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Falsch-negativer Corona-Test: Wie verlässlich sind die Ergebnisse von Antigen-Test und PCR-Test?

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Je nach Coronatest unterscheidet sich die Viren-Sensitivität. Ein Wattestäbchen wie dieses aber haben fast alle Tests gemein.
Je nach Corona-Test unterscheidet sich die Viren-Sensitivität. Ein Wattestäbchen wie dieses aber haben fast alle Tests gemein. © Rolf Vennenbernd/dpa

Ob Job, Urlaub oder Besuch der Eltern – Corona-Tests geben ein wenig Sicherheit im Alltag. Doch wie aussagekräftig sind die Ergebnisse?

Langen/Berlin – Ob falsch-positives Ergebnis, das einen PCR-Test erforderlich macht oder falsch-negatives Ergebnis, weil die Viruslast zu gering ist – angesichts der hohen Infektionszahlen fragen sich viele Menschen, ob sie dem Strich auf ihrem Corona-Test wirklich trauen können.

Ein Vergleich des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) Ende 2021 zeigt: Die Frage ist berechtigt. Nicht alle Covid-19-Antigen-Schnelltests liefern gleichermaßen zuverlässige Ergebnisse. Die meisten Tests stufte die Behörde als verlässlich ein. Das bedeutet: Die Sensitivität liegt bei mindestens 75 Prozent. Nur 26 Tests erkannten weniger als drei von vier Infektionen.

Im ZDF sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek, das Institut habe in der Zwischenzeit mehr als 250 Test-Produkte auf ein höheres Level an Sensitivität bewertet. Mindestens 80 Prozent schafften dieses Niveau. Geeignet seien die Schnelltests für alle Virusvarianten, auch Omikron.

Fehler bei der Probeentnahme können falsch-negative Corona-Test-Ergebnisse verursachen

Doch wie verlässlich das Ergebnis ist, hängt auch davon ab, ob Verbraucher:innen den Abstrich korrekt durchführen. „Man kann jede Menge Fehler machen“, zitiert RND den Vorsitzenden des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski. „Vor der Pandemie waren die professionelle Abnahme und die Labordiagnostik ärztliche Aufgaben. Jetzt ist das alles verwässert. Das Monetäre herrscht über die Qualität.“ Eine Probe sei erst zuverlässig, wenn das Stäbchen, „im Hals den Würgereiz auslöst und es in der Nase echt unangenehm wird“, wird Bobrowksi zitiert.

Bei offiziellen Schnell-Tests nutzen Apotheken und Co. ebenfalls Antigen-Schnelltests. Jedoch nehmen hier geschulte Personen die Proben, wodurch die Ergebnisse theoretisch verlässlicher sein müssten. Praktisch jedoch komme es vor, dass kommerzielle Testcenter die Abstriche besonders behutsam durchführten, damit die Kund:innen wiederkämen.

Höhe der Viruslast beeinflusst Coronavirus-Testergebnis

Schafft die Viruslast bei Infizierten nicht die nötige Schwelle, so erkennen die Schnelltests zudem weniger Infektionen. Aus diesem Grund ist das Zeitfenster, in dem ein Antigen-Test anschlägt, sehr kurz. „In der Regel ist dieser Test nur in den ersten Tagen der Infektion positiv und wird dann negativ, auch wenn man noch einige Tage lang mit einer positiven PCR rechnen muss“, zitiert RND Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. „Auch wird der Antigentest in der Regel erst circa 24 Stunden nach der PCR positiv.“

PCR-Tests, die ab sofort nur noch für Menschen mit positivem Schnelltest verfügbar sind, weisen das Erbgut des Virus im Körper nach. Antigen-Schnelltests hingegen schlagen bei Rückständen von Proteinen an, wie der SWR erklärt. Die Flüssigkeit, in die der Tupfer getunkt wird, lösen die Proteine. Der Teststreifen färbt sich, wenn diese vorhanden sind. Jedoch erst ab einem bestimmten Maß.

Bei geringer Viruslast halte Ziese die Schnelltests für „quasi untauglich“. Denn die Behörden hätten erst kürzlich mit den Kontrollen begonnen, ob die Tests auch den Anforderungen entsprechen. Erst im Mai 2022 sollen unabhängige Labore damit beginnen, die Qualität eines Tests vor dessen Zulassung überprüfen. (Tanja Koch)

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