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Corona: Was über Omikron-Subtyp BA.2 bekannt ist

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Von: Tanja Banner

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Das Coronavirus verändert sich weiter: Der Omikron-Subtyp BA.2 hat sich in Dänemark bereits durchgesetzt. Er ist offenbar ansteckender – jedoch vor allem bei Ungeimpften.
Das Coronavirus verändert sich weiter: Der Omikron-Subtyp BA.2 hat sich in Dänemark bereits durchgesetzt. Er ist offenbar ansteckender – jedoch vor allem bei Ungeimpften. © Uwe Anspach/dpa

Der Omikron-Subtyp BA.2 ist in Dänemark bereits dominant und auch in anderen Ländern auf dem Vormarsch. Was bisher über diese Corona-Variante bekannt ist.

Frankfurt – Die Omikron-Welle ist längst in Deutschland angekommen, das Robert Koch-Institut (RKI) meldet täglich neue Corona-Rekordwerte. Da verunsichern Nachrichten über den Omikron-Untertypen BA.2, der in Dänemark mittlerweile den bisher dominierenden Omikron-Untertypen BA.1 abgelöst hat. Doch was unterscheidet die Corona-Varianten Omikron BA.2 und BA.1 voneinander und spielt das überhaupt eine Rolle? Was bisher über den Corona-Untertypen bekannt ist.

BA.1 und BA.2 sind Subtypen der Omikron-Variante des Coronavirus Sars-CoV-2, die beide bereits kurz nach der Entdeckung der Omikron-Variante aufgefallen sind. Sie unterscheiden sich durch etwa 20 Mutationen voneinander. Zuerst begann BA.1 sich durchzusetzen und die bis dahin dominierende Delta-Variante zu verdrängen, weshalb BA.2 weniger beachtet wurde. Doch im Januar fiel in Dänemark – dort werden deutlich mehr Corona-Proben sequenziert als beispielsweise in Deutschland – auf, dass sich BA.2 dort stark verbreitete. Mittlerweile ist dieser Subtyp der Omikron-Variante in dem Land dominant, auch in anderen Ländern ist er auf dem Vormarsch.

Corona im Wandel: Omikron-Subtyp BA.2 erhöht das Infektionsrisiko

Eine noch nicht von Fachleuten begutachtete Studie aus Dänemark zeigt, dass das eigene Infektionsrisiko beim Omikron-Subtyp BA.2 mehr als doppelt so hoch ist wie bei BA.1 – und zwar sowohl bei Ungeimpften wie auch bei Geimpften und Geboosterten. Auch die Weitergabe des Virus ist der Studie zufolge bei Ungeimpften stark erhöht – für Geimpfte gilt dies jedoch offenbar nicht. Der Immunologe Carsten Watzl erklärt eine Erkenntnis der Studie im Deutschlandfunk: „Die Wahrscheinlichkeit, sich bei einem Haushaltsmitglied anzustecken, ist doppelt so hoch, wenn dieses Haushaltsmitglied mit BA.2 infiziert ist, als es noch mit BA.1 der Fall war.“ Es gebe jedoch eine Einschränkung, so Watzl: „Diesen Effekt hat man nur gefunden, wenn man sich die nicht Geimpften angesehen hat. Bei Geimpften war die Wahrscheinlichkeit nicht erhöht.“

Corona-Impfstoffe sollen der Studie zufolge auch bei BA.2 einen Effekt gegen eine Infektion, die Weitergabe des Virus und eine schwere Erkrankung haben – jedoch sei die Wirkung im Vergleich zu früheren Varianten verringert, so die Forschenden. „Die höhere Anfälligkeit und Übertragbarkeit bei nicht geimpften Kindern wird wahrscheinlich zu einer noch stärkeren Übertragung von BA.2 bei ungeimpften Kindern in Schulen und Kindertagesstätten führen“, schließen die Forschenden aus ihren Studienergebnissen.

Omikron-Subtyp BA.2 in Deutschland: Anteil ist noch „sehr gering“

Das RKI schreibt in seinem aktuellen Lagebericht zur Corona-Situation in Deutschland (vom 27.01.2022), dass der Anteil von BA.2 in Deutschland „nach wie vor sehr gering“ sei. Allerdings stammen die Daten, auf die sich das RKI bezieht, von Anfang Januar: In der zweiten Kalenderwoche 2022 habe BA.2 einen Anteil von 2,3 Prozent gehabt, dieser sei gegenüber der Vorwoche leicht gestiegen. Das RKI schreibt zu dem Subtyp: „International wird beobachtet, dass sich BA.2 stärker ausbreitet als BA.1“. Das betreffe etwa Dänemark und das Vereinigte Königreich.

In seinem NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ vergleicht der Virologe Christian Drosten die Omikron-Subtypen BA.1 und BA.2 mit zwei Autos – BA.2 habe in diesem Vergleich „schon ein paar PS mehr“. Drosten geht auf Basis der dänischen Studie davon aus, dass BA.2 möglicherweise einen „Fitnessvorteil“ haben könnte. Der Immunologe Watzl schreibt auf Twitter: „BA.2 wird sich auch bei uns durchsetzen“. Der Subtyp könnte die Omikron-Welle verlängern, twittert er weiter. „In jedem Land und im Zeitverlauf sehen wir, dass die epidemische Wachstumsrate von Omikron BA.2 größer ist als die von Omikron BA.1“, zitiert das Magazin Science den Computerbiologen Trevor Bedford. Der Anteil der BA.2-Fälle in Deutschland dürfte damit sehr wahrscheinlich weiter steigen. (tab)

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