Sars CoV-2: Das Coronavirus kursiert weiterhin weltweit.
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Der Corona-Rechner bezieht sich insbesondere auf Aerosole als Hauptübertragungsweg von Sars-CoV-2. (Symbolfoto)

Neuinfektion

Neuer Corona-Rechner: So berechnen Sie, welchem Infektionsrisiko Sie ausgesetzt sind

  • Tobias Utz
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Eine Forschungsgruppe aus Deutschland hat den neuen Corona-Rechner vorgestellt: Wie das Infektionsrisiko berechnet werden kann.

  • Neuer Corona-Rechner vorgestellt: Was er kann und wie Sie Ihr Infektionsrisiko berechnen können.
  • Die Simulation zeigt, wie hoch das Corona-Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen ist.
  • Laut den Forschenden kann auf diese Weise gezeigt werden, wie wirkungsvoll verschiedene Corona-Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie sind.

Mainz - Die Forschung ist mittlerweile sicher, dass das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, in geschlossenen Räumen am größten ist. Klassische Beispiele dafür sind Büros oder Schulklassen. Dabei ist wichtig, dass viele Faktoren das Corona-Infektionsrisiko beeinflussen - beispielsweise, wie oft gelüftet wird.

Forschende haben deshalb den neuen Corona-Rechner vorgestellt. Die Simulation soll die Ansteckungsgefahr in verschiedenen Situationen möglichst genau bestimmen können. Wissenschaftler:innen um Jos Lelieveld haben den Rechner entwickelt. Das Projekt wurde gemeinsam von Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz mit dem Cyprus Institut auf Zypern vorangetrieben. Die dazu passende Studie wurde im Fachmagazin „International Journal of Environmental Research and Public Health“ publiziert.

Corona-Rechner berechnet Wahrscheinlichkeit einer Corona-Übertragung

Im Corona-Rechner lassen sich gewisse Raumbedingungen definieren, wie Personenanzahl oder Raumgröße. Aber auch, wie hoch die Luftwechselrate ist oder, ob Masken getragen werden, kann eingestellt werden. Bedingung für die Berechnung ist immer, dass mindestens eine anwesende Person hochinfektiös mit Covid-19 angesteckt ist. Die Forschenden des MPIC gehen davon aus, dass das rund 20 Prozent aller Corona-Infizierten sind.

Algorithmisch berechnet der Corona-Rechner die Wahrscheinlichkeit einer viralen Übertragung. Der Fokus des Corona-Rechners liegt auf Aerosolen von Sars-CoV-2 - sprich: kleinste Partikel, die Coronaviren enthalten und durch Sprechen, Atmen oder Husten in die Raumluft kommen.

Lüften als Faktor zur Risikominimierung des Corona-Infektionsrisikos

Zusätzlich bietet der Corona-Rechner diverse Szenarien an, die bestimmte Voreinstellungen haben: Party, Chorprobe, Klassenraum und viele mehr. „Wir möchten einen Beitrag leisten, damit zum Beispiel eine Schule oder ein Geschäft selbst ausrechnen kann, wie hoch das Infektionsrisiko in den Räumen ist und wie effektiv welche Sicherheitsmaßnahme ist“, erklärt Lelieveld. Laut Angaben des Max-Planck-Instituts zeigen die Berechnungen, „dass man das Infektionsrisiko durch regelmäßiges Stoßlüften etwa um die Hälfte, durch zusätzliches Maskentragen sogar um einen Faktor fünf bis zehn senken kann.“

Die Wissenschaftler:innen stellen in ihrer Erklärung klar, dass der Corona-Rechner nicht perfektioniert sei. Schließlich seien noch einige Aspekte des Coronavirus nicht abschließend untersucht, wie beispielsweise in welchen Mengen das Virus auftritt. Deshalb seien für die Simulationen Annahmen getroffen worden, die nun anhand der Realität bewertet werden müssen. Physiker Frank Helleis vom MPIC betont jedoch: „Unseren Annahmen liegt der derzeitige Stand der Wissenschaft zugrunde.“

Corona-Rechner beschränkt sich auf Aerosole als Ansteckungsquelle

Eine mögliche Schwäche des Corona-Rechners ist zudem, dass er sich auf Aerosole als Haupt-Ansteckungsquelle beschränkt. Unter Wissenschaftler:innen herrscht Uneinigkeit im Punkt, welchen Quellen zusätzlich einbezogen werden müssten.

Hier finden Sie den Corona-Rechner. Die Forschung hat außerdem neue Erkenntnisse zu einem Corona-Symptom veröffentlicht. Und es gibt Neuigkeiten zu der Bildung von Antikörpern. Eine Studie hat herausgefunden, dass viele Kinder diese bereits vor einer Infektion im Blut bilden. Zudem gibt es eine Diskussion um Melatonin als Medikament gegen das Coronavirus: Unter anderem Donald Trump wurde damit im Krankenhaus behandelt. (Tobias Utz)

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