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Das Coronavirus Sars-CoV-2 unter dem Mikroskop. Um Diskriminierung vorzubeugen benennt die WHO Corona-Varianten künftig nach griechischen Buchstaben.
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Das Coronavirus Sars-CoV-2 unter dem Mikroskop. Um Diskriminierung vorzubeugen benennt die WHO Corona-Varianten künftig nach griechischen Buchstaben.

„Alpha“ statt „britische Variante“

WHO benennt Corona-Varianten um – Kampf gegen Stigmatisierung und Diskriminierung

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Wenn es nach der WHO geht, tragen die wichtigsten Varianten des Coronavirus künftig neue Namen. Diese Maßnahme soll Diskriminierung und Stigmatisierung vorbeugen.

Frankfurt – Seit 2015 empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Krankheitserreger und Erkrankungen nicht mehr nach ihrem Entdeckungsort zu benennen, um Stigmatisierung und Diskriminierung vorzubeugen. Auch bei der Benennung der Krankheit, die das Coronavirus Sars-CoV-2 auslöst, galt diese Regel, weshalb die Krankheit den Namen „Covid-19“ – zusammengesetzt aus „Corona Virus Disease 2019“ erhielt.

Doch im Laufe der Corona-Pandemie setzten sich geografische Bezeichnungen dann doch durch: Aufkommende Virus-Varianten wurden nach dem Land, in dem sie zuerst auftraten, benannt. Doch wenn es nach der WHO geht, soll das nun ein Ende haben. Ein neues Namenssystem für bestimmte Corona-Varianten soll künftig Diskriminierung verhindern. Ab sofort werden Buchstaben des griechischen Alphabets verwendet, um Corona-Varianten, die von der WHO als „besorgniserregend“ oder „Varianten von Interesse“ eingestuft werden, zu bezeichnen.

Neue Namen für Corona-Varianten: WHO will Diskriminierung vorbeugen

Die Corona-Varianten nach ihrem Entdeckungsland als „britische Variante“, „brasilianische Variante“ oder „indische Variante“ zu bezeichnen sei „stigmatisierend und diskriminierend“, so die WHO in einer Mitteilung. Während die Länderbezeichnungen künftig von der WHO nicht mehr verwendet werden, sollen die wissenschaftlichen Bezeichnungen wie „B.1.1.7“ weiter bestehen bleiben, weil sie Forschenden wichtige Informationen liefern. Sie seien aber schwer zu merken, weshalb sich die Bezeichnungen mit den Ursprungsorten verbreitet hätten. „Um das zu verhindern und um die öffentliche Kommunikation zu vereinfachen, empfiehlt die WHO Behörden, Medien und anderen, die neue Kennzeichnung zu verwenden.“

WHO-Bezeichnungwissenschaftliche Bezeichnungerstmals entdecktWHO-Einstufung
AlphaB.1.1.7September 2020 in Großbritannienbesorgniserregend
BetaB.1.351Mai 2020 in Südafrikabesorgniserregend
GammaP.1November 2020 in Brasilienbesorgniserregend
DeltaB.1.617.2Oktober 2020 in Indienbesorgniserregend
Epsilon \tB.1.427/B.1.429 \tMärz 2020 in den USAvon Interesse
ZetaP.2 \tApril 2020 in Brasilienvon Interesse
EtaB.1.525Dezember 2020, mehrere Ländervon Interesse
ThetaP.3Januar 202, auf den Philippinenvon Interesse
IotaB.1.526 November 2020 in den USAvon Interesse
KappaB.1.617.1Oktober 2020 in Indienvon Interesse

Bezeichnung von Corona-Varianten kann für Stigmatisierung sorgen

In den USA sprach der frühere US-Präsident Donald Trump statt vom Coronavirus häufig vom „China-Virus“ – mit dem Ergebnis, dass in den USA Hass gegen asiatisch aussehende Menschen ausgelöst wurde. Viren nach Orten zu benennen „überträgt Schuld auf die anderen und erlaubt denen, die das Narrativ nutzen, sich als Opfer zu inszenieren“, erklärt die Psychologin Nilu Ahmed gegenüber dpa. So etwas könne auch falsche Annahmen fördern – etwa, dass die Spanische Grippe aus Spanien stammt. Tatsächlich kam sie zuerst in den USA auf und wurde in Spanien erstmals ausführlich dokumentiert. (Tanja Banner mit Material von dpa)

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