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Corona-Schnelltests schaffen „trügerische Sicherheit“ – Omikron wird oft nicht erkannt

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Von: Samira Müller

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Ein medizinischer Mitarbeiter führt einen Corona-Schnelltest durch.
Omikron wird bei den Corona-Schnelltests oft nicht erkannt (Symbolfoto). © Martin Schutt/dpa

Einige Corona-Schnelltests erkennen eine Omikron-Infektion nicht verlässlich. Forschende haben dazu nun eine Studie veröffentlicht.

Frankfurt – Um an Veranstaltungen oder Aktivitäten teilnehmen zu können, ist oft ein negativer Corona-Schnelltest nötig. Forscherinnen und Forscher haben jetzt allerdings in einer Studie herausgefunden, dass viele Tests bei der Omikron-Variante nicht verlässlich sind. Eine Studie aus den USA hatte bereits herausgefunden, dass einige Corona-Schnelltests im Vergleich zum PCR-Test bei Omikron verspätet anschlagen.

Forscherinnen und Forscher um den Münchner Virologen Oliver Keppler von der Ludwig-Maximilians-Universität haben nun die Leistungsfähigkeit von neun handelsüblichen Antigen-Schnelltests untersucht, um eine Infektion mit der Omikron- oder der Delta-Variante zu erkennen. Acht der vom Paul-Ehrlich-Institut bereits für frühere Varianten des Virus geprüfte Tests wiesen eine Omikron-Infektion schlechter nach als eine Delta-Infektion. Das ergab die Studie, die im Fachmagazin „Medical Microbiology and Immunology“ veröffentlicht wurde.

Omikron wird von Corona-Schnelltests oft nicht erkannt: Negatives Ergebnis „kein Freifahrtschein“

„Man darf niemals ein negatives Ergebnis als Freifahrtschein nehmen“, warnte Keppler. Vor allem in der Omikron-Welle seien die Vorsichtsmaßnahmen wie Abstandhalten und das Tragen von Masken weiterhin wichtig, um andere und sich zu schützen.

Wie der Münchner Virologe erklärte, schaffe das Testen von Menschen ohne Symptome gerade in der aktuellen Corona-Welle eine trügerische Sicherheit. „Das asymptomatische Testen mit Selbsttests macht aus meiner Sicht wenig Sinn“, sagte Keppler. Bei Symptome des Coronavirus sei es aber sinnvoll, neben einer Einschränkung der Kontakte auch mit guten Antigen-Schnelltest zu testen. Die Viruslast sei dann meist höher und Tests würden eher anschlagen.

Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau für einen Corona-Test einen Abstrich.
Corona-Schnelltests erkennen Omikron oft nicht (Symbolfoto). © Kira Hofmann/dpa

Corona-Schnelltests erkennen Omikron oft nicht: Forschende fordert eine Liste

Keppler fordert wie auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, dass schnell eine Liste mit den Tests veröffentlicht wird, die Omikron gut nachweisen. Schließlich seien mittlerweile 580 Schnelltests auf dem Markt, wie dpa berichtete. „Die einäugigen unter den blinden Tests für die Erkennung von Omikron müssen nun rasch durch das Paul-Ehrlich-Institut identifiziert und veröffentlicht werden.“

In der Zeit zwischen Ende Oktober 2021 und der dritten Januarwoche 2022 hatten die Wissenschaftler 166 Corona-Fälle untersucht, die mittels PCR und Sequenzierung festgestellt worden waren. Davon waren 101 Omikron-Infektionen und 65 Delta-Infektionen. Acht der neun untersuchten Tests waren vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als CE-gekennzeichneter Antigentest gelistet und erfüllten zumindest basierend auf Herstellerangaben auch die erforderlichen Mindestkriterien, wie dpa mitteilte.

Omikron wird von Corona-Schnelltests oft nicht verlässlich erkannt: Probleme bei Testempfindlichkeit

Bei den ersten Untersuchungen gab es keine falsch positiven Test-Ergebnisse, sagte Keppler. Dazu wurden 115 Abstriche untersucht, bei denen ein negativer PCR-Test vorlag.

Allerdings traten bei der Testempfindlichkeit Probleme auf: Bei sehr hoher Omikron-Viruslast (mit einem Ct-Wert kleiner 25) schlugen die Schnelltests bei nur 31 bis rund 78 Prozent der Abstrichproben an. Bei mittlerer Viruslast (mit Ct-Werten zwischen 25 und 30) lag die Trefferquote bei Omikron-Infektionen nur bei null bis gut acht Prozent. Fast alle Tests erkannten die Delta-Infektionen bei sehr hoher Viruslast zu mehr als 70 Prozent. Bei mittlerer Viruslast lag die Trefferquote hier allerdings nur noch bei 0 bis 28 Prozent.

Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette für einen Corona-Schnelltest.
Eine Studie zeigt, dass Omikron von Corona-Schnelltests oft nicht erkannt wird (Symbolfoto). © Zacharie Scheurer/dpa

Corona-Schnelltests erkennen Omikron nicht so verlässlich: Enorme Heterogenität

Bei einigen untersuchten Corona-Tests musste die Viruslast in einem Abstrich bei Omikron bis zu hundertmal so hoch sein wie bei Delta, um eine 95-prozentige Nachweiswahrscheinlichkeit zu erreichen. „Insgesamt besteht eine enorme Heterogenität der Antigen-Schnelltests zum Nachweis von Omikron“, sagte Keppler. „Einerseits muss dies klar kommuniziert werden und anderseits rasch eine Liste mit brauchbaren Tests veröffentlicht werden.“

Viele Menschen fragen sich, wie zuverlässig die Corona-Antigen-Tests sind. Das Paul-Ehrlich-Institut hat bereits einige Corona-Schnelltests aufgelistet, die gut geeignet sind. (Samira Müller mit dpa)

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