie

Nach milder Corona-Infektion verschwinden Antikörper schnell wieder aus dem Blut

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Die Rheinland Studie untersucht das Blutbild nach einer Corona-Infektion auf Antikörper. Nach einer symptomschwachen Covid-Erkrankungen sind schnell keine mehr nachweisbar.

Bonn - Der Immunschutz durch Antikörper nach einer asymptomatischen oder milden Infektion mit dem Coronavirus ist möglicherweise nur von kurzer Dauer. Darauf weisen Ergebnisse der „Rheinland-Studie“ hin, die im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht wurden. Demnach belegt eine Untersuchung von Blutproben aus dem vergangenen Jahr, dass die Konzentration neutralisierender Antikörper gegen Sars-CoV-2 bei den meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Studie bereits nach vier bis fünf Monaten abgenommen hatte, bei einigen so sogar bis unter die Nachweisgrenze.

Ziel dieser Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) war es eigentlich, mittels einer Stichprobe unter der Bevölkerung im Raum Bonn den Einfluss der Gene, des Lebenswandels und der Umwelt auf die Gesundheit zu untersuchen. Dafür wurden rund 5300 Erwachsenen zwischen April und Juni 2020 Blutproben entnommen und analysiert. Durch die Corona-Pandemie bekam die Untersuchung dann einen anderen Schwerpunkt. Das Forschungsteam schaute nun auch auf Antikörper gegen Sars-CoV-2 in den Blutproben; zu diesem Zweck kooperierte es mit dem Institut für Virologie der Charité.

Rheinland-Studie: Blutbild zeigte Antikörper gegen Corona - Probanden oft symptomlos

Wichtig war den Forschenden, sicherzustellen, dass sich die nachgewiesenen Antikörper in den entsprechenden Blutproben spezifisch gegen Sars-CoV-2 richten und nicht gegen ein anderes der in unseren Breiten kursierenden Coronaviren, die meist harmlose Erkältungen auslösen. Deshalb durchliefen alle Blutproben mit zunächst positivem Erstbefund noch eine weitere Runde mit einem weiteren speziellen Test. Von anfangs 46 seropositiven Tests blieben 22 übrig, die spezifisch gegen Sars-CoV-2 gerichtete Antikörper aufwiesen.

Antikörper sind Proteine, die das Immunsystem nach dem Kontakt mit einem Krankheitserreger produziert, um diesen gezielt abzuwehren. Sie werden bei Infektionen oder auch nach einer Impfung gebildet. Sogenannte neutralisierende Antikörper verhindern, dass ein Virus in eine Zelle eindringen kann. Die Mehrheit der 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit neutralisierenden Antikörpern berichtete nur von einem milden Krankheitsverlauf oder sogar davon, überhaupt keine Symptome bemerkt zu haben.

Rheinland-Studie: Nach fünf Monaten war der Antikörperspiegel stark gesunken

Sie alle wurden im September 2020, also vier bis fünf Monate nach der ersten Blutentnahme, erneut getestet. Das Ergebnis: Bei den meisten war der Antikörper-Spiegel gesunken, bei vier Personen konnten nicht einmal mehr Antikörper nachgewiesen werden. Das lasse den Schluss zu, dass „das weit verbreitete, nur einstufige Verfahren“ zum Nachweis von Sars-CoV-2-Antikörpern unzureichend sei, um eine überstandene Infektion zuverlässig nachzuweisen, sagt Studienleiterin Monique Breteler. „Das sollte bei Studien zur Immunität berücksichtigt werden.“ Ein mehrstufiges Testverfahren sei deshalb „dringend zu empfehlen“.

Frühere Studien hatten den Schluss nahegelegt, dass Antikörper nach einer überstandenen Infektion mindestens sechs bis acht Monate erhalten bleiben können; allerdings hatte sich auch da schon gezeigt, dass asymptomatische und milde Verläufe zur Bildung von weniger Antikörpern führen.

Studie zeigt nicht, ob Verschwinden der Antikörper auch Verlust der Immunität bedeutet

In welchem Maße das Schwinden neutralisierender Antikörper auch einen Verlust des Immunschutzes bedeutet, lässt sich nicht sagen. Antikörper seien bedeutsam, aber das Immunsystem verfüge „noch über weitere Instrumente, um Krankheitserreger abzuwehren“, betont Erstautor Ahmad Aziz vom DZNE. Andere Studien deuteten darauf hin, dass die zelluläre Immunantwort „trotz fallender Antikörper-Spiegel weiterhin Bestand haben kann“. Dazu gehören insbesondere T-Zellen.

Die „Rheinland-Studie“ soll fortgesetzt werden, „um die Entwicklung der Pandemie“ und deren „Auswirkungen auf die geistige und körperliche Gesundheit der Bevölkerung“ weiterzuverfolgen“, wie Monique Breteler sagt. „Letztlich wollen wir helfen besser zu verstehen, warum manche Menschen eine Infektion gar nicht bemerken und andere schwer erkranken.“ (Pamela Dörhöfer)

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