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Sonniger Tag in Hamburg
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Leute genießen die Sonne in Gesellschaft, trotz Corona. (Symbolbild)

Hoffnung auf den Sommer

Corona und Sonne: Wie UV-Strahlung auf das Infektionsgeschehen wirkt

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Viele hoffen, dass der Sommer die Corona-Pandemie ausbremsen kann. Eine Berechnung verrät, welchen Einfluss Sonnenstrahlung auf den R-Wert hat.

Liverpool – Mit steigenden Temperaturen steigt auch die Hoffnung auf eine Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Annahme, dass sich das Virus, das die Krankheit Covid-19 auslöst, saisonal verhalten könnte, liegt nahe. Denn die Fallzahlen gingen im Sommer 2020 deutlich zurück und blieben auch über Monate niedrig. Besuche in Restaurants, Cafés, Bars sowie private Treffen und größere Versammlungen waren dementsprechend einfacher möglich. Auch eine erhöhte Zahl der Intensivpatient:innen und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 im Winter suggeriert einen Zusammenhang mit den Jahreszeiten.

In Deutschland steigen die Infektionszahlen zum Frühlingsbeginn allerdings an und kommen dem „Vorweihnachtsniveau“ immer näher. Laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) werden derzeit etwa 4700 Personen mit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt (Stand: 15. April 2021). Eine entscheidende Eindämmung der Pandemie durch einen warmen Frühling und den anstehenden Sommer allein halten Virolog:innen wie Christian Drosten für eher unwahrscheinlich. Ein Forschungsteam um Kieran Sharkey von der University of Liverpool in England hat nun ermittelt, wie sich der sogenannte R-Wert durch eine höhere UV-Strahlung der Sonne verändert.

Corona im Sommer: Welchen Einfluss hat die UV-Strahlung der Sonne?

Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein:e Infizierte:r im Durchschnitt ansteckt. Liegt der R-Wert unter 1, nimmt das Infektionsgeschehen ab. Dieser R-Wert wurde in 359 größeren Städten mit mehr als 500.000 Einwohner:innen, in denen es im vergangenen Jahr zu einem Corona-Ausbruch signifikanter Größe kam, ausgewertet. Die Forscher:innen fanden, dass der R-Wert bei 10 Kilojoule zusätzlicher UV-Strahlung pro Quadratmeter im Durchschnitt um 0,05 zurückging. Die untersuchten Städte erhielten täglich zwischen 30 und 130 kJ/m² UV-Strahlung.

Dieser Befund der Studie suggeriere einen saisonalen Effekt hinsichtlich der Übertragung des Coronavirus, so Sharkey. Allerdings bedeute das nicht, dass eine höhere UV-Strahlung auch die Ursache für ein entspannteres Infektionsgeschehen sei. Ein Zusammenhang könnte noch mit anderen Faktoren wie Luftfeuchtigkeit und der Temperatur bestehen. Sharkey weist auf eine weitere Studie hin, die „dünne Beweise“ für einen Zusammenhang zwischen der Ausbreitung des Coronavirus und der Temperatur liefere. Weitere Faktoren wie Luftverschmutzung und öffentliche Gesundheitsmaßnahmen hätten einen noch größeren Effekt auf den R-Wert als UV-Strahlung. Dennoch sei sie „statistisch signifikant“. Liegt der R-Wert also in einem richtungsweisenden Bereich (um 1), könnte der Einfluss durch die Strahlen der Sonne den Ausschlag geben.

Sonne und Corona: UV-Strahlung für R-Wert nicht entscheidend

Für entscheidend hält der Forscher „Eingriffe durch die Regierung“. Sie hätten sich im Vergleich zur UV-Strahlung viermal stärker auf den R-Wert ausgewirkt und seien „in unserer Hand“. In naher Zukunft werde das Infektionsgeschehen also vor allem von politischen Maßnahmen (z.B. der Corona-Notbremse) abhängen, nicht unbedingt vom Wetter. Zusätzlich könnten die Corona-Impfstoffe entscheidend sein.

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Ein weiterer Punkt ist, dass sich Menschen bei höheren Temperaturen eher draußen aufhalten, wo das Infektionsrisiko geringer ist als drinnen. Forscher:innen der University of Edinburgh vermuten zudem, dass es einen Zusammenhang zwischen der Sonne und geringeren Corona-Todeszahlen gibt.

Ob es sich bei Sars-CoV-2, ähnlich wie bei der Influenza und anderen Corona-Viren, um eine saisonale Infektionskrankheit handle, werde sich langfristig zeigen, so Sharkey. (Lukas Rogalla)

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