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Egal ob Moderna, Astrazeneca oder Biontech: Das Risiko von Thrombosen durch eine Corona-Impfung ist laut einer Studie niedriger als durch Covid-19.
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Egal ob Moderna, Astrazeneca oder Biontech: Das Risiko von Thrombosen durch eine Corona-Impfung ist laut einer Studie niedriger als durch Covid-19. (Symbolbild)

Coronavirus

Studie: Thromboserisiko durch Corona höher als durch Impfung mit Astrazeneca und Co.

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Laut einer Studie treten Hirnvenenthrombosen nach einer Erkrankung mit Covid-19 hundertmal häufiger auf als normalerweise. Das Forschungsteam rät aber zu Vorsicht.

Oxford – Das Risiko einer Hirnvenenthrombose soll bei Covid-19 hundertmal so hoch sein wie normalerweise in der Bevölkerung – und auch acht- bis zehnmal höher als nach einer Impfung gegen die Erkrankung. Zu diesem Ergebnis ist ein Forschungsteam der Universität Oxford gekommen, wie die britische Hochschule am Donnerstag mitteilte.

In der Studie, die noch nicht unabhängig begutachtet wurde, hat das Team um Paul Harrison und Maxime Taquet von der Oxford-Abteilung für Psychiatrie und dem Biomedizinischen Forschungszentrum die Häufigkeit von Sinusvenenthrombosen innerhalb von zwei Wochen nach einer Covid-19-Diagnose und nach der ersten Dosis einer Impfung untersucht.

Thrombose-Gefahr durch Corona-Impfstoffe: Risiko bei mRNA-Vakzinen und bei Astrazeneca

Diese Werte verglichen sie mit dem Auftreten von Hirnvenenthrombosen nach einer Grippe und in der allgemeinen Bevölkerung. Als Grundlage für die Studie dienten die Daten von mehr als einer halben Million Covid-19-Kranken sowie die von etwa 480 000 Menschen, die ein mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer oder Moderna gespritzt bekamen. Untersucht wurden außerdem die Daten von Menschen, die das Vakzin von Astrazeneca erhalten hatten.

Die Ergebnisse: Bei jenen, die ein mRNA-Vakzin erhalten hatten, lag das Risiko bei vier Fällen von Hirnvenenthrombosen auf eine Million Geimpfte. Bei jenen, die Astrazeneca gespritzt bekommen hatten, lag es bei fünf Fällen auf eine Million. „Verglichen mit den mRNA-Vakzinen ist das Risiko einer Hirnvenenthrombose durch Covid-19 rund zehnmal höher. Verglichen mit dem Astrazeneca-Oxford-Vakzin ist das Risiko durch Covid-19 etwa achtmal höher“, heißt es in der Mitteilung der Hochschule (der Impfstoff wird dort als Astrazeneca-Oxford-Vakzin bezeichnet, weil der Pharmakonzern ihn gemeinsam mit einem Team der Universität Oxford entwickelt hat). Bei einer – ebenfalls von Viren hervorgerufenen – Influenza scheint das Risiko einer Sinusvenenthrombose hingegen nicht erhöht zu sein.

Studie zu Thrombose-Gefahr und Covid: Ergebnisse „vorsichtig interpretieren“

Man könne „zwei wichtige Schlussfolgerungen“ ziehen, wird der Psychiatrieprofessor und Neurobiologe Paul Harrison zitiert: Erstens erhöhe Covid-19 „deutlich“ das Risiko für Sinusvenenthrombosen. Das sei der Liste der Probleme mit Blutgerinnseln, die eine Infektion verursachen könne, hinzuzufügen. Zweitens sei das Risiko durch Covid-19 höher als das durch die zugelassenen Vakzine, sogar für Menschen unter 30 Jahren.

Das solle in Rechnung gestellt werden, wenn man über das „Risiko-Nutzen-Verhältnis“ einer Impfung nachdenke. Maxime Taquet betont gleichwohl, es sei wichtig zu ergänzen, dass die Daten „vorsichtig interpretiert werden sollten“ – das insbesondere im Hinblick auf das laufende Monitoring des Astrazeneca-Impfstoffs durch die Europäische Arzneimittel Agentur EMA.

Corona: Risiko von Hirnthrombosen – Forschung sucht nach Ursachen der Thrombosefälle

In Deutschland und anderen Ländern wird der Impfstoff von Astrazeneca nur noch an Menschen ab einem gewissen Alter gegeben: Vor allem bei unter 60-Jährigen waren nach der Impfung vereinzelte Fälle von Hirnvenenthrombosen aufgetreten, von denen einige tödlich verliefen. Mehrere Forschungsteams, unter anderem von der Universität Greifswald, beschäftigen sich mit den Ursachen dieser Thrombosefälle.

Sie gehen davon aus, dass sie anders als die meisten anderen Thrombosen, wie sie unter anderem durch bestimmte Erkrankungen, Gefäßveränderungen oder Bettlägerigkeit hervorgerufen werden, durch spezielle Antikörper verursacht und somit immunologisch bedingte Prozesse sind. (Pamela Dörhöfer)

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