Der frühe Lockdown hat Neuseeland geholfen.
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Der frühe Lockdown hat Neuseeland geholfen.

ÖKO-LOGISCH

Corona und der Klimaschutz

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Die Pandemie als auch der Klimawandel sind Ergebnis des zunehmenden, durch den Menschen verursachten Druck auf den Planeten.

Deutschland hat die Corona-Krise vergleichsweise gut bewältigt. Zumindest bisher. Die Infektionszahlen sind noch niedriger als in vielen anderen Ländern, und es gibt auch, gemessen an der Bevölkerungszahl, viel weniger Covid-19-Tote zu beklagen als anderswo. Kein Vergleich mit dem Horror, den etwa Italien, Spanien, die USA oder Brasilien erlebten oder erleben. Ob das so bleibt, ist offen. Doch aus dem Umgang mit der Pandemie lassen sich wertvolle Erkenntnisse für die Bemühungen zur Eindämmung des Klimawandels ziehen – das meint zumindest ein Forscherteam des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).

Das Expertenteam hat Parallelen zwischen der globalen Gesundheits- und der Klimakrise ausgemacht. Die Corona-Krise sehen sie als „Testfall für globale Notfallvorsorge und -management im Allgemeinen“. Der Umgang mit der Pandemie habe gezeigt, dass eine noch größere Gesundheitskrise abgewendet werden kann, wenn die Reaktionszeit kurz gehalten wird. Appell der Leitautorin der jüngst in der Fachzeitschrift „Global Sustainability“ erschienen Studie, Kira Vinke: „Wir sollten uns genau diese Lektion zu Herzen nehmen und sie auf die Klimakrise anwenden.“

Generationenvertrag als Ziel

Die Argumentation ist einleuchtend: Beide Krisen – sowohl die Pandemie als auch der Klimawandel – sind Ergebnis des zunehmenden, durch den Menschen verursachten Druck auf den Planeten. Immerhin habe die Pandemie gezeigt, dass es mit einer Kombination aus staatlichem Handeln und individuellen Lebensstil-Veränderungen möglich ist, Schäden zu verhindern. Als positive Beispiele stellen sie neben Deutschland Neuseeland heraus. Dort hatte ein früher Lockdown bewirkt, dass das Land lange sogar als virusfrei galt.

Die Experten schlagen einen generationenübergreifender „Klima-Corona-Vertrag“ vor, ein Ansatz, für den der ehemalige PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber bereits im März in einem FR-Interview geworben hatte. Die Idee: Die jüngeren Generationen erklären sich einverstanden, die Älteren vor Covid-19 zu schützen, indem sie an Maßnahmen wie Social Distancing halten, während die älteren Generationen auf Veränderungen drängen, um die globale Erwärmung im Einklang mit dem Zwei-Grad-Erwärmungslimit aus dem Paris-Vertrag zu halten. Eine „Heißzeit“ zu verhindern, würde ja vor allem den Jüngeren nützen.

Deutsche Gastronomen wollen teils verbotene Heizpilze einsetzen, um in der Corona-Zeit auch im Herbst und Winter Gäste im Freien bewirten zu können. Umweltschützer sind nicht begeistert.

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