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Eine verlorene oder achtlos weggeworfene, nasse Mund- und Nasenschutz-Maske auf dem Boden auf einem Pflasterstein
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Ein unscheinbares Symptom könnte der einzige Anhaltspunkt hinsichtlich einer Corona-Infektion sein. (Symbolbild)

Studie zu Corona-Symptomen

Corona-Symptome: Auch Magen-Darm-Beschwerden können auf Infektion hinweisen

  • Sophia Lother
    vonSophia Lother
    schließen

Eine Corona-Studie zeigt, dass grippeähnliche Beschwerden nicht die einzigen Symptome für eine Infektion sein können. Fast jeder sechste leidet ausschließlich unter Magen-Darm-Beschwerden.

  • Corona-Symptome: grippeähnliche Symptome gelten laut RKI in Deutschland als besonders häufig.
  • Doch eine Studie ermittelte, dass auch andere Beschwerden auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen.
  • Fast jede sechste Infizierte Person litt demnach unter Magen-Darm-Problemen.

Frankfurt - Eine Corona-Infektion verläuft nicht bei jedem gleich. Die Forschung hat mittlerweile die unterschiedlichsten Krankheitsverläufe einer Covid-19-Erkrankung skizziert. Mal liegen grippeähnliche Symptome vor, mal sind Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert und merken es gar nicht. Doch in manchen Fällen machen sich Symptome bemerkbar und trotzdem merken die Infizierten nichts von ihrer Infektion. Denn es gibt Corona-Symptome, die viele fälschlicherweise nicht als solche wahrnehmen. Diese Symptome können manchmal der einzige Hinweis auf eine Infektion mit dem Virus sein, wie eine Forschergruppe feststellte.

Corona-Symptome: Unbemerkt infiziert – Fast 20 Prozent der Betroffenen hatten dieses Symptom

Es gibt Corona-Symptome, die häufig übersehen werden – obwohl sie bei fast 20 Prozent der Infizierten vorkommen. Das haben die Forscher Kevin Lui, Mitchell P. Wilson und Gavin Low von der Universität von Alberta durch ein Review verschiedener Corona-Studien herausgefunden und im Journal „Abdominal Radiology“ veröffentlicht. Demnach spielen Magen-Darm-Symptome eine viel zentralerer Rolle bei einer Infektion mit dem Coronavirus, als Fachleute bisher dachten.

Erfasste Symptome für Covid-19-Fälle in DeutschlandHäufigkeit
Husten40 Prozent
Fieber28 Prozent
Schnupfen27 Prozent
Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns21 Prozent (Anmerkung des RKI beachten)
Quelle: RKI

Corona-Studie zu oft unbemerkten Symptomen: Magen-Darm-Beschwerden als Faktor

Doch wie gingen die Wissenschaftler in ihrer systematischen Übersichtsarbeit unterschiedlicher Corona-Studien vor? Die Autoren nahmen insgesamt 36 Studien rund um das Thema Corona-Symptome in ihre Auswertung mit auf. Und kamen zu dem Schluss: „Immer mehr Literatur weist darauf hin, dass abdominale Symptome häufig bei Covid-19 auftreten“, so Wilson, einer der Studienautoren gegenüber der Online-Plattform „Folio“ der Universität von Alberta. 17,8 Prozent der Patient:innen hätten unter Magen-Darm-Symptomen gelitten – darunter etwa: Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen.

Und bei den meisten dieser 17,8 Prozent der Infizierten traten die Magen-Darm-Symptome nicht etwa in Kombination mit den bekannten Corona-Symptomen auf. Bei 16 Prozent der Corona-Patient:innen waren die abdominalen Beschwerden die einzigen Symptome. Das bedeutet, dass fast jeder sechste Patient und fast jede sechste Patientin ausschließlich unter Beschwerden im Magen und Darmbereich litt. Von grippeähnlichen Symptomen wie Husten, Schnupfen oder Fieber keine Spur.

Unbemerkte Corona-Symptome: Magen-Darm-Symptome auch im CT sichtbar

Die systematischen Übersichtsarbeit der Forscher liefert außerdem noch Hinweise darauf, wie Radiologen eine Infektion mit dem Coronavirus erkennen könnten. Denn mittels einer Computer-Tomografie (CT) im Bereich des Bauchraums zeigten sich einige Besonderheiten bei den Infizierten. So litten einige Corona-Patient:innen unter Luftansammlung in der Darmwand, Entzündungen im Dick- oder Dünndarm und teilweise sogar unter einem Durchbruch des Darms.

„Diese Anzeichen bedeuten aber nicht zwangsläufig, dass ein Patient oder eine Patientin an Covid-19 erkrankt ist“, unterstreicht Wilson. „Es könne eine Vielzahl unterschiedlicher Gründe haben. Aber einer dieser Gründe ist die Infektion mit dem Virus“, so der Forscher. Es seien daher Symptome, die man in Verbindung mit Corona auf jeden Fall in Betracht ziehen müsse, so Wilson.

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Corona-Symptome: Die Auswirkungen einer Covid-19 Erkrankung auf Magen und Darm

Die Autoren des Review unterschiedlicher Corona-Studien deuteten außerdem an, dass gerade die im CT sichtbaren Magen-Darm-Beschwerden ein Anzeichen dafür sein können, dass Menschen unter einem eher schweren Covid-19 Verlauf leiden. Doch warum hat eine Infektion mit dem Coronavirus Einfluss auf Magen und Darm? Das ist einer der Aspekte, den Forscher:innen der Universität in Ulm in einer Studie untersucht haben.

Im Verdauungstrakt liegen viele Andockstellen für das Coronavirus Sars-CoV-2 vor, um verschiedenen Zelltypen zu infizieren, so die Wissenschaftler:innen. Diese würden dann wiederum Coronaviren produzieren. „Tatsächlich sind die meisten Zelltypen, [...], mit SARS-CoV-2 infizierbar. Sie beginnen umgehend mit der Replikation, also mit der Herstellung neuer, infektiöser Viren“, erklärt Jana Krüger, eine der Studienautor:innen, gegenüber dem Informationsdienst Wissenschaft (idw).

Dies erklärt auch, warum die Virus-Last gerade in Stuhlproben von Infizierten oftmals besonders hoch ist. Zuvor hatten Studien bereits aufgezeigt, dass auch nach einem negativen Corona-Test via Nasen-Rachenabstrich das Virus noch in Stuhlproben nachgewiesen werden konnte.

Als Folge davon, dass die infizierten Zellen Coronaviren produzieren, gehen viele spezialisierte Zellen im Darm verloren. Was wiederum dazu führen kann, dass Patient:innen unter Symptomen wie Übelkeit oder Durchfall leiden. Die Forschenden unterstreichen, dass künftige Strategien zur Behandlung Corona deshalb auch im Magen-Darmtrakt wirksam sein müssten. (Sophia Lother)

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