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Corona

Corona-Notstandsgebiet Sachsen: Ärztlicher Direktor berichtet von Triage in Zittau

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Immer mehr Kliniken in Deutschland sind wegen der hohen Zahl der Corona-Patienten überlastet. Das kann zu tragischen Konsequenzen führen - wie etwa der Triage.

  • Wegen der Corona-Pandemie geht Deutschland in den Lockdown.
  • Die Fallzahlen steigen unterdessen weiter - auch in Sachsen.
  • In Zittau sollen Ärzte schon mehrfach vor der Entscheidung gestanden haben: Wer wird behandelt und wer nicht?.

Zittau - Deutschland startet mit weiter auf hohem Niveau liegenden Corona-Zahlen in den verschärften Lockdown. Die zur Lagebeurteilung entscheidende 7-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - ging erstmals seit fast zwei Wochen leicht zurück. Der Wert lag nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Dienstag bei 173,7. Am Montag hatte er mit 176,4 noch einen Höchststand erreicht.

Aus Sachsen seien allerdings am Montag keine Corona-Daten übermittelt worden, sie flössen nun erst nachträglich in die Statistik ein, hieß es vom RKI. Die fehlenden Daten beeinflussten den Wert für die 7-Tage-Inzidenz aber nur geringfügig.

Covid-19-Intensivabteilung: In Zittau kommt auch die Triage zum Einsatz: Wer wird behandelt, wenn keine Betten mehr frei sind?

Vor allem in Sachsen, dem Bundesland mit der derzeit weitaus höchsten 7-Tage-Inzidenz, sank der Wert merklich: Er lag am Dienstag bei 328,7 (Vortag: 379,1). Welchen Anteil daran die fehlenden Daten hatten, blieb zunächst unklar. Als Richtwert, ab dem die Gesundheitsämter wieder in der Lage sind, Ansteckungen und Kontakte nachzuverfolgen und entsprechende Infektionsschutzmaßnahmen anzuordnen, gelten 50 Ansteckungen innerhalb einer Woche auf 100 000 Einwohner.

Corona in Sachsen: Triage an Klinik in Zittau

Nach Medienberichten hat unterdessen ein ärztlicher Direktor aus einem Klinikum in Sachsen erstmals öffentlich bestätigt, dass behandelnde Ärzte vor der Entscheidung stehen, welchen Corona-Patienten sie helfen und welchen nicht. Laut dem Portal „t-online.de“ erklärte Dr. Mathias Mengel, Ärztlicher Direktor des Klinikum Oberlausitzer Bergland gGmbH, dass im Krankenhaus Zittau schon mehrfach triagiert werden musste, weil zu wenig Beatmungsbetten zur Verfügung gestanden hätten. Der Fachbegriff Triage stammt vom französischen Verb „trier“, das „sortieren“ oder „aussuchen“ bedeutet. Triage ist ein nicht gesetzlich kodifiziertes oder methodisch spezifiziertes Verfahren zur Priorisierung medizinischer Hilfeleistung, insbesondere bei unerwartet hohem Aufkommen an Patienten und objektiv unzureichenden Ressourcen. 

Triage: Schwere Entscheidung für Ärzte

„Wir waren in den vergangenen Tagen schon mehrere Male in der Situation, dass wir entscheiden mussten, wer Sauerstoff bekommt und wer nicht“, bestätigte Mengel „t-online“. Mengel sagte, ein kleines Team entscheide kurzfristig. Es werde versucht, den Patienten, für den es keine Versorgung gibt, in eine andere Klinik zu verlegen. Die Lage in Sachsen sei aber bedrohlich: „Wir sind im Epizentrum, manche Häuser nehmen gar nicht mehr auf“, so Mengel. Eine solche Entscheidung könne auch bedeuten, dass es für einen nicht verlegungsfähigen Patienten überhaupt keine Hilfe mehr geben könne. 

Im Landkreis Görlitz, zu dem Zittau gehört, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI aktuell (16.12.2020) bei 532,6 je 100.000 Einwohnern. Dem Kreis zufolge wurden 263 Corona-Patienten stationär in den Kliniken des Landkreises Görlitz behandelt, 25 davon intensivmedizinisch (Stand Dienstagmittag, 15.12.2020). Gestorben sind in dem Landkreis bisher 262 Corona-Patienten. (Stefan Krieger)

Rubriklistenbild: © Gaetan Bally/dpa

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