Sterblichkeit

Gegen jede Verschwörungstheorie: Corona ursächlich für 85 Prozent der Todesfälle von Infizierten

  • vonMirko Schmid
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Gerade Verschwörungsgläubige behaupten, dass Menschen nicht an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. Die Aachener Uniklinik widerlegt diese Behauptung.

  • Obduktionsergebnisse der Uniklinik Aachen belegen einen Zusammenhang von Corona und Todesfällen.
  • Das Ergebnis der Aachener Forscher gilt als Meilenstein, ist aber noch nicht repräsentativ.
  • Ein Impfstoff gegen Corona steht kurz vor der Zulassung in den USA.

Aachen - Forscher der Uniklinik Aachen haben nachweisen können, dass rund 85 Prozent der Corona-Toten tatsächlich an den Folgen der Infektion gestorben sind, auch wenn teilweise Vorerkrankungen vorlagen. Im Rahmen einer Auswertung bundesweiter Obduktionsergebnisse stellte sich heraus, dass das Lungengewebe der Verstorbenen abgestorbene Zellen und Blutgerinsel aufwies.

Pathologen der Uniklinik Aachen gelingt ein Durchbruch in der Forschung nach der Todesursache von mit Corona Erkrankten. (Symbolbild)

Corona als Todesursache: Obduktionen der Uni Aachen belegen Ursächlichkeit

Wie die Tagesschau berichtet, sind solche Funde bei nicht infolge einer Erkrankung mit Corona Verstorbenen nicht üblich. Für die Pathologen sei dies ein eindeutiger Beweis, dass die Infektion mit dem Cornoavirus ursächlich für das Versterben gewesen sei. Peter Boor vom Institut für Pathologie der Uniklinik Aachen erklärt den Unterschied: Der Raum für eingeatmete Luft sei in den infizierten Lungen „fast gar nicht da“. Das Virus führe außerdem zu weit mehr Blutgerinseln in der Lunge als bisher angenommen.

In Deutschland sind inzwischen mehr als 13.000 Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, verstorben. Obduktionen finden nur in den seltensten Fällen statt, weswegen die Untersuchungen der Aachener Pathologen als erstmaliger wissenschaftlicher Maßstab gesehen werden, auch wenn sie bisher nicht als repräsentativ betrachtet werden. In Aachen werden die bundesweiten Ergebnisse zentral gesammelt.

Ein deutscher Impfstoff gegen Corona steht vor der Zulassung - zunächst in den USA

Christian Karagiannidis, behandelnder Arzt an der Lungenklinik Köln-Merheim, bestätigt die Forschungsergebnisse der Aachener Uniklinik mit Verweis auf die alltägliche Lage im medizinischen Betrieb. Zwar gebe es häufig Vorerkrankungen, dennoch sei bei den meisten verstorbenen Corona-Patienten „wirklich die Erkrankung“ ursächlich gewesen. „Und das ist leider das, was wir jeden Tag im Klink-Alltag sehen“, so Karagiannidis.

Im Zuge der massiv auftretenden Blutgerinseln in der Lunge, solle die Behandlung nun angepasst werden. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sollen demnach nun frühzeitig Blutverdünner einsetzen, da dies Leben retten könne. Unterdessen steht der in Mainz von der Firma Biontech entwickelte Impfstoff gegen Corona kurz vor der Zulassung. Zunächst allerdings in den USA, wo Biontech gemeinsam mit Kooperationspartner Pfitzer eine Eilzulassung beantragt hat. Es gilt als wahrscheinlich, dass dem Antrag entsprochen wird. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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