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Corona-Impfung

Corona-Variante aus Südafrika: Impfstoffe von Biontech und Moderna bieten nur reduzierten Schutz

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna sind aber unverändert effektiv gegen englische Virusmutante.

  • Corona-Impfung: mRNA-Vakzine bieten vollen Schutz vor der britischen, nicht aber vor der südafrikanischen Variante.
  • Die drei Mutationen der südafrikanischen Variante B.1.351 sollen die Bindungsstelle so stark verändert haben, dass Antikörper das Virus nur noch bedingt erkennen können.
  • News zum Corona-Virus: Alle Hintergründe und Informationen finden Sie auf unserer Themenseite.

Die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sollen auch vor der englischen und der südafrikanischen Variante des Coronavirus schützen – allerdings mit unterschiedlicher Effektivität. Das haben die Pharmafirmen in Pressemitteilungen bekanntgegeben, nachdem sie im Labor die Serumproben von Geimpften künstlich hergestellten Virusmutanten, sogenannten Pseudoviren, ausgesetzt hatten. Die Ergebnisse sollen auf dem Preprint-Server BioRxiv erscheinen, sie wurden bislang noch nicht von anderen Wissenschaftler:innen begutachtet.

Sowohl die englische als auch die südafrikanische Variante von Sars-CoV-2 zeichnen sich durch mehrere Mutationen am Spike-Protein aus, mit dem das Virus sich an menschliche Zellen heftet, um eindringen zu können. Einige dieser Mutationen befinden sich direkt an der entsprechenden Bindungsstelle des Virusproteins. Bei der englischen Variante B.1.1.7 betrifft das mindestens eine Mutation, bei der südafrikanischen Variante B.1.351 sogar drei. Wie das Ärzteblatt berichtet, sollen laut einer Computersimulation die drei Mutationen der südafrikanischen Variante die Bindungsstelle so stark verändert haben, dass Antikörper das Virus nur noch bedingt erkennen können.

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Biontech/Pfizer ist darauf vorbereitet, den Corona-Impfstoff an die Variante B.1.351 anzupassen

Bei Biontech/Pfizer wurde getestet, was passiert, wenn man in vitro die Seren von 20 geimpften Teilnehmer:innen der Phase-III-Studie mit den künstlichen Virusvarianten infizierte. Bei der englischen Variante sei die Reaktion genauso gut gewesen wie gegen die ursprüngliche, heißt es in der Pressemitteilung der beiden Unternehmen. Anders bei der südafrikanischen Variante: Dort sei die Wirkung leicht verändert gewesen, man gehe aber davon aus, dass es „unwahrscheinlich“ sei, dass die „beobachteten kleinen Unterschiede in der Virusneutralisation“ zu einer „signifikanten Reduzierung der Effektivität des Vakzins“ führen werde. Gleichwohl sei man darauf vorbereitet, den Impfstoff anzupassen, falls sich eine Variante des Virus der Immunantwort auf das bisherige Biontech/Pfizer-Vakzin entziehen könne. Mit der neuen mRNA-Technologie sollen solche Modifikationen schneller möglich sein als bei klassischen Vakzinen.

Für den Moderna-Impfstoff hat das Forschungsinstitut Vaccine Research Center des US-National Institute of Health in Maryland untersucht, wie sich die Serumproben von acht Geimpften verhalten, wenn man die Pseudovirusvarianten zugibt. Das US-Unternehmen Moderna schreibt in seiner Pressemitteilung, bei der britischen Variante B.1.1.7 habe es „keine signifikante Auswirkung auf die neutralisierenden Titer“ gegeben. Bei der südafrikanischen Variante B.1.351 spricht Moderna allerdings von einer sechsfachen Reduzierung der neutralisierenden Antikörper.

Trotzdem habe der Titer aber weiterhin über der Grenze gelegen, die als schützend gilt. Konkret könnte das bedeuten, dass das Vakzin frisch Geimpfte zwar immer noch schützt, diese Wirkung aber kürzer anhält als beim „herkömmlichen“ Virus (wobei auch hier nicht bekannt ist, wie lange der Schutz bestehen bleibt).

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Moderna entwickelt gezielt ein Booster-Vakzin gegen die südafrikanische Variante B.1.351

Moderna hat indes bereits einen modifizierten Impfstoff seines mRNA-Vakzins entwickelt, der gezielt gegen die südafrikanische Variante wirken soll. Demnächst beginnen in den USA klinische Studien, um zu testen, ob er in einer zusätzlichen dritten Impfdosis als „Varianten-Booster“ mit dem bisherigen Impfstoff kombiniert werden kann. Dann müsste man drei- statt zweimal geimpft werden.

„Im Kampf gegen das Covid-19-Virus, das eine weltweite Pandemie ausgelöst hat, ist es unserer Meinung nach zwingend notwendig, proaktiv zu handeln, solange sich das Virus weiterentwickelt“, wird Stéphane Bancet, Chief Executive Officer von Moderna, in der Pressemitteilung des Unternehmens zitiert. (Pamela Dörhöfer)

Rubriklistenbild: © F. Anthea Schaap via www.imago-images.de

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