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Wie gut wirken Medikamente gegen die Omikron-Variante? Studie liefert Details

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Von: Pamela Dörhöfer

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Sind die neuen antiviralen Medikamente wie beispielsweise Remdesivir bei Omikron weiterhin wirksam?
Sind die neuen antiviralen Medikamente wie beispielsweise Remdesivir bei Omikron weiterhin wirksam? © Fadel Dawood/dpa

Bekämpfen antivirale Mittel und Proteasehemmer auch die Omikron-Variante des Coronavirus effektiv? Mehrere Studien machen nun Hoffnung.

Frankfurt/Kent – Mehrere Studien belegen, dass Omikron für deutlich weniger Einweisungen ins Krankenhaus und weitaus weniger Todesfälle sorgt als die Delta-Variante. Forschende der Goethe-Universität Frankfurt und der University of Kent (Großbritannien) haben nun einen möglichen Grund für die milderen Verläufe gefunden. Weitere Ergebnisse ihrer Studie deuten zudem darauf hin, dass acht wichtige Substanzen in antiviralen Medikamenten gegen Covid-19 bei Omikron gut wirken. Alle hemmen demnach in Zellkulturen die Vermehrung der Viren effektiv.

Getestet wurden Nirmatrelvir (ein Wirkstoff in Paxlovid) Remdesivir, Favipravir, Ribavirin und Molnupiravir (Wirkstoff in Lagevrio). Somit sind die neuen antiviralen Medikamente sämtlich noch wirksam. Gleiches gilt für die ebenfalls getesteten Proteasehemmer Nafamostat, Camostat und Aprotinin. Diese Art von Medikamenten hemmen bestimmte Enzyme und werden etwa bei HIV und Hepatitis C eingesetzt.

Medikamente gegen Omikron: Variante besonders gegen zelluläre Abwehr empfindlich

Frühere wissenschaftliche Arbeiten haben bereits gezeigt, dass Omikron das Lungengewebe schlechter infizieren kann als frühere Varianten und deshalb für mildere Verläufe sorgt. Das deutsch-britische Forschungsteam hat nun festgestellt, dass Viren der Omikron-Variante besonders empfindlich gegenüber der Interferon-Antwort sind, einem nicht spezifischen, zellulären Abwehrmechanismus. „Offenbar kann Omikron im Gegensatz zu Delta nicht verhindern, dass die befallenen Zellen Interferon produzieren und ausschütten“, wird Martin Michaelis von der University of Kent in einer Mitteilung der Goethe-Uni zitiert.

Zwei große Studien aus Kanada und den USA belegen zudem, was in vielen Ländern beobachtet wird. Die auf den Daten von mehr als 40.000 Menschen basierende Arbeit aus Ontario kommt bei Omikron gegenüber der Corona-Variante Delta auf ein um 59 Prozent verringertes Risiko einer Krankenhauseinweisung und auf ein um 83 Prozent verringertes Risiko, auf die Intensivstation zu kommen oder an der Infektion zu sterben. Eine Studie der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC, die knapp 70.000 Menschen einbezieht, zeigt sogar eine Verringerung des Risikos eines Krankenhausaufenthalts um 69,6 Prozent. Hier kamen Omikron-Patientinnen und -Patienten zu 74 Prozent seltener auf die Intensivstation, es gab 91 Prozent weniger Todesfälle im Vergleich zu Delta. (Pamela Dörhöfer)

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