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Coronavirus Sars-CoV-2
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Eine elektromikroskopische Aufnahme des Coronavirus Sars-CoV-2. (Archivfoto)

Malaysia

„Einzigartige Mutation“ des Coronavirus entdeckt

  • Sophia Lother
    VonSophia Lother
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In Malaysia entdecken Forschende eine bisher völlig unbekannte Form des Coronavirus. Einen Nachweis einer Übertragung durch Hunde gibt es bislang nicht.

Kuala Lumpur – Die Corona-Pandemie hat das Leben der Menschen weltweit auf den Kopf gestellt. Seit dem Ausbruch 2019 hat das Coronavirus mit der Bezeichnung Sars-CoV-2 mehr als 164 Millionen Menschen infiziert. Knapp 3,5 Millionen Tote gibt es bisher in Zusammenhang mit dem Virus zu verzeichnen (Johns-Hopkins-Universität, Stand: 20.05.2021). Die Impfkampagnen laufen in den Ländern auf Hochtouren. Durch Beschränkungen und die Entwicklung von Corona-Impfstoffen scheint sich die Lage zusehends zu beruhigen. Dabei schwingt jedoch immer die Sorge vor Corona-Varianten mit, die den Impfschutz möglicherweise umgehen könnten.

Was bei derlei Sorgen oft außer Acht gelassen wird, ist, dass es nicht nur zahlreiche Varianten des Virus gibt. Auch Coronaviren gibt es bereits seit langem. Und einige können auch Menschen infizieren. Fachleute haben in Malaysia nun ein komplett neuartiges Coronavirus entdeckt, das auch für Menschen ansteckend zu sein scheint. Und es kommt ausgerechnet vom besten Freund des Menschen: dem Hund.

Neuartiges Coronavirus entdeckt – Immer wieder werden Coronaviren gefunden

Immer wieder gab es in den letzten Jahren Fälle von Zoonosen, in denen sich Menschen an Tieren mit neuen Coronaviren angesteckt haben. Im Jahr 2003 wurde nach einem ersten Fall in Deutschland öffentlich, dass eine neue Variante eines Virus, das Sars-Coronavirus (SARS-CoV), immer mehr Menschen infiziert. Sie war tierischen Ursprungs und wurde erstmals 2002 in China festgestellt. In Deutschland kam es zu mindestens neun „wahrscheinlichen Sars-Fällen“ meldete das Robert Koch-Institut (RKI). Knapp zehn Jahre später, im Jahr 2012, gab es weitere beunruhigende Meldungen. Ein Mers-Coronavirus (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus) infizierte mehrere Menschen. Ursprünglich wurde der Erreger in Dromedaren verortet.

Wieder ein knappes Jahrzehnt später wurden im Jahr 2019 die ersten Fälle von Sars-Cov-2 publik. Das brachte den Mediziner Gregory Gray, Epidemiologe an der Duke University, auf eine Idee. Er wollte untersuchen, ob aktuell weitere Coronaviren im Umlauf sind, die das Potenzial haben, die nächste Pandemie auszulösen.

Corona: Das neuartige Coronavirus lässt sich auf Hunde zurückverfolgen

Doch bei diesem Untersuchungsvorhaben gab es ein Problem. Denn die bisherigen Tests sind auf das Coronavirus Sars-CoV-2 beschränkt. „Die Diagnostik ist da sehr spezifisch. Der Fokus liegt dort generell auf bekannten Viren“, betont Gray laut National Public Radio (NPR) aus den USA. Daher beauftragte er eine Doktorandin damit, einen Test für andere Coronaviren zu entwickelt. Das Testverfahren von Leshan Xiu wurde zum Erfolg.

Mit Coronaviren Infizierte in den letzten JahrenJahr des Auftretens
SARS-Coronavirus (SARS-CoV)2002
MERS-Coronavirus (MERS-CoV)2012
SARS-Coronavirus (Sars-CoV-2)2019
Quelle: RKI

Als sie den Test im Jahr 2020 einsetzten, fanden Gray und Xiu Hinweise auf ein neuartiges Coronavirus, das ebenfalls mit Lungenentzündungen bei Krankenhauspatien:innen in Verbindung steht – der größte Teil der betroffenen Personen waren Kinder. Die Wissenschaftler:innen publizierten ihre Erkenntnisse im Fachjournal Clinical Infectious Diseases. Demnach kamen die getesteten Proben aus einer Klinik in Malaysia. Sie wurden zwischen 2017 und 2018 erfasst. In acht der insgesamt 301 Testproben fanden Gray und Xiu Nachweise auf ein Coronavirus, dessen Ursprung auf Hunde zurückverfolgt werden konnte.

Neuartiges Coronavirus auf Menschen übertragbar: Wie geht es jetzt weiter?

Um seine Ergebnisse nochmals überprüfen zu lassen, sendete Gray die Proben an Virologin Anastasia Vlasova, eine Expertin in Sachen tierischer Coronaviren. „Bisher gab es keinen Nachweis darauf, dass Coronaviren bei Hunden auf den Menschen übertragen werden können“, erklärt die Virologin gegenüber NPR. Ihre Untersuchungen ergaben, während das Virus wahrscheinlich auch Katzen und Schweine angesteckt hatte, ist dennoch der größte Teil des Genoms auf Hunde zurückzuführen. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass das Virus vom Hund direkt auf den Menschen übergesprungen sei. Und Vlasova machte noch eine weitere, besorgniserregende Entdeckung.

Denn das Virus zeige eine einzigartige Mutation. Genauer gesagt eine Deletion in einem Genom, die in keinem anderen Coronavirus bei Hunden zu finden sei – dafür aber im menschlichen Coronavirus. Sie glaubt, dass diese Corona-Mutation ein wichtiger Schritt für das Virus hin zur Ansteckung von Menschen sein könnte.

Doch noch sind keine Infektionen von Mensch zu Mensch gefunden worden. Die Chancen stehen gut, dass die Wissenschaft die Gefahr schnell genug erkannt hat, bevor es sich zu einem möglichen Auslöser einer weiteren Pandemie entwickeln kann. (Sophia Lother)

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