Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Sars-CoV-2

Corona-Studie: Biomarker könnte schwere Covid-Verläufe voraussagen

  • Delia Friess
    VonDelia Friess
    schließen

Eine neue Studie macht Hoffnung, dass Mediziner:innen mit einem neuen Biomarker voraussagen können, welche Corona-Patient:innen einen schweren Verlauf entwickeln werden.

Zürich - Schwere Corona-Verläufe noch am Beginn der Erkrankung voraussagen – daran arbeiten Mediziner:innen neben Impfstoff-Entwicklungen und Medikamenten gegen Covid-19 mit Hochdruck. Gerade in Ländern, die stark von der Pandemie betroffen sind und eine hohe Zahl an Neuinfektionen aufweisen, so wie beispielsweise auch Indien oder Brasilien, könnte eine Früherkennung von schweren Krankheitsverläufen Leben retten und für das Gesundheitssystem eine Entlastung bedeuten.

Am Institut für Experimentelle Immunologie der Universität Zürich scheint sich nun ein Durchbruch in der Forschung abzuzeichnen. Möglicherweise könnte die spezifische Immunsignatur für schwere Verläufe von Covid-19 gefunden worden sein. Dies berichtet unter anderem der Deutschlandfunk.

Die Gruppe um Prof. Dr. Burkhard Becher ließ sich Blut von Patient:innen aus Frankeich und Deutschland schicken, um dieses genau zu analysieren. Von allen Patient:innen wurde ein exaktes Blutbild erstellt. Bei den Untersuchungen und der Analyse mit einem speziellen Verfahren kam heraus, dass die Anzahl von T-Killerzellen, einer Klasse weißer Blutzellen, die ein Teil der frühen Immunabwehr sind, dabei wohl eine Rolle spielt. Diese seien bei Covid-19 Patientinnen stark reduziert gewesen.

Schwere Verläufe von Covid-19-Patient:innen voraussagen? Eine Studie will einen Biomarker gefunden haben, der dies möglich macht. (Archivlbild)

Corona-Studie: Biomarker könnte Durchbruch bei schweren Verläufen von Sars-CoV-2 bringen

Charakteristisch für einen schweren Verlauf von Covid-19-Patient:innen sei die überschießende Antwort des Imunsystems. „Die enorme Produktion von Botenstoffen, Zytokinsturm genannt, verursacht eine massive Entzündungsreaktion im Körper. Immunzellen wandern massenweise in die Lunge ein, wo sie den Gasaustausch stören“, erklärt Becher in einer Pressemitteilung der Universität Zürich. Da auch andere Krankheitserreger in die Lunge wandern könnten und dort eine Immunreaktion auslösen könnten, sei bisher unklar gewesen, was die Immunabwehr von Sars-CoV-2 genau charakterisiert.

Coronavirus:

Alle Informationen zu dem Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite.

„Anhand der Anzahl der Killer-T-Zellen im Blut kann ein schwerer Covid-19-Verlauf mit hoher Sicherheit vorhergesagt werden – und das bereits am Tag der Aufnahme ins Spital“, wird Prof. Dr. Becher in einer Pressemitteilung der Uni Zürich zitiert. „Die Immunantwort in den unterschiedlichen Lungenentzündungen sind sehr ähnlich und Teil einer allgemeinen Entzündungsreaktion, wie man sie häufig bei Patienten auf der Intensivstation sieht. T-Zellen und Natürliche Killerzellen verhalten sich bei Covid-19 jedoch einzigartig und definieren eine Art Muster im Immunsystem: die Covid-19-spezifische Immunsignatur“, so Becher.

Corona: Blutanalyse könnte schweren Verlauf voraussagen - T-Zellen fast nicht vorhanden

Becher hat Hoffnung, dass die neuen Erkenntnisse Ärzt:innen helfen könnten, schwere Verläufe vorauszusagen und damit auch Patient:innen frühzeitig behandeln zu können. Zudem könnten die Ergebnisse der neuen Corona-Studie bei der Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung einer Sars-CoV-2-Infektion helfen.

Zunächst jedoch stehen weitere Untersuchungen an. Bisher wurde nur das Blut von 50 Patient:innen untersucht und mit 25 Blutproben von Patient:innen mit anderen Formen von Lungenentzündungen verglichen. Da dieses aber aus verschiedenen Krankenhäusern in Deutschland und Frankreich stammte, seien die Ergebnisse aussagekräftig, gibt sich der Immunologe zuversichtlich. Es bleibt wohl dennoch weitere Studien abzuwarten, ob dieser neuer Biomarker für alle Bevölkerungsgruppen repräsentativ ist. (Delia Friess)

Rubriklistenbild: © Ole Spata

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare