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Omikron-Subtyp BA.2: Stiko-Chef spricht von „beunruhigenden“ Szenarien

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Von: Delia Friess

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Der Subtyp BA.2 der Omikron-Variante bereitet Wissenschaft und Politik Sorgen. Stiko-Vorsitzdender Thomas Mertens warnt, die Situation könne noch „beunruhigend werden“.

Berlin – Der Subtyp BA.2 der Omikron-Variante verbreitet sich verstärkt auch in Deutschland: Sein Anteil unter den Corona-Infektionen steigt laut RKI deutlich an und könnte laut Modellierer:innen der TU Berlin bereits Ende Februar mehr als die Hälfte der Infektionen ausmachen.

Nach Ansicht des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko) könnte das „beunruhigend werden“. „Ob und wie sehr, wissen wir noch nicht“, sagte Thomas Mertens der „Schwäbischen Zeitung“ am Donnerstag (24.02.2022). Daten aus Laboren und der Infektionsüberwachung zufolge werde BA.2 noch leichter übertragen, so Mertens weiter. Zudem wiesen Experimente mit infizierten Tieren darauf hin, dass Antikörper gegen die hierzulande hauptsächlich verbreitete Untervariante BA.1 den Subtyp BA.2 „weniger gut neutralisieren“.

Omikron-Subtyo BA.2: Stiko-Chef warnt vor „beunruhigenden“ Szenarien

Die Frage, ob der Subtyp BA.2 Menschen stärker erkranken lasse als BA.1, lasse sich noch nicht beantworten. Dafür gebe es noch keine eindeutigen klinischen Daten, sagte Mertens. „Im ungünstigsten Fall“ könne es sein, „dass BA.2 zu einem erneuten Anstieg, einer Verlängerung der aktuellen Infektionswelle und wieder mehr Erkrankungen führt“.

Nach Ansicht des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko) Thomas Mertens könnte der Subtyp BA.2 der Omikron-Variante „beunruhigend werden“.
Nach Ansicht des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko) Thomas Mertens könnte der Subtyp BA.2 der Omikron-Variante „beunruhigend werden“. Auch andere Forschende warnen vor einer Verbreitung. © Bernd von Jutrczenka / dpa

In jedem Fall bleibe die Impfung gegen Corona „unser entscheidendes Instrument“, um aus der Pandemie in die endemische Phase zu kommen, betonte Mertens. In einer endemischen Phase würde dann nicht mehr „ständig die ganze Bevölkerung“ geimpft, sondern vor allem diejenigen, die ein großes Risiko für eine schwere Erkrankung hätten.

Stiko-Chef Thomas Mertens warnt vor Anstieg der Infektionszahlen durch Omikron-Subtyp BA.2

Die ursprüngliche Omikron-Variante gilt bereits als ansteckender als Delta und soll jedoch etwas mildere Krankheitsverläufe auslösen - vor allem bei Geimpften. Gegen die Omikron-Variante BA.1 sollen die verfügbaren Impfstoffe gegen das Coronavirus wirken, wenn auch etwas eingeschränkter als gegen das Ursprungsvirus, die Delta-Variante und andere Varianten. Drei Impfungen mit den bisherigen Impfstoffen bieten bisher also auch gegen Omikron BA.1 einen guten Schutz.

Eine Figur in Optik eines Virus hängt an der Tür vom PCR-Labor im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA). (Symbolbild)
Eine Figur in Optik eines Virus hängt an der Tür vom PCR-Labor im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA). (Symbolbild) © Julian Stratenschulte / dpa

Die schnelle Verbreitung und die hohe Zahl an Ungeimpften bereitet Medizin und Politik noch immer Sorgen, dass das Gesundheitssystem überlastet werden könnte. Nun könnte die sich noch schneller verbreitende Untervariante Omikron BA.2 diese Befürchtungen weiter antreiben. Biontech/Pfizer arbeiten gerade an einem an Omikron angepassten Impfstoff, der im Mai zur Verfügung stehen soll. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte erneut auf Twitter dazu aufgerufen, nicht auf den angepassten Omikron-Impfstoff zu warten, sondern sich impfen und auch boostern zu lassen. Omikron löse zwar mildere Verläufe aus, eine Infektion kann aber bei Ungeimpften dennoch schwer bis tödlich verlaufen. Daher empfehlen Expert:innen unbedingt die dreifache Impfung. (dpa, df) Omikron-Symptome: Diese Anzeichen warnen vor einer Corona-Infektion

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