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Eine Injektionsspritze mit einem Tropfen Flüssigkeit
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Impfstoffe, die länger anhaltenden Schutz vor dem Coronavirus und neuen Varianten bieten sollen, werden wohl erst 2022 verfügbar sein.

Forschung

Corona: Neuer Impfstoff soll Jahre lang Schutz bieten – selbst vor Mutanten

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Mit einer T-Zell-Impfung wird ein lang anhaltender Schutz vor Corona und neuen Mutanten versprochen. Doch das Verfahren birgt Risiken.

Frankfurt/Paris – Wie lange Impfstoffe gegen das Coronavirus wirken, ist eine der Unbekannten in der Pandemie. Bei bislang entwickelten Vakzinen, wie denen von Biontech und Pfizer oder Moderna, besteht die Befürchtung, dass der Impfschutz mit der Zeit nachlässt.

Vermutlich wäre jedes Jahr eine Auffrischung nötig, um den Schutz zu verlängern und Corona-Varianten abzuwehren, wie Pfizer-Chef Albert Bourla kürzlich einräumte. In erster Linie regen die Impfstoffe die Produktion von Antikörpern an, die Sars-CoV-2 erkennen und zerstören, bevor weitere Zellen infiziert werden.

Mehrere Unternehmen der Biotechnologie verfolgen jedoch einen anderen Weg und versuchen einen Impfstoff zu entwickeln, der über Jahre und auch gegen neue Mutanten immunisieren soll.

Corona-Impfung: Hoffnung auf universellen Impfstoff gegen Covid-19

Mit ihren Vakzinen wollen Unternehmen wie OSE Immunotherapeutics aus Frankreich vor allem die T-Zellen simulieren – den Teil der Immunantwort, der darauf bedacht ist, bereits infizierte Zellen zu finden und zu eliminieren, nicht das Virus selbst. Bisher entwickelte Corona-Impfstoffe produzieren zwar ebenfalls eine T-Zellen-Antwort, allerdings ist es nicht deren primäres Ziel.

In der Theorie haben T-Zellen gegenüber Antikörpern mehrere Vorteile: Sie können länger im Körper überleben und reagieren auf Bestandteile des Coronavirus, die wahrscheinlich seltener mutieren als diejenigen, die von Antikörpern erkannt werden.

Der Impfstoff von OSE Immunotherapeutics wird derzeit in klinischen Studien erprobt. Deren Geschäftsführer Alexis Peyroles geht davon aus, dass das Vakzin „mehrere Jahre lang schützen“ könnte. Auch Osivax, ein weiteres französisches Unternehmen mit Sitz in Lyon, entwickelt eine T-Zell-Impfung und verspricht einen „universellen“ Impfstoff, der gegen jede Corona-Variante wirksam sein soll. Die Regierung in Frankreich untersützt die Forschung mit Millionensummen.

Corona: Hunderte Impfstoffe in der Entwicklungsphase

Die Weltgesundheitsorganisation WHO listet etwa 400 Impfstoffentwicklungen auf. Nur wenige verfolgen den Anspruch der universellen Wirksamkeit. Den größten Forschritt hat dabei das Projekt des US-Unternehmens ImmunityBio machen können. Erste vorläufige Ergebnisse, die vergangenen Monat veröffentlicht wurden, sind überwiegend ermutigend.

Frühestens nächstes Jahr sollen die neuen Impfstoffe einsatzbereit sein. Viele aus der Forschung betrachten die T-Zellen-Impfstoffe jedoch mit Skepsis. „Die massenhafte Impfung erzeugt selbst einen evolutionären Selektionsdruck“, erklärt der britische Virologe Julian Tang. „Und dieser Druck kann das Virus dazu bringen, sich so zu entwickeln, dass es jedem Impfschutz entgeht.“ Deshalb könnten Impfstoffe, die auf eine sehr weite Verbreitung ausgelegt sind, ein „zweischneidiges Schwert“ sein.

Corona-Impfstoffe in DeutschlandStand: 14.05.2021
Astrazenecazugelassen
Biontech / Pfizerzugelassen
Modernazugelassen
Johnson & Johnsonzugelassen

Weiter beschäftigt die Frage, ob der Körper in der Lage sein wird, das Coronavirus mit einer auf T-Zellen basierenden Reaktion zu bekämpfen. Antikörper und T-Zellen arbeiten zusammen, um im Körper eine Immunantwort zu bilden. Sollten die Antikörper versagen, „nützen die T-Zellen nicht viel“, behauptet der französische Virologe Yves Gaudin. An der Wirksamkeit eines solchen Vakzins habe er Zweifel. Ein idealer Impfstoff wäre auf beiden Ebenen wirksam, fügte der Wissenschaftler hinzu.

T-Zellen-Impftoff gegen Corona: Forschung skeptisch

In den USA und Europa könnten Universal-Impfstoffe denjenigen Menschen verabreicht werden, die zuvor bereits eine Antikörper-Impfung erhalten haben. Diese neuartigen Vakzine könnten außerdem denen Schutz bieten, die Probleme haben, Antikörper zu bilden. Darunter fallen beispielsweise Menschen mit Vorerkrankungen wie Krebs oder Diabetes.

Der Corona-Impfstoff von OSE Immunotherapeutics diene als Möglichkeit, die bereits verfügbaren Impfungen zu verstärken, meint Alexis Peyroles. Die durch erste Impfungen hervorgerufene Reaktion würde „ergänzt und verbreitert“ werden. Vor den Firmen, die an einem T-Zellen-Impfstoff arbeiten, liegt allerdings noch viel Arbeit. (Lukas Rogalla mit AFP)

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