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Die Virologin Sandra Ciesek, hier im Klinikum der Frankfurter Goethe-Universität, zeigt sich auf Twitter sprachlos.
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Die Virologin Sandra Ciesek, hier im Klinikum der Frankfurter Goethe-Universität, zeigt sich auf Twitter sprachlos. (Archivfoto)

Pandemie

„Mir fehlen die Worte“ – Frankfurter Virologin erneuert Drostens Corona-Notruf

  • Sophia Lother
    vonSophia Lother
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  • Katja Thorwarth
    Katja Thorwarth
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Virologin Sandra Ciesek macht auf Twitter auf die sich rapide verschlechternde Corona-Lage in Deutschland aufmerksam. Auch Christian Drosten wählt alarmierende Worte.

  • Die Corona-Pandemie wütet in Deutschland – Die Neuinfektionen steigen weiterhin rasant an.
  • Sandra Ciesek zeigt sich auf Twitter angesichts der sich zuspitzenden Lage nahezu sprachlos.
  • Einen Tweet des wissenschaftlichen DIVI-Leiters zur Auslastung der Intensivbetten teilt Christian Drosten mit den Worten „Dies ist ein Notruf“.

Update von Sonntag, 11.04.2021, 08.35 Uhr: Die Corona-Fallzahlen steigen derzeit fast überall in Deutschland rapide an. Und zwar derart, dass bereits wieder über strengere Maßnahmen diskutiert wird. Bald könnten diese bundesweit angewendet werden. Auf Twitter betonte die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek jüngst den Ernst der Lage.

Corona: Virologin Ciesek sprachlos – „Mir fehlen die Worte“

Der Tweet von Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), ist mit diversen Diagrammen ausgestattet, deren Brisanz beim näheren Hinsehen mehr als deutlich wird. Im Text schrieb Karagiannidis: „Wir haben seit Beginn der Pandemie heute den Höhepunkt der Auslastung ALLER Intensivbetten erreicht“. Neben der sinkenden Kapazität an Intensivbetten in der Corona-Krise*, über die auch hna.de berichtet, machen dem wissenschaftlichen Direktor noch weitere Faktoren Sorgen. Denn das Personal breche weg und selbst bei einem harten Lockdown stiegen die Zahlen noch weitere zehn bis vierzehn Tage an. „Es muss JETZT was passieren“, plädierte der wissenschaftliche Leiter des DIVI eindringlich.

Virologin Sandra Ciesek auf der Bundespressekonferenz. (Archivfoto)

Virologin Ciesek, hatte bereits im Vorfeld vorschnelle Lockerungen kritisiert und betont, dass noch kein Impfeffekt in Sicht sei (siehe Erstmeldung vom 07.04.2021). Die alarmierenden Zahlen von Karagiannidis retweetete sie und gab zu, sprachlos zu sein: „Mir fehlen die Worte - ich kann das hier nur erneut teilen.“

Corona in Deutschland: Viologe Christian Drosten spricht von einem „Notruf“

Doch Sandra Ciesek ist mit ihrer Befürchtung nicht allein. Auch Virologe Christian Drosten warnt immer und immer wieder eindringlich auf Twitter. Einen weiteren Tweet von Karagiannidis teilte der Virologe mit den Worten: „Dies ist ein Notruf.“ Im Tweet fordert der wissenschaftliche Leiter des DIVI die „Entscheidungsträger“ dazu auf, endlich zu handeln, „wie hoch sollen die Zahlen denn noch steigen bevor Ihr reagieren wollt??? Wir verpassen jede Ausfahrt zur Senkung der Zahlen.“

Frankfurter Virologin über Corona: Noch kein Impfeffekt in Sicht

Erstmeldung von Mittwoch, 07.04.2021: Frankfurt – Das Saarland hat am Dienstag (06.04.2021) als einziges Bundesland flächendeckend ein Modellprojekt gestartet, das auf Öffnungen setzt. Grundlage für Bürgerinnen und Bürger, davon zu profitieren, ist ein negativer Corona-Test. Sandra Ciesek, Virologin aus Frankfurt, sieht derartige Öffnungsstrategien in Zeiten der Corona-Pandemie kritisch. „Die Verantwortung wird auf den Bürger abgewälzt“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im „NDR“-Podcast „Das Coronavirus-Update“.

„Wenn geöffnet wird, muss dem Bürger klar sein, dass das nichts mit Sicherheit zu tun hat“, so Ciesek. Entsprechend dürfe auch nicht dieser Eindruck entstehen, ergänzte die Virologin. Vielmehr müsse jeder individuell entscheiden, sich auf diese Freiheiten angesichts der Corona-Neuinfektionen einzulassen oder auf Vorsicht zu setzen.

Corona: Virologin Ciesek sieht keinen Grund für Ablehnung der Maßnahmen

Zwar habe es bei der Entwicklung der Corona-Neuinfektionen vor Ostern eine gewisse Abflachung gegeben, auch seien in einigen Städten die Inzidenzwerte über die Feiertage gesunken. Dennoch halte sie es für riskant, aus diesen Zahlen eine Ablehnung von Corona-Maßnahmen und Beschränkungen abzuleiten, führte die Virologin weiter aus. Zum einen werde bekanntlich über die Feiertage weniger getestet, zum anderen hätten womöglich manche Menschen vor Ostern Kontakte beschränkt, um dann an den Feiertagen Angehörige treffen zu können, so Ciesek: „Man muss schon schauen, wie geht es nach Ostern weiter.“

Insbesondere bereite der Anstieg der Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern und der Zuwachs bei der Belegung der Intensivbetten durch Jüngere Sorge. Letztere hätten zwar bessere Überlebenschancen als 80- oder 90-Jährige, würden aber auch teilweise lange Zeit auf den Intensivstationen verbringen: „Wochen oder auch Monate“, sagte die Virologin. Noch immer seien auf Intensivstationen Patientinnen und Patienten der zweiten Infektionswelle – das sei eine ganz andere Ausgangslage als im vergangenen Sommer.

Corona-Öffnungsstrategien: Virologin sieht keinen Impfeffekt

Weiter ist für Sandra Ciesek ein Impfeffekt noch nicht in Sicht. Auch reiche es nicht aus, auf den Effekt der Corona-Impfungen zu schauen, um Kontaktbeschränkungen aufheben zu können. Wichtig sei zudem, dass Geimpfte nach der ersten Impfung nicht auf Vorsichtsmaßnahmen verzichteten. Es gebe nach der ersten Impfung die „gefährliche Phase“, da sich Antikörper erst entwickeln müssten, sagte Ciesek über den Leichtsinn bei denjenigen, die glaubten, nach der Impfung sofort vor einer Corona-Infektion geschützt zu sein.

Zur Testpflicht von Reiserückkehrer:innen sagte die Virologin: „Ich habe schon das Gefühl, dass Reisen ein Risikofaktor sind.“ Zum einen könnten neue Varianten durch Rückkehrend ins Land gebracht werden, „zum andern verhält man sich auch anders – sonst war es ja kein Urlaub.“ Viele verhielten sich dann womöglich unvorsichtiger als im Alltags, so Ciesek. Ein Test sei allerdings „nur eine Momentaufnahme“, betonte sie. Ihrer Ansicht nach reiche es zudem nicht, nur die Flughäfen abzusichern. Reisende, die etwa mit dem Auto nach Deutschland fahren, fielen durch das Raster: „Da besteht sicher noch Optimierungsbedarf“, so Ciesek. (ktho/slo/dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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