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Corona im Speichel
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Coronaviren sind auch im Speichel nachweisbar. (Symbolfoto)

Covid-19

Coronaviren auch im Speichel nachweisbar – Neue Alternative für Tests?

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Eine Corona-Studie aus den USA wirft Fragen auf. Ist ein Spucktest eine Test-Alternative zum tiefen Nasen- oder Rachenabstrich?

Frankfurt/Bethesda – Das Coronavirus befällt nach einer Ansteckung nicht nur die Schleimhäute der Nase und des tiefen Rachens, sondern auch die des Mundraums und vor allem auch die Speicheldrüsen. Das hat ein britisch-amerikanisches Forschungsteam des US-National Institute of Dental and Craniofacial Research in Bethesda herausgefunden. Die Studie wurde im Fachmagazin „Nature Medicine“ veröffentlicht.

Bislang lautete die Vermutung, dass Sars-CoV-2 sich in den Schleimhautzellen der Nase und des Rachens vermehrt, nachdem man sich infiziert hat. Dem stand indes die Tatsache entgegen, dass sich der Erreger auch in großer Menge im Speichel nachweisen lässt; ein Grund, warum jetzt auch Spucktests als Schnelltests angeboten werden. Auch ließ sich so kaum erklären, wie es zu Symptomen wie Mundtrockenheit, offenen Stellen oder Ausschlag der Schleimhäute in der Mundhöhle, unter denen Infizierte häufig leiden, kommt.

Corona-Symptom: Störung des Geschmackssinns noch nicht ausreichend erforscht

Nicht eindeutig geklärt ist bislang auch die Ursache für die Covid-19 typischen Störungen des Geschmackssinns, von denen einige Wissenschaftler:innen annehmen, sie seien ein neurologisches Symptom und andere sie für die Folge einer Infektion des Riechepithels in der Nase halten. Auch diese Beschwerden könnten mit einer Infektion der Mundschleimhaut und der Speicheldrüsen zusammenhängen, vermutet das Forschungsteam. Denn es stellte fest, dass sich bei Covid-Patient:innen mit solchen Symptomen Virusmaterial in den Speicheldrüsen findet.

Link zur Corona-Studie

https://www.nature.com/articles/s41591-021-01296-8

Die Forscher:innen hatten für ihre Studie zunächst in Zellen der Speicheldrüsen und der Mundschleimhaut nach Erbmaterial in Form von mRNA für die Proteine ACE2 und TMPRSS2 gesucht. Beide Proteine benötigt das Virus, um in menschliche Zellen eindringen zu können. Sie wurden fündig und analysierten im nächsten Schritt Gewebeproben von Menschen, die an Covid-19 gestorben waren oder Biopsien zur Verfügung gestellt hatten. Tatsächlich konnten die Wissenschaftler:innen darin Erbgut von Sars-CoV-2 entdecken. Sie fanden heraus, dass das Virus vor allem die kleineren Speicheldrüsen im Mund befällt und dort Entzündungen auslöst. Auch Immunzellen, die auf eine lokale Abwehrreaktion hindeuten, ließen sich nachweisen.

Bei Labortests stellen die Wissenschaftler:innen zudem fest, dass die Viren im Speichel von Sars-CoV-2-positiven Menschen mit einer asymptomatischen Infektion zwischen einer halben Woche und dreieinhalb Wochen nachweisbar waren. Bei einigen blieb der Speicheltest sogar länger positiv als der Rachenabstrich. Für die Autor:innen der Studie werfen die Ergebnisse einige Fragen auf, etwa zu den Infektionswegen und der optimalen Stelle für einen Abstrich, heißt: Sind die unangenehmen Abstriche aus dem tiefen Nasen- oder Rachenraum das beste Vorgehen oder liefert vielleicht Speichel das bessere Material für einen Antigentest? .Bisher galt die Nase als eine Haupteintrittspforte, von der aus das Virus in den Rachenraum gelangt. Nach ihrer Untersuchung sehen die Forscher:innen es aber ebenso als möglich an, dass das Virus über die Mundhöhle in den Körper gelangt. (Pamela Dörhöfer)

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