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Corona

Wissenschaftler entdeckt frühe Corona-Sequenzen aus Wuhan, die gelöscht wurden

  • VonDavid Suárez Caspar
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In der Cloud entdeckt ein Wissenschaftler Coronavirus-Gensequenzen, die vergangenes Jahr verschwunden waren. Bisher ist unklar, warum die Sequenzen aus Wuhan verschwanden.

Wuhan - Vor einem Jahr verschwanden die Daten von mehr als 200 Virusproben von frühen Covid-19-Fällen aus der chinesischen Stadt Wuhan aus einer wissenschaftlichen Datenbank. Nun hat der US-amerikanische Wissenschaftler und Virologe Jesse Bloom einen Teil dieser Daten wiedergefunden, wie die New York Times berichtet. Demnach stieß er in Dateien, die in der Google Cloud gespeichert wurden, auf 13 der ursprünglichen Coronavirus-Gensequenzen*.

In seinem am Dienstag (22.06.2021) veröffentlichten Paper schreibt Bloom: „Die phylogenetische Analyse dieser Sequenzen […] legt nahe, dass die Sequenzen vom Huanan Fischmarkt, die im Mittelpunkt des gemeinsamen Berichts von WHO und China stehen, nicht vollständig repräsentativ für die Viren in Wuhan zu Beginn der Epidemie sind.“ Sein Bericht wurde noch nicht wissenschaftlich überprüft.

Jesse Bloom, Virologe am Fred Hutchinson Cancer Research Center in den USA*, nannte die Löschung dieser Sequenzen verdächtig. Es „scheint wahrscheinlich, dass die Sequenzen gelöscht wurden, um ihre Existenz zu verschleiern“, schrieb er in dem Bericht. Bestenfalls könnten die verschwundenen Sequenzen neue und bislang unbekannte Informationen darüber beinhalten, wann und wie das Coronavirus Sars-CoV-2 von einer Fledermaus oder einem anderen Tier* auf den Menschen übergesprungen sein könnte.

Coronavirus: Gibt es eine Verbindung zu der Laborleck-Theorie?

Die These, dass Coronaviren aus einem Hochsicherheitslabor in Wuhan* ausgetreten sein könnten, wird durch die neuen Erkenntnisse nicht unterstützt. Allerdings würden sie die These auch nicht widerlegen, berichtet die New York Times. Weiterhin bleibt die Frage unbeantwortet, warum die frühen Coronavirus-Sequenzen aus der Datenbank überhaupt gelöscht worden sind.

Ein US-Wissenschaftler findet gelöschte Coronavirus-Sequenzen in einer Cloud. Bisher ist unklar, warum die Daten gelöscht wurden.

Jesse Bloom wollte dem Bericht nach überprüfen, welche genetischen Daten Forschungsgruppen veröffentlicht hatten und sei dabei auf eine Studie vom März 2020 gestoßen. Inhalt der Studie sei eine Kalkulationstabelle mit Informationen über 241 genetische Sequenzen gewesen, die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Wuhan gesammelt worden waren. Der Tabelle habe er entnehmen können, dass die Sequenzen in eine Onlinedatenbank namens Sequence Read Archive hochgeladen worden waren. Diese Datenbank wird von der National Library of Medicine der US-Regierung verwaltet.

Doch als Bloom in der Datenbank nach den Wuhan-Sequenzen gesucht habe, habe er kein einziges Ergebnis finden können. Erst in Ordnern in der Google Cloud entdeckte Bloom einige der verschwundenen Coronavirus-Sequenzen.

Gelöschte Sequenzen könnten anderes Bild über Ursprung des Coronavirus zeichnen

Bloom fand heraus, dass den wiedergefundenen Coronavirus-Sequenzen zusätzliche Mutationen fehlen. „Sie sind den Fledermaus-Coronaviren drei Schritte ähnlicher als den Viren vom Huanan-Fischmarkt“, so Bloom. Dies deute seiner Meinung nach darauf hin, dass Sars-CoV-2 zu dem Zeitpunkt als es den Markt erreichte, schon eine Weile in Wuhan oder darüber hinaus zirkulierte. Die Marktviren, argumentierte er, seien nicht repräsentativ für die volle Vielfalt der Coronaviren, die Ende 2019 bereits im Umlauf waren. Um eindeutige Schlüsse aus den neuen Daten zu ziehen, seien jedoch weitere Untersuchungen nötig. (dsc)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Alissa Eckert, Dan Higgins/dpa

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