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Gefahr für Blutgerinnsel nach Corona-Infektion steigt: Studie nennt neue Details

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Die Linie auf dem Coronavirus-Test wird schwächer und nach einigen Tagen sind Genesene negativ. Doch gesundheitliche Auswirkungen halten teils monatelang an.
Die Linie auf dem Coronavirus-Test wird schwächer und nach einigen Tagen sind Genesene negativ. Doch gesundheitliche Auswirkungen halten teils monatelang an. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Auch viele Monate nach einer Coronavirus-Ansteckung kann das Risiko für Lungenembolien und Venenthrombosen erhöht sein. Das zeigt eine neue Studie aus Schweden.

Umeå (Schweden) – Dass eine Corona-Infektion das Risiko von Blutgerinnseln erhöht, ist bereits bekannt, nicht aber wie lang das Risiko nach der Ansteckung anhält. Das haben Forschende aus Umeå in Schweden nun in einer Studie untersucht.

Obduktionen von am Coronavirus verstorbenen Menschen hatten bereits zu Beginn der Pandemie eine signifikant hohe Anzahl von Thrombosen gezeigt. Neben Schlaganfällen und Lungenembolien traten auch Herzinfarkte nach Infektionen auf, sogar in stärkerem Maße als nach Impfungen. Alle drei Komplikationen sind Folgen von Thrombosen.

Erhöhte Gefahr für Blutgerinnsel nach Corona-Infektion – Studie nennt neue Details

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) hatte eine Studie zu Ursachen und Bedingungen der Thrombosen durchgeführt und herausgefunden, „dass ,Coronathromben‘ viel effektiver gebildet wurden und ein dichteres und stabileres Gerinnsel-Netzwerk aufwiesen als solche von Influenza-Patientinnen oder -Patienten oder der gesunden Kontrollgruppe“.

Corona-Infektion erhöht Thrombose-Risiko signifikant – auch bei milden Verläufen

In einer neuen Studie aus Schweden wurden nun alle und damit mehr als eine Million Corona-Fälle zwischen Februar 2020 und Mai 2021 analysiert. Diese verglichen die Forschenden mit den Daten von vier Millionen negativ getesteten Menschen, welche sie so auswählten, dass Anteile bei Alter und Geschlecht denen in der Gruppe der Corona-Infizierten ähneln. So konnten sie diese Faktoren als Ursache ausschließen.

Die folgenden Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift „BMJ“: Corona-Infizierte haben bis zu einem halben Jahr nach der Ansteckung ein erhöhtes Risiko, ein schweres Blutgerinnsel zu erleiden. Besonders trifft das auf Menschen mit schweren Erkrankungsverläufen sowie auf Risikopatient:innen mit Vorerkrankung zu. Doch auch bei leichten Verläufen ohne Krankenhausaufenthalt zeigte sich ein erhöhtes Risiko für Thrombosen.

Thrombose-Risiko nach der Coronavirus-Infektion
Wie lange hält das Risiko an?Bis zu sechs Monate bleibt das Risiko hoch.
Wer ist besonders betroffen?Gefährdet sind insbesondere Vorerkrankte und Menschen mit schweren Verläufen.
Wie hoch ist das Risiko für eine Lungenembolie?Die Wahrscheinlichkeit ist 33-fach erhöht.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit auf eine tiefe Venenthrombose?Das Risiko ist um das fünffache erhöht.

Konkret sei die Wahrscheinlichkeit für Lungenembolien, bei denen ein Blutgerinnsel Arterien in der Lunge blockiert, 33-fach erhöht. Die Gefahr auf eine tiefe Venenthrombose, in der Regel in den Beinen, war bis zu drei Monate nach der Coronavirus-Infektion um das Fünffache erhöht.

Corona-Pandemie: Impfungen senken das Risiko

Doch es gibt auch eine positive Nachricht: Die Forschenden verkünden, dass das Risiko, ein Blutgerinnsel zu erleiden, zu Beginn der Corona-Pandemie viel höher war. In der ersten Infektionswelle im Frühjahr 2020 zeigten sich somit höhere Wahrscheinlichkeiten als zu einem späteren Zeitpunkt im Pandemieverlauf. In Richtung Endemie sollte das Risiko also immer weiter sinken.

Hintergrund dessen sei die stetig steigende Rate verabreichter Corona-Impfstoffe sowie, dass die medizinische Versorgung von Coronavirus-Fällen besser geworden sei. Die Forschenden sprechen sich zudem dafür aus, bei Risikopatienten auf eine Thrombose-Prophylaxe zu setzen. (tk)

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