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Pandemie

Corona: Testpflicht beim Arzt - Kinderärzte drohen mit Schließung

  • VonHelena Gries
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Mit dem neuen Corona-Infektionsschutzgesetz treten auch neue Regeln für Arztpraxen in Kraft. Die Testpflicht für Personal und Begleitpersonen sorgt für Ärger.

Frankfurt – Im Rahmen des neuen Infektionsschutzgesetzes gibt es auch neue Corona-Regeln für Arztpraxen. Für Praxispersonal und Begleitpersonen, beispielsweise Eltern, die ihr Kind zum Kinderarzt begleiten, gilt künftig eine Testpflicht. Doch die neue Regelung sorgt für Ärger.

Besonders die Kinderärzte in Deutschland protestieren gegen die neue Pflicht, nach der begleitende Eltern nur noch mit Negativtest in die Kinderarzt-Praxen kommen dürfen und das Praxispersonal täglich getestet werden muss. Viele Praxen drohen sogar mit einer Schließung.

Corona-Fallzahlen auf Rekordhoch: Neue Regelungen mit Testpflicht in Arztpraxen

Am Donnerstag (25.11.2021) überschreitet die Zahl der mit oder an Covid-19 gestorbenen Menschen erstmals seit Pandemie-Beginn die Marke von 100.000. Das RKI meldet zudem 75.961 Corona-Neuinfektionen in Deutschland (Stand: Donnerstag, 25.11.2021).

Mit der Einführung des neuen Infektionsschutzgesetzes aufgrund der kritischen Pandemie-Lage sind Beschäftige und Besucher von Arztpraxen nun dazu verpflichtet, einen tagesaktuellen Antigentest oder zwei PCR-Tests pro Woche vorzulegen. Auch für Geimpfte und Genesene gilt die neue Regelung, Patienten seien jedoch ausgenommen, heißt es in einem Bericht der Berliner Morgenpost.

Corona-Testpflicht beim Arzt: Kinderarzt-Praxen drohen mit Schließungen

Kinderärzte reagieren Medienberichten zufolge fassungslos auf die neue Regelung im geänderten Corona-Infektionsschutzgesetz. Wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt, könne dies sogar zur Schließung vieler Praxen führen: „Für Kinder- und Jugendärzte stellt sich nur die Wahl, das neue Gesetz bewusst zu ignorieren, oder die Praxen noch diese Woche zu schließen und die Nachbesserung der Regelung abzuwarten“, so der Verband.

Die Corona-Regelungen für Arztpraxen im Rahmen des neuen Infektionsschutzgesetzes und die damit einhergehende Testpflicht sorgen für Kritik und Ärger. Einige Kinderärzte drohen sogar mit Schließung. (Symbolbild)

Die Chefin des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ist entsetzt: „Wenn Eltern nur noch getestet in die Praxis dürfen, sind das täglich über 100 Personen. Das bedeutet, dass für Behandlung und Versorgung der Kinder keine Zeit mehr bleibt.“

Testpflicht in Arztpraxen: Wer zahlt den Corona-Test?

Auch die Bundesärztekammer kritisiert die neue Regelung scharf: „Es ist völlig unverständlich und medizinisch nicht nachvollziehbar, warum dreifach geimpfte Teams einer Praxis täglich getestet werden sollen“, heißt es in einem Brief der Bundesärztekammer an den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), aus dem das Handelsblatt am Mittwoch (24.11.2021) in einem Bericht zitiert.

Abgesehen davon, dass nicht ausreichend Tests zur Verfügung stehen, um die neue Corona-Regelung umzusetzen, stellt sich außerdem die Frage nach den Kosten. Wie es in der Corona-Testverordnung des Bundes heißt, können Praxen für ihre Beschäftigten nur zehn Tests pro Person in einem Monat abrechnen.

Bei mehr als zehn Tests müssen die Praxen Berichten der Berliner Morgenpost zufolge die Kosten selbst tragen. Beschäftigte könnten jedoch noch auf die kostenlosen Bürgertests zurückgreifen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) fordert, dass die Anzahl der kostenfreien Tests umgehend erhöht werden soll. (Helena Gries)

Immer mehr Menschen in Deutschland können eine dritte Corona-Impfung bekommen. Biontech, Moderna oder Astrazeneca – welcher Impfstoff wirkt am besten?

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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